Zum morgigen Internationalen Tag des öffentlichen Dienstes macht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) um 17 Uhr mit einer Protestaktion vor der Hamburger Finanzbehörde auf den dramatischen Personalmangel im öffentlichen Dienst aufmerksam.
Hintergrund sind die angekündigten Sparvorgaben von Finanzsenator Dr. Andreas Dressel zum Doppelhaushalt 2027/2028. Diese würden die mit 5.000 unbesetzten Stellen bereits äußerst angespannte Personalsituation in der öffentlichen Daseinsvorsorge nur noch verschärfen, so die Gewerkschaft.
Katharina Protz, Beschäftigte im Bezirksamt Eimsbüttel: „Morgen bringen wir den Elefanten im Raum vor die Finanzbehörde, damit er auch für Finanzsenator Dressel nicht mehr zu übersehen ist. Er symbolisiert die rund 5.000 unbesetzten Stellen bei der Stadt Hamburg. Ein Zustand, der für die Menschen in der Stadt schon längst augenscheinlich ist: Lange Bearbeitungszeiten bei Wohn- oder Elterngeld, Engpässe in der Jugend- und Sozialarbeit sowie eine hohe Belastung von uns Beschäftigten sind der Hamburger Standard. Immer neue Sparvorgaben verschärfen die Belastung für uns Beschäftigte noch weiter und verschlechtern die Daseinsvorsorge für die Menschen in unserer Stadt.“
Irene Hatzidimou, stellvertretende Fachbereichsleiterin: „Die Menschen messen das Funktionieren der Demokratie auch daran, ob das Wohngeld rechtzeitig bewilligt und die Straße instandgehalten wird. Wenn diese Daseinsvorsorge nicht mehr funktioniert, dann geht das Vertrauen in die Demokratie verloren. Der Senat muss endlich die offenen Stellen besetzen, statt weitere Stellenstreichungen anzukündigen.“
Der Internationale Tag des öffentlichen Dienstes wurde 2003 von den Vereinten Nationen ausgerufen. Er würdigt weltweit die Arbeit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst und ihre Bedeutung für das Gemeinwohl.
Informationen zur Aktion:
Beschäftigte aus Bezirksämtern, Fachbehörden sowie den von Schließung bedrohten Praxisausbildungsstätten protestieren am Dienstag, den 23. Juni, um 17 Uhr vor der Finanzbehörde am Adolphsplatz 3–5.
Im Mittelpunkt der Aktion steht ein XXL-Elefant als Symbol für rund 5.000 unbesetzte Stellen bei der Stadt Hamburg. Der Elefant im Raum soll die wachsende Belastung der Beschäftigten und die spürbaren Folgen im Alltag der Hamburger*innen unübersehbar machen.