Der ACV Automobil-Club Verkehr schreibt Pannenhilfe-Geschichte: Als erster deutscher Automobilclub setzt der ACV seit heute einen Wasserstoff-Abschleppwagen im regulären Pannenhilfebetrieb ein. Nach gut einem halben Jahr Planungs- und Aufbauzeit geht das vollwertige Arbeitsfahrzeug nun beim Kölner ACV Partner LS Pannenservice auf die Straße – mit dem Anspruch, einem klassischen Diesel-Abschleppwagen im Arbeitsalltag in nichts nachzustehen.
Mit dem Pilotprojekt will der ACV zeigen, wie sich emissionsärmere Antriebstechnologien unter realen Bedingungen in der Pannen- und Abschlepphilfe bewähren. Damit übernimmt der Club Verantwortung über den eigenen Pannenhilfe-Alltag hinaus und leistet einen Beitrag zur Weiterentwicklung der gesamten Abschleppbranche.
Mit der Wahl der Wasserstofftechnologie setzt der ACV bewusst auf eine Lösung, die sich besonders für hohe Kilometerleistungen, kurze Standzeiten und flexible Einsatzprofile eignet. Abschleppwagen legen täglich bis zu 400 Kilometer zurück – häufig ungeplant, oft nachts und immer unter Zeitdruck. Batterieelektrische Alternativen können im 24/7-Betrieb mit derzeit noch längeren Ladezeiten an praktische Grenzen stoßen; für die Zukunft schließt der ACV sie jedoch ausdrücklich nicht aus.
Basis des Fahrzeugs ist der PH2P Truck von Paul Nutzfahrzeuge, aufgebaut auf einem Mercedes-Atego-4×2-Chassis. Angetrieben wird er von einer 80-Kilowatt-Brennstoffzelle von Toyota sowie einem Zentralantrieb von Voith mit 200 kW Dauerleistung und 3.100 Nm Drehmoment. Für den Abschleppeinsatz hat Wellmeyer Fahrzeugbau ein hydraulisches Schiebeplateau mit vier Tonnen Traglast aufgebaut. Das zulässige Gesamtgewicht im Anhängerbetrieb liegt bei 24 Tonnen.
Mit 30 Kilogramm Wasserstoff in sechs Tanks kommt der H₂-Truck rechnerisch bis zu 450 Kilometer weit. Sind die Tanks leer, kann das Fahrzeug ähnlich schnell wie ein Diesel-Lkw wieder betankt werden: An H2 MOBILITY-Stationen dauert der Tankvorgang rund 15 Minuten. Danach ist der Abschleppwagen sofort wieder einsatzbereit.
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