Die ganze Aura des Weltstars zeigt sich im Mut zur Pause. Das Konzert ist etwa eine Stunde alt, als Bad Bunny von der Hauptbühne vorne zur sogenannten Casita, einem klassischen puerto-ricanischen Flachbau-Häuschen, hinten im Stadion-Innenraum wechselt. Die Musik läuft noch, da tritt er an die Absperrung und drückt seine Stirn gegen die einer jungen Frau in der ersten Reihe – wie vor dem Kuss zweier Engverbundener. Die Musik läuft nicht mehr, da geht er die gesamte erste Rückseiten-Reihe ab. Er schüttelt Hände, posiert für Fotos, umarmt und nimmt sich Zeit für Gespräche. Zu einem kleinen Jungen kommt er sogar zurück, flüstert ihm noch mehr ins Ohr. Diese emotionalen Szenen dauern vielleicht ein paar Minuten, fühlen sich mitten in einem ausverkauften Konzert aber wie eine Ewigkeit an.