Früherer Stuttgart-Profi

Nach WM verhaftet – das macht VfB-Legende Gaudino heute

Aktualisiert am 20.06.2026 – 20:13 UhrLesedauer: 3 Min.

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Maurizio Gaudino auf der Bank (Archivbild): Eine große DFB-Karriere blieb dem Ex-Stuttgarter verwehrt. (Quelle: Juha Tamminen/imago)

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Maurizio Gaudino war Meister, WM-Fahrer und Rebell – und stand einmal direkt nach einem TV-Auftritt vor der Polizei. Jetzt ist der VfB-Idol zurück im Fußball.

Maurizio Gaudino spielte in Stuttgart, in Manchester und in Mexiko-Stadt, wurde 1992 Deutscher Meister und gehörte 1994 zum deutschen WM-Kader. Er galt als einer der begabtesten Spielmacher seiner Generation – und als Rebell mit Ohrring und Goldkette. Geradlinig verlief sein Leben nie.

Heute, mit 59 Jahren, ist Gaudino zurück im Fußball, allerdings ganz unten in der Liga-Pyramide. Seit der vergangenen Saison arbeitet er als Sportbeirat beim VfR Aalen, einem Oberligisten auf der Ostalb. Dort geht es nicht um Titel, sondern um den mühsamen Wiederaufbau eines abgestürzten Traditionsklubs.

Meister mit Stuttgart, Profi rund um die Welt

Begonnen hatte alles in der Heimat: Gaudino, in Brühl bei Mannheim als Sohn italienischer Einwanderer geboren, gab 1984 beim SV Waldhof Mannheim sein Profidebüt. 1987 wechselte er zum VfB Stuttgart und wurde dort zum Dreh- und Angelpunkt – 1992 mit dem Meistertitel als Höhepunkt.

Maurizio Gaudino zu Beginn seiner Karriere bei Mannheim (Archivbild).Vergrößern des BildesMaurizio Gaudino zu Beginn seiner Karriere bei Mannheim (Archivbild). (Quelle: imago sportfotodienst/imago)

Danach wurde es ruhelos. Über Eintracht Frankfurt ging es 1995 leihweise zu Manchester City (21 Spiele, vier Tore), anschließend nach Mexiko zu Club América, später zum FC Basel, zum VfL Bochum und nach Antalyaspor in die Türkei.

Am Ende kehrte er dorthin zurück, wo er angefangen hatte, nach Mannheim. Insgesamt stehen 294 Bundesligaspiele und 48 Tore zu Buche, dazu fünf Länderspiele mit einem Treffer.

Bei der WM 1994 nur Zuschauer

Sein größter Bühnenmoment im Nationaltrikot blieb aus. Bundestrainer Berti Vogts nominierte Gaudino 1994 für die WM in den USA, eingesetzt wurde er dort kein einziges Mal. Aus nächster Nähe erlebte er stattdessen mit, wie das deutsche Team an sich selbst zerbrach – an Stefan Effenbergs Mittelfinger gegen die eigenen Fans und am Viertelfinal-Aus gegen Außenseiter Bulgarien.

Wie sehr Gaudino diese Rolle als Beobachter geprägt hat, zeigt die vierteilige ARD-Doku „WM 1994: Elf Helden – ein Albtraum“, die seit Anfang Juni in der Mediathek läuft. Gleich zu Beginn blickt Gaudino lächelnd in die Kamera und fragt: „Wichtig ist – seh‘ ich gut aus?“ Ein Satz, der die Stimmung jenes Turniers besser einfängt als jede Analyse.