Bielefeld. Joel Grodowskis Traumtor am letzten Zweitligaspieltag gegen Hertha BSC war für Arminia Bielefeld der Wegbereiter zum Klassenerhalt. Zum „Tor des Monats“ Mai hat seine herrliche Direktabnahme zum zwischenzeitlichen 1:1 gegen die Berliner (Endstand 6:1) aber nicht gereicht.

Jedenfalls nicht ganz. Bei der von der ARD-Sportschau durchgeführten Publikumswahl belegte Grodowski Platz zwei. Nur auf das Tor von Maxim Schmalz, der im Oberligaspiel für den SSV Reutlingen gegen FSV Hollenbach traf, entfielen noch mehr Stimmen (44 Prozent) als auf den Grodowski-Treffer.

Schmalz hatte gesehen, dass Hollenbachs Torwart weit vor seinem Tor stand und es deshalb einfach mal frech mit einem Fernschuss von der Mittellinie probiert. Der Ball flog in hohem Bogen über den Schlussmann hinweg ins Netz. Ein toller Treffer, aber war er wirklich schöner als der von Grodowski?

SSV Reutlingen reicht aus demselben Spiel noch ein weiteres Tor ein

Technisch anspruchsvoller war zweifelsfrei das Tor des Arminen. Eine hohe Hereingabe von Monju Thaddäus Momuluh nahm der DSC-Stürmer direkt und setzte den Ball mit der Fußinnenseite unhaltbar für Herthas Keeper Tjark Ernst hinweg ins lange Eck.

Verdient haben die Reutlinger irgendwie dennoch, dass sie den Torschützen des Monats Mai stellen. Der SSV hatte nach dem Spiel gegen Hollenbach nämlich noch einen zweiten Treffer aus dieser Partie als Bewerbung bei der Sportschau eingereicht. Schmalz’ Teamkollege Yannick Toth gelang in derselben Partie ein spektakulärer Scorpion Kick. Nur zwei Minuten später folgte dann das Tor von Maxim Schmalz zum 5:2-Endstand.

Beide Tore schafften es bei der ARD in die engere Auswahl. Für die finale Abstimmung wurde vom Sender schließlich der Treffer von Schmalz nominiert.

Grodowskis Tor leitet fulminante Arminia-Habzeit ein

„Die Nominierung ist eine schöne Anerkennung für Maxim Schmalz und zeigt, dass auch im Amateurfußball besondere Momente entstehen können“, sagt Sascha Schneider, Vorsitzender der Fußballabteilung des SSV.

Grodowski kann sich damit trösten, dass sein Tor gegen Berlin eine fulminante zweite Spielhälfte einleitete, an deren Ende nicht nur der 6:1-Sieg stand, sondern auch der Klassenerhalt für die Ostwestfalen gefeiert werden durfte.

Joel Grodowski hatte gegen Hertha BSC gleich doppelten Grund zum Jubeln. Ihm gelangen die Tore zum 1:1 und 2:1 für Arminia Bielefeld. - © Sarah Jonek

Joel Grodowski hatte gegen Hertha BSC gleich doppelten Grund zum Jubeln. Ihm gelangen die Tore zum 1:1 und 2:1 für Arminia Bielefeld.
(© Sarah Jonek)

Hinter Grodowski landeten die Tore von Budu Zivzivadze (1. FC Heidenheim), Mustapha Bundu (Hannover 96) und Jannis Boziaris (Energie Cottbus) auf den weiteren Plätzen.

Zehn Arminen dürfen sich Torschütze des Monats nennen

Insgesamt zehn Arminen hatten bisher ein „Tor des Monats“ erzielt, zuletzt Christoph Hemlein in der Drittligasaison 2014/15, in der dieses Kunststück auch noch zwei weiteren DSC-Profis gelang, Dennis Mast und Fabian Klos (DFB-Pokal).

Die anderen Arminen, die die Abstimmung gewannen, waren Artur Wichniarek (2003) Guiseppe Reina (1996), Stefan Kohn (1986), Dirk Hupe (1985), Horst Wohlers (1983), Norbert Eilenfeldt (1981) und Christian Sackewitz (1978).