Freibier, Festzug und Freischlagung: München feiert den Brauertag 2026

München stand am Samstag ganz im Zeichen des Brauerhandwerks: Beim Münchner Brauertag 2026 feierten die sechs Traditionsbrauereien gemeinsam mit Tausenden Besucherinnen und Besuchern den feierlichen Abschluss der Ausbildung von 32 Jungbrauerinnen und Jungbrauern. Rund die Hälfte der Absolventinnen und Absolventen waren Frauen. Mit der traditionellen Freischlagung auf dem Marienplatz begann für sie offiziell der Einstieg ins Berufsleben.

Bereits am Morgen versammelten sich Lehrlinge und Jungbrauer auf dem Marienplatz, wo die historischen Zunftaltertümer – darunter Zunftfahne, Zunftlade und die hölzerne Ferula als Zunftzeichen der Brauer – präsentiert wurden. Anschließend zog der Kirchenzug zur Peterskirche, in der ein feierlicher Gottesdienst stattfand.

Nach dem Gottesdienst führte der große Festzug mit prächtig geschmückten Brauereigespannen vom Tal über den Viktualienmarkt, das Rosental und den Rindermarkt zurück zum Marienplatz. Begleitet wurde der Zug von Trachtengruppen, Gebirgsschützen, Goaßlschnoizern, Musikanten und den Münchner Schäfflern, die ausnahmsweise außerhalb ihres üblichen siebenjährigen Turnus auftraten. Bei hochsommerlichen Temperaturen von deutlich über 30 Grad kamen dabei alle Beteiligten gehörig ins Schwitzen – besonders die Münchner Schäffler, die trotz der Hitze mit ihren traditionellen Tänzen für begeisterte Stimmung sorgten.

Ein besonderer Premierenmoment war der erste offizielle Auftritt des neuen Münchner Kindls Sina Hochreiter. Die 27-Jährige eröffnete den Festakt mit dem traditionellen Prolog und übernahm damit ihre erste große Aufgabe als Repräsentantin der Landeshauptstadt.

Höhepunkt des Brauertages war die traditionelle Freischlagung. Der Referent für Arbeit und Wirtschaft Dr. Christian Scharpf, verabschiedete die 32 Absolventinnen und Absolventen der Jahrgänge 2025 und 2026 mit der hölzernen Ferula symbolisch aus ihrer Lehrzeit und entließ sie offiziell in den Berufsstand.

Besonders ausgezeichnet wurden die besten Nachwuchsbrauerinnen und -brauer Münchens. Den ersten Platz belegte Benedict Hilaire von Spaten. Auf Platz zwei folgte Rebecca Streicher von Augustiner, den dritten Platz erreichte Rebecca Stüttem von Paulaner.

Vertreten wurden die Münchner Traditionsbrauereien durch ihre Geschäftsführer und Braumeister. Für Augustiner nahmen Dr. Martin Leibhard und Braumeister Andreas Brunner teil. Hacker-Pschorr wurde von Georg Baudrexl und Max Mirlach vertreten, Hofbräu München von Dr. Jörg Lehmann und Rolf Dummert. Für Löwenbräu waren Dieter Krause und Bernd Kräußel anwesend, Paulaner entsandte Reinhard Kastl und Christian Dahncke, während Spaten durch Bernd Kräußel und Thomas Kreutz repräsentiert wurde.

Im Anschluss wurde auf dem Marienplatz der offizielle Freibieranstich vorgenommen. Insgesamt 3.000 Liter Freibier wurden ausgeschenkt. Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm sorgte bis in den Nachmittag hinein für Musik, Unterhaltung und ausgelassene Stimmung.

Der Münchner Brauertag zeigte einmal mehr, wie lebendig und traditionsbewusst das Brauerhandwerk in der Landeshauptstadt gepflegt wird. Zwischen gelebtem Brauchtum, festlicher Atmosphäre und der Freude über den erfolgreichen Nachwuchs präsentierte sich München von seiner genussvollen und zugleich traditionsreichen Seite.