In der Natur wird dem Löwen nachgesagt, dem Panther im direkten Duell sowohl strategisch als auch physisch überlegen zu sein. Was für die Tierwelt gilt, das konnte zumindest am Samstag auch auf den Sport übertragen werden. In der Football-Bundesliga trafen im Stadion an der Karl-Homann-Straße die Düsseldorf Panther und die Braunschweig Lions aufeinander – mit dem besseren Ende für die Gäste aus Braunschweig, die das Kräftemessen der beiden Tabellennachbarn in der GFL Nord mit 34:20 (7:0, 14:6, 3:8, 10:6) für sich entschieden.
Aus Sicht der Panther war die vierte Niederlage im fünften Saisonspiel doppelt bitter. Zum einen verpassten es die Mannen um Quarterback Isaiah Weed, nur eine Woche nach dem Sieg in Kiel mit einem weiteren Erfolg den Anschluss an das Tabellenmittelfeld herzustellen. Zum anderen holte sie die Braunschweiger Löwen unfreiwillig zurück ins Spiel, die ausgerechnet in der Landeshauptstadt den ersten Sieg in der laufenden Saison feiern durften.
Wie erwartet waren die Unterschiede zwischen beiden Klubs am Samstag bei hochsommerlichen Temperaturen nicht allzu groß. Gerade zu Beginn dominierten die beiden Verteidigungsreihen. Dann jedoch arbeiteten sich die Gäste aus Niedersachsen mit einer Reihe kurzer Pässe an die Düsseldorfer Endzone heran und gingen im vierten Versuch in Führung, nachdem Braunschweigs Spielmacher Ryon Thomas seinen Kollegen Peter Anderson bediente, der auf dem Weg in die Endzone noch mehrere Panther-Spieler austanzte. Thomas’ Gegenüber, Isaiah Weed ,hatte im Gegensatz zur Vorwoche Probleme, den Angriff der Panther durch die gut sortierte Defensive der Lions zu manövrieren und stand somit im Schatten seines amerikanischen Landsmannes, der mit einem famosen 50-Yard-Lauf zu Beginn des zweitem Viertels auf 14:0 erhöhte. Nachdem wiederum Thomas mit einem weiten Pass Jonathan ter Horst in der Endzone der Panther fand, drohte es ein ganz bitterer Nachmittag für die Hausherren zu werden.
Doch kurz vor der Pause sendeten auch die „Raubkatzen“ ein Lebenszeichen. Spielmacher Weed persönlich trug das Ei über die Linie und verkürzte somit auf 6:21. Es wäre vermutlich noch einmal ein richtig spannendes Spiel geworden, wenn sich die Panther direkt nach dem Seitenwechsel erneut auf das Scoreboard gebracht hätten. Doch fünf Yards vor der Braunschweiger Endzone leisteten sich die Gastgeber einen Turnover. So stand es nach dem kurze Zeit später erzielten Touchdown von Sven Appelt eben nur 14:21 anstatt womöglich 21:21. Und diesen Vorsprung ließen sich die Gäste eben nicht mehr nehmen.
Mit einem Fieldgoal aus 28 Yard erhöhte der deutsche Rekordmeister noch im dritten Viertel auf 24:14. Spätestens nachdem Isaiah Weed im Schlussabschnitt einen tiefen Pass in die Arme des Braunschweigers Brandon Potts warf, war die Messe in Benrath gelesen. Den folgenden Ballbesitz nutzte der Gast, um die Führung auf 34:14 auszubauen. Den Panthern blieb es nur noch vorbehalten, in Person von James Okike den Schlusspunkt zu setzen.
Lange Zeit, um sich über die ärgerliche Heimschlappe zu ärgern, haben die Mannen von Jaycee Krieg nicht. Schon am kommenden Samstag geht es für den Düsseldorfer Tross zu den Saarland Hurricanes aus der Süd-Staffel. Auch die Saarländern haben bislang einen Saisonsieg auf dem Konto stehen. Es dürfte also eine Partie auf Augenhöhe werden, wobei es für die Raubkatzen keinesfalls darum gehen darf, vor dem saarländischen Sturm in Deckung zu gehen.