Bei einer Wallfahrt nach Maria Elend hat der Führungskreis des Soldaten- und Kameradenvereins Münster im Frühjahr um gutes Wetter für die Festlichkeiten zum 125-jährigen Gründungsfest ihrer Vereinigung gebeten. Allen voran Bürgermeister Jürgen Raab war daran gelegen. Er hatte die Schirmherrschaft für das Jubiläum übernommen. Dass man vielleicht nicht nur um regenfreie Stunden bitten sollte, lag den Wallfahrern fern. Nun aber mussten sie mit dem Gegenteil kämpfen: einer Gluthitze, die Organisatoren und Festbesucher bis ans Limit forderte.

So waren Gesichts-Mini-Ventilatoren an den zwei Festtagen mehr als gefragt. Dennoch: Der Verein feierte an zwei Tagen ein würdiges Gründungsfest, gedachte der gefallenen und verstorbenen Mitglieder und hatte Grund zur Freude. Fast alle der 1350 Einwohner von Münster waren auf den Beinen. Mehr noch: Spontan kam es zu einem Mitgliederschub. Gleich 20 junge Menschen bekannten sich in den vergangenen Tagen zu den Zielen des Vereins, der nun 125 Mitglieder zählt.

Landrat Michael Dinkelmeier betonte in Münster die Bedeutung des Friedens

Alle Gratulanten stellten das Friedensziel in den Mittelpunkt und betonten, dass man ein Leben in friedlicher Umgebung nicht von allein bekomme. Der Frieden müsse geschützt werden, täglich neu, im politischen, gesellschaftlichen und persönlichen Miteinander, erklärte Landrat Michael Dinkelmeier. Bürgermeister Raab attestierte dem Verein, die Tradition und den Gemeinschaftsgeist zu pflegen. Die historische Erinnerung sei wichtig, „ebenso aber auch der Blick nach vorn“. Die Geschichte gelte es nicht zu vergessen, aber auch als Mahnung für die Gegenwart zu verstehen. Die Verteidigung von Freiheit und Demokratie sei eine Aufgabe des Vereins – „aktueller denn je“.

Münster beging den Anlass feierlich.

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Münster beging den Anlass feierlich.
Foto: Helmut Bissinger

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Münster beging den Anlass feierlich.
Foto: Helmut Bissinger

In bewegenden Worten hatte bei einem feierlichen Gottesdienst, musikalisch begleitet von der Festkapelle Ellgau, in der Pfarrkirche von Sankt Peter und Paul auch Pfarrer Joseph Afatchao die Verpflichtung zum Frieden beschworen. „Wir sind Verteidiger der Kultur des Friedens, von dem unsere Vorfahren geträumt haben“, sagte er. Der Geistliche segnete die Erinnerungsbänder, aber auch die alte Vereinsfahne von 1902, die nach mehreren Renovierungen immer noch im Einsatz ist und die wohl in der Zeit des Kaiserreiches und des Königreiches Bayern angefertigt worden war. Nicht nur die sechs Festdamen des Jubelvereins, sondern auch jene des Patenvereins aus Bayerdilling übergaben Fahnenbänder.

In Münster fand eine Friedensdemonstration statt

Zu einer Friedensdemonstration geriet die Niederlegung eines Erinnerungskranzes am Kriegerdenkmal, begleitet von passenden Worten eines besonderen Gastes: Kapitän außer Dienst, Immo von Schnurbein. Er war jahrelang Kommandant der „Gorch Fock“ und von anderen Schiffen. Vorsitzender Peter Werner freute sich, dass alle Vereine in Münster engagiert mitgewirkt hatten. Knapp 200 Menschen hatten das Fest über zwei Jahre vorbereitet. Einen wesentlichen Anteil habe die Langjugend gehabt, meinte Werner. So gerieten die Feierlichkeiten des Soldaten- und Kameradenvereins zu einem Dorffest, das in den Annalen von Münster einen Platz finden dürfte.

Eine kurze Anreise hatte der Präsident der Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung: Otmar Krumpholz wohnt in Thierhaupten. Ihm war es vorbehalten, besondere Ehrungen vorzunehmen: Das Ehrenkreuz in Gold am Bande erhielten Anton Stiglmeir, Gerhard Pfitzmaier und Lorenz Grünwald, das goldene Verdienstkreuz des Verbandes verlieh Krumpholz an Gerhard Schlögl, Gerhard Willmer und Johann Lichtenstern.