Mitte der 1950er Jahre, als der Film zum Kassenschlager avancierte, war die Sehnsucht nach der heilen Welt groß. Grauen und Entbehrungen des Weltkriegs wollten verdrängt werden. Die zarten Anfänge des Wirtschaftswunders halfen bei der Flucht aus dem Alltag, förderten die aufkommende Reiselust. Heute wächst diese Sehnsucht angesichts von russischer Kriegsbedrohung und schwächelnder Konjunktur wieder, mischt sich die Sorge vor Abstumpfung und dem Verlust der Werte ins Empfinden der Menschen. Wie zum Beweis startet Erich Kästners humorig-melancholische Gesellschaftssatire „Drei Männer im Schnee“ mit ausverkauften Vorstellungen und begeistert das Publikum bei der Premiere am Samstag.