„Ein Räuber denkt anders als andere. Ich verstehe ihn als Charakterkopf, dessen Handschlag zählt. Die ‚Guns‘ ergänzen ihn, sind seine Feuerkraft, stärken ihn und machen ihn komplett.“

Hinter dem kreativen wie rätselhaften Namen „Robbers and Guns“ steckt eine Wuppertaler Designagentur für konzeptionelle Gestaltung und Beratung. Die Räuber trägt Inhaber Jens Oliver Robbers schon sein Leben lang im Namen, die „Guns“ hat er in Form eines Teams aus Spezialisten zusammengestellt. Gemeinsam arbeiten sie mit verschiedensten Auftraggebern zusammen, feilen an Außenauftritten, erarbeiten Kommunikationsstrategien, Firmen- und Veranstaltungslogos, kreative Konzepte.

Dafür suchte sich Robbers „die bestmöglichen Köpfe“ in Deutschland, arbeitet gemeinsam mit Webentwicklern, Fotografen, SEO-Experten und anderen Spezialisten. Das Tolle an seinem Beruf? „Wenn sich Wirkung entfaltet“, so die spontane Antwort. „Und unter dem Level machen wir gar nichts.“ Weil er überzeugt ist: „Gestaltung kann so wirksam sein – wenn man es richtig macht.“

Von Kulturevent bis Kabelunternehmen

Erarbeitete Konzepte, die einigen bekannt vorkommen könnten: die Kettenschlange der Fahrradmarke „Pedalero“ oder auch das Design der diesjährigen Wuppertaler Literaturbiennale. Seit über zwei Jahren sitzt die Designagentur im Herzen der Elberfelder Nordstadt. Die Selbstständigkeit liegt dem Wahlwuppertaler Robbers im Blut. „Ich glaube an die Dinge, die ich mache“, lautet seine Begründung. Geboren in Oberhausen, zog es ihn für das Studium der Illustration nach Wuppertal. Vor allem, weil er dort bei dem weltbekannten Illustrator Wolf Erlbruch sein Diplom machen konnte. „Das war eine aktive Entscheidung für Wuppertal – und ist es noch“, so Robbers. Eine Ausbildung zum Kommunikationsdesigner folgte. Die Branchen seiner Auftraggeber „sind nicht egal – aber auch nicht entscheidend“. Trotz vieler Aufträge aus dem Kulturbereich arbeitet sich Robbers mit seinem Team auch in gänzlich andere Themen ein – „ob Literatur, Fahrräder oder die Welt der Kabel. Am Ende sind es immer wieder neue Themen, neue Realitäten“, fasst er zusammen. Mit dem Ziel vor Augen, zu verstehen. Zusammenhänge, Wirkungsweisen, Zielgruppen. „Die Regel Nummer eins lautet bei uns: zuhören“, fügt Kommunikationsdesignerin Mara Füsser hinzu, die bei „Robbers and Guns“ für Projektmanagement und Typografie zuständig ist.

Visuelle Welten für
den konkreten Bedarf

Dann geht es in den gemeinsamen Arbeitsprozess, mit Kunden, die im besten Fall „schon ein Ziel haben – und bereit sind, es gemeinsam zu verfolgen. Die sich gemeinsam auf den Weg machen wollen, um der Gestaltung ein Fundament zu geben.“ „Strategische Grundlagenphase“ nennt sich dieser Schritt – was nach trockener Arbeit klingt, beinhaltet Workshops, das Entwickeln gemeinsamer Vorstellungen, eines gemeinsamen Vokabulars. Auch das Spiel mit Formen, Farben und Bildwelten ist wichtig – und am Ende sei „immer ein wenig Magie dabei“. Für den von illustrativer Seite aus denkenden Robbers sind in diesem Prozess Blatt und Stift obligatorisch.

Neben dem Zuhören gehe es auch darum, die Zielgruppe zu identifizieren, ein Ziel klar zu definieren. Und für dieses absolute Verständnis einer Marke brauche es einen Perspektivwechsel. Persönlicher Geschmack? „Darf den Blick nicht verstellen“, erklärt der Kommunikationsdesigner. „Die Gestaltung orientiert sich immer am Ziel – ein spannender und wichtiger Prozess.“ Der am Ende doch immer zu einer Antwort führt, zur Eröffnung neuer Blickwinkel, zum Verständnis aller Beteiligten. Tools der Künstlichen Intelligenz (KI) verwenden sie mit Vorsicht, nie in bildgebenden Prozessen. „Weil KI niemals die menschliche Auseinandersetzung ersetzen wird.“

Für Wuppertal hat sich Jens Robbers entschieden, weil er Teil der positiven Entwicklung in einer Stadt sein will, die seiner Meinung nach „ständig unter ihren Möglichkeiten“ bleibe. Und an einem bunten, gemeinsamen Wuppertal arbeiten „Robbers and Guns“ aktiv mit – indem sie viel mit lokalen Unternehmen arbeiten, daneben Comic-Zirkel, eine kleine Druckwerkstatt, Ausstellungen und Lauf-Clubs ins Leben rufen oder den Mirker Bummel mitgestalten. Den Perspektivwechsel – „eine der Grundlagen für jede Gestaltung“ – hält Jens Robbers auch in diesem Kontext für notwendig. Um zu erkennen, „was für abgefahrene Sachen die Leute vor Ort hier eigentlich machen. Das war und ist für mich ein Grund, hier zu leben. Diese Menschen sollten mehr ins Zentrum gerückt werden.“ Das Wertvolle darin zu erkennen – und das ins eigene Selbstverständnis zu übertragen – fehle einigen Menschen in Wuppertal noch. Umso wichtiger sei da die richtige Kommunikation, weil „das Umfeld es einem leicht machen kann, Wirkung zu entfalten“.