Plötzlich ist der Partner, mit dem man viele Jahre zusammen verbracht hat, nicht mehr da und der tägliche Besuch des Pflegedienstes der einzige soziale Kontakt. Mit dem Verlust geht oft für ältere Menschen die Einsamkeit Hand in Hand. Nur einer von vielen möglichen Gründen, warum sich Senioren zurückziehen und den Anschluss zu ihren Mitmenschen verlieren. Andere haben vielleicht ihre Mobilität durch einen Oberschenkelhalsbruch eingebüßt. Genau da setzt das Projekt „Wege aus der Einsamkeit“ des Zentrums plus der Diakonie an, das seit einiger Zeit in Heerdt umgesetzt wird. Unterstützung kommt dabei durch die Rotary Clubs Düsseldorf-Schlossturm und Düsseldorf-Süd.
„Bei manchen Menschen geht es erst einmal um ganz grundlegende Dinge, wie Hilfe im Haushalt oder die Fahrt zur Hausärztin und zum Physiotherapeuten. Da hilft es dann sehr, dass wir von den Spenden auch mal ein Taxi bezahlen können“, umreißt Projektleiterin Ulrike Karpa einige der Möglichkeiten, wie die „Wege aus der Einsamkeit“ in der Praxis aussehen könnten. Vor rund einem Jahr startete das besondere Angebot in Heerdt, das sich ganz bewusst diesem Thema, von dem immer mehr Menschen betroffen sind, annimmt.
Projektkoordinatorin Ulrike Karpa besucht dafür ältere Menschen und begleitet sie Schritt für Schritt hinaus aus der Einsamkeit. Die Kontakte kommen beispielsweise über Pflegedienste, Ärzte oder Sozialdienste zustande, aber auch Nachbarn oder die Betroffenen selbst melden sich bei der Diakonie. Da vieles inzwischen online erledigt werden muss, ist Ulrike Karpa auch in diesen Fällen eine Stütze. So hilft sie bei der Erledigung von Online-Anträgen oder der Nutzung digitaler Angebote.
Ihr ist es dabei wichtig, nicht alleinige Bezugsperson zu sein. Deshalb ermutigt Kampa die Senioren und Seniorinnen ihre sozialen Kontakte auszudehnen und zum Beispiel Freizeitangebote in der Umgebung wahrzunehmen – beispielsweise im Zentrum plus oder in der Kirchengemeinde. Wer nicht so mobil ist, bekommt Unterstützung dort hin- und wieder zurückzukommen.
„Von großer Bedeutung ist die Vermittlung des Gefühls, dass da einfach jemand ist, der vorbehaltlos zuhört, nichts verkaufen will und individuell mit den älteren Menschen überlegt, was ihnen wirklich weiterhilft“, fasst Ulrike Kampa zusammen. Und Arnd Denkhaus vom Rotary Club Düsseldorf-Süd ergänzt: „Mich beeindruckt an dem Projekt, dass es nicht nur Hilfe organisiert, sondern echte Begegnungen schafft. Es klopft im wahrsten Sinne des Wortes an Türen und zeigt den Menschen: Du bist nicht allein.“
Kontakt zur Ulrike Karpa gibt es telefonisch unter 0211 503129 oder per E-Mail an ulrike.karpa@diakonie-duesseldorf.de.