Zwischen blühenden Beeten, alten Obstbäumen und historischem Fachwerk wurde der Tuppenhof am Wochenende wieder zu einem Ort für Kunst und Begegnung. Bereits zum vierten Mal fand dort die Veranstaltung „Kunst im Bauerngarten“ statt und trotz der hochsommerlichen Temperaturen zog es zahlreiche Besucher auf das Gelände.
„Es ist schon sehr, sehr heiß zur Eröffnung“, so Künstlerin Elke Flock mit einem Lächeln. „Aber die Menschen kommen und das freut uns natürlich sehr.“ Gleich sieben Künstler präsentierten ihre Arbeiten im gesamten Gartenbereich des Tuppenhofs. So gab es etwa Malerei, Fotografie sowie verschiedene Objekte zu sehen. Organisiert wurde die Ausstellung wieder von den Künstlern selbst.
Michaela Kura, selbst Künstlerin, führte durch das Konzept. „Uns war wichtig, dass die Kunst nicht nur an einem Ort konzentriert ist, sondern sich im ganzen Garten verteilt“, erklärte sie. „So entsteht ein ganz anderer Zugang. Die Besucher entdecken die Werke beim Spazierengehen.“ Viele Gäste schlenderten entspannt über das Gelände, blieben hier und da stehen, kamen mit den Künstlern ins Gespräch und ließen sich Zeit für die einzelnen Arbeiten.
Mit dabei waren unter anderem Pia Büchert, Elke Flock, Michaela Kura, Christina Puth und Necati Özen. Als Gastkünstlerin bereicherte Hilla Baecker aus Korschenbroich die Ausstellung. Sie hatte ihre Fotografien und Bilder bewusst im Schatten aufgebaut. „Bei der Hitze musste man einfach schauen, wo es für die Besucher angenehm bleibt“, sagte sie. „Ich freue mich sehr über das Interesse. Viele haben sich auch Postkarten oder kleinere Arbeiten mitgenommen. Für mich ist es eine gute Vorbereitung auf meine Vernissage, die in zwei Wochen in Büttgen startet.“
Dass die Werke direkt vor Ort gekauft werden konnten, wurde von vielen Gästen genutzt. Auch Necati Özen zeigte sich zufrieden mit der Resonanz. „Kunst lebt davon, dass sie gesehen wird“, sagte er. „Und hier im Bauerngarten bekommt sie einen ganz besonderen Rahmen. Die Natur gehört einfach dazu.“ Er beschrieb die Atmosphäre als ruhig und inspirierend. „Die Menschen kommen hier anders ins Gespräch, offener, entspannter. Das ist etwas ganz Besonderes.“
Unterstützt wurde er dabei von Brigitte Albrecht, die ihn bei der Präsentation seiner Werke begleitete. Auch sie hob die besondere Stimmung hervor. „Hier geht es nicht nur um Kunst, sondern auch um Begegnung“, sagte sie. „Man merkt, dass die Menschen sich Zeit nehmen und wirklich interessiert sind.“
Mitmachaktion wurde für junge Besucher angeboten
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung zur Eröffnung von Wolf Wiedemann, der mit seinen Klängen zusätzlich zur entspannten Atmosphäre beitrug. Für die jüngsten Besucher gab es ebenfalls ein Angebot. Bei einer Mitmachaktion konnten Kinder mit Knete eigene kleine Kunstwerke gestalten und stempeln.
„Das ist genau die Art von Veranstaltung, die unsere Stadt lebendig macht“, so Bürgermeister Horn-Heinemann bei der Eröffnung. „Kunst im öffentlichen Raum und dann noch in so einem besonderen Ambiente bringt die Menschen zusammen.“ Er betonte die Bedeutung solcher Formate für die Region. „Hier zeigt sich, wie vielfältig und kreativ unsere Kulturszene ist. Das verdient große Anerkennung.“ Die Schwelle, sich mit Kunst auseinanderzusetzen, war bewusst niedrig gehalten. „Jeder soll sich eingeladen fühlen“, sagte Michaela Kura. „Ganz egal, ob man regelmäßig Ausstellungen besucht oder einfach nur neugierig ist.“
Das schien zu funktionieren. Einige Besucher blieben länger als geplant, setzten sich in den Schatten oder kamen immer wieder ins Gespräch. Um die Stimmung zu beschreiben, zitierte Michaela Kura Friedrich Schiller: „Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit und genau das spürt man hier.“