Für viele Millionen Dollar ließ Donald Trump den
Reflecting Pool am Lincoln-Denkmal in Washington D.C. renovieren – doch seit Tagen
muss der US-Präsident negative Schlagzeilen darüber erdulden. Grund dafür sind Algen, die sich in dem Wasserbecken ausgebreitet haben. Zudem scheint die neue Farbe am Boden
des Beckens teilweise abzublättern. Trump hat nun angeblichem
Vandalismus als Ursache des Problems aufgeführt.
Die Renovierungsarbeiten hätten »perfekt
funktioniert«, schrieb der US-Präsident auf seiner Onlineplattform, bevor es zu
»schändlichem Vandalismus« gekommen sei. Unbekannte hätten dem Becken
mit »irgendeiner Art Messer oder Klinge« einen rund 75 Meter langen
Schnitt zugefügt, sowie »ätzende und zerstörerische Chemikalien in das
Becken« geschüttet. Die Behörden müssten »wahrscheinlich« einen
Großteil des Wassers in dem Becken ablassen, um die notwendigen Reparaturen
umzusetzen. »Aber wir werden sie so schnell wie möglich erledigen
lassen«, schrieb Trump.
In den USA ist der Zustand des Beckens schon seit Tagen in den Schlagzeilen. Trump hatte versprochen, das Becken werde durch einen Anstrich des Bodens
in »Amerikaflaggen-blau« leuchten. Doch nach den Renovierungsarbeiten
nahm das Wasser eine sumpfig-grüne Färbung an. US-Medien berichteten, die Algenblüte
sei noch schlimmer als vor den Arbeiten.
Ein Anstrich für 14 Millionen Dollar
Algenblüte ist angesichts der oft schwülwarmen
Temperaturen in Washington D.C. schon seit Eröffnung des Beckens 1922 ein Problem. Für Trump kommt das vor den anstehenden Feiern zum 250.
Gründungstag der USA zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Er ließ deshalb das Becken entleeren und den grauen Boden
mit Pool-Farbe streichen. Diese blättert nun an vielen Stellen ab.
© Lea Dohle
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Berichten
zufolge kosteten die Arbeiten rund 14 Millionen Dollar (zwölf Millionen Euro), fast zehnmal so viel wie von Trump angegeben. Washington sehe »besser aus denn
je«, teilte das Weiße Haus mit, als am 4. Juni wieder Wasser eingelassen
wurde.
Polizei nimmt Mann wegen Vandalismus fest
Der Washington Post zufolge wird dem früheren Olympioniken
David Hearn vorgeworfen, das Wasserbecken beschädigt zu haben. Hearn sagte der Zeitung,
er habe während einer Fahrradtour an dem Becken angehalten, um sich die Renovierungsarbeiten
selbst anzusehen. Nachdem er sich hinuntergebeugt hatte, um ein Stück der sich
ablösenden blauen Farbe zu berühren, sei der 67-Jährige von zwei Mitgliedern
der Nationalgarde umzingelt und von Beamten der US-Parkpolizei wegen einer Ordnungswidrigkeit,
der Zerstörung von Regierungseigentum, festgenommen worden. »Ich habe
nichts zerstört, kaputtgemacht oder abgepellt«, sagte Hearn der Zeitung.
Der sogenannte Reflecting Pool ist ein Wahrzeichen
Washingtons und ein beliebtes Fotomotiv. Darin spiegeln sich das
Lincoln-Denkmal und der Obelisk zum Gedenken an den ersten US-Präsidenten
George Washington.
Trump lässt die US-Hauptstadt an mehreren Orten
umgestalten, um sich selbst ein Denkmal zu setzen. Unter anderem ließ er den
historischen Ostflügel des Weißen Hauses abreißen, um an dessen Stelle einen
Ballsaal zu bauen. Zudem will er einen riesigen Triumphbogen errichten lassen.
Dieser soll fast dreimal so hoch werden wie das Brandenburger Tor in Berlin
und anderthalbmal so hoch wie der Pariser Triumphbogen.
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