Den zurückliegenden Nationalen Veteranentag hat auch die Stadt Wuppertal als Anlass genutzt, Veteranen und ihren Familien Anerkennung für ihren Dienst zu zollen.
Bürgermeister Heiner Fragemann begrüßte die Veteranen und ihre Angehörigen am Freitagvormittag im 1. Sitzungszimmer des Rathauses in Barmen. Den noch „sehr jungen Veteranentag“ gibt es erst zum zweiten Mal in Deutschland – und in Wuppertal wurde er zum ersten Mal offiziell abgehalten.
Lange Zeit habe Deutschland wegen historischer Erfahrungen einen „eher zurückhaltenden Umgang mit seinen Streitkräften gepflegt“ sagte Fragemann. Gleichzeitig gehöre es zu einer lebendigen Demokratie dazu, diejenigen zu würdigen, die dafür Verantwortung übernommen, Risiken getragen und Opfer gebracht haben. „Es ist gut und richtig, dass der Veteranentag einen festen Platz in unserem gesellschaftlichen Kalender erhält“, so Fragemann, der sich auf einen spannenden Austausch mit den Anwesenden freute.
Einer der am Freitag Geehrten ist Andreas Röhrig. Röhrig war Zeitsoldat und von 1988 bis 1990 aktiv in der damaligen Panzerpionierkompanie 320, die im niedersächsischen Dörverden stationiert war. Seit anderthalb Jahren ist er Teil des Kreisverbindungskommandos Wuppertal.
In die Bundeswehr einzutreten, sei für ihn eine Selbstverständlichkeit gewesen. „Man lernt, sich auch einmal unterzuordnen und nicht immer nur die erste Geige zu spielen“, so Röhrig. Das habe ihn in seiner persönlichen Entwicklung weitergebracht – und auch jungen Menschen heute rät er, eine Bundeswehr-Laufbahn in Erwägung zu ziehen. Geprägt habe ihn auch die Zusammenarbeit mit Soldaten anderer Nationen, in seinem Fall vor allem US-Amerikaner. Doch auch mit Bundeswehr-Kameraden von damals habe er enge Freundschaften geschlossen. Ob Röhrig in der heutigen Zeit noch eintreten würde, in der die Kriegsgefahr so hoch eingeschätzt wird, wie seit Jahrzehnten nicht mehr? „Auf jeden Fall.“
Major Peter Ten-Cate, Leiter des Kreisverbindungskommandos Wuppertal, folgte auf Fragemanns Begrüßungsrede und dankte den anwesenden Veteranen für ihr Erscheinen. „Leider keine Veteraninnen“, merkte Ten-Cate an.
Er erinnere sich an ein Gespräch mit einem Soldaten: „Manchmal ist das Schwerste nicht der Einsatz selbst, sondern die Rückkehr in den Alltag“, zitierte Ten-Cate und sagte: „Der Dienst endet nicht, wenn die Uniform abgelegt wird“, sondern die Erfahrung, die Kameradschaft, aber auch die Belastung – seelisch wie körperlich – begleiten einen ein Leben lang. Der Veteranentag sei daher mehr als ein Gedenktag. „Wir geben Ihnen heute das Versprechen, dass Ihr Einsatz vergessen wird, dass Ihre Geschichten gehört werden und dass Ihr Platz in unserer Gesellschaft sicher ist.“