Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Pistorius reist zu Bundeswehr-Übung in Litauen

Aktualisiert am 22.06.2026 – 05:36 UhrLesedauer: 30 Min.

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Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (Archivbild): 4.800 deutsche Soldaten sollen bis 2027 in Litauen stationiert werden, gut ein Drittel sind schon da. (Quelle: IMAGO/JOERAN STEINSIEK/imago)

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Der ukrainische Präsident schickt erneut Warnungen an den belarussischen Präsidenten. Pistorius reist nach Litauen. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Inhaltsverzeichnis

Pistorius reist heute zu Bundeswehr-Übung in Litauen

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) reist heute nach Litauen, um sich die erste Übung der dort stationierten Panzerbrigade 45 der Bundeswehr anzuschauen. Für die Übung „Freedom Shield 2026“ an der Ostflanke der Nato wurden rund 2.900 Soldaten – darunter 2.300 aus Deutschland – und rund 800 Fahrzeuge aus acht Nato-Staaten auf dem Truppenübungsplatz Pabrade zusammengezogen. Dieser ist etwa 20 Kilometer von der Grenze zu Belarus entfernt.

Die Stationierung der Panzerbrigade in Litauen wurde von der Bundesregierung als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Russland zugesagt. Sie soll bis 2027 mit einer Gesamtstärke von rund 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern als Kampfverband voll einsatzfähig sein. Bislang sind rund 1.800 Angehörige der Bundeswehr in Litauen stationiert.

Ukraine: Ein Toter bei Raketenangriff auf Region Odessa

Bei einem russischen Raketenangriff auf die südukrainische Region Odessa wurden nach Angaben des örtlichen Gouverneurs ein Mensch getötet und drei weitere verletzt. Russland habe eine ballistische Rakete vom Typ Iskander auf einen landwirtschaftlichen Betrieb abgefeuert, teilt Gouverneur Oleh Kiper auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Dabei seien Fahrzeuge und Treibstofftanks in Brand geraten.

Selenskyj erwartet Deeskalation von Minsk

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko konkrete Schritte zur Deeskalation. „Lukaschenko muss über Worte hinaus Deeskalation demonstrieren“, sagte er in einem Interview ukrainischer Medien. Eine bloße Entschuldigung des engen Verbündeten Moskaus genüge nicht: „Sein „Ich entschuldige mich“ soll er für sich behalten, das funktioniert seit dem ersten Tag des Kriegs nicht mehr.“

Belarus gilt als engster Verbündeter Russlands. Selenskyj spricht seit Wochen davon, dass Russland versuche, Belarus in den Krieg hineinzuziehen und warnt Minsk davor. Lukaschenko hatte erst vor Kurzem Moskau und Kiew aufgerufen, den Krieg zu beenden, da ein militärischer Sieg für beide Seiten unrealistisch sei. Zugleich betonte er, die Ukraine habe von Belarus nichts zu befürchten und entschuldigte sich bei Selenskyj.

Kiew sieht sich derzeit durch mehrere russische Relaisstationen auf belarussischem Gebiet bedroht. Solche technischen Zwischenstationen leiten Signale weiter; nach ukrainischer Darstellung nutzt Russland sie, um Drohnen bei Angriffen auf Ziele in der Ukraine zu steuern. Selenskyj hatte Lukaschenko bereits mehrfach aufgefordert, die Anlagen abzubauen: „Wenn sie es nicht abschalten, werden wir es abschalten, Punkt.“

Russlands Wirtschaft: „Die russische Führung macht sich Sorgen“

Russlands Wirtschaft scheint stabiler zu sein, als viele Prognosen verlauten. Doch der Preis des Krieges steigt – und mit ihm das Risiko unbequemer Schritte im Innern. Der Ökonom Janis Kluge schätzt die Lage ein. Lesen Sie hier das gesamte Interview.