
Braunschweigs Basketballer haben den drohenden Gang in die 2. Liga erneut verschoben – und das maximal dramatisch. Gegen die Riesen Ludwigsburg siegten die Löwen am Sonnabend in eigener Halle mit 98:97 (42:42, 88:88) nach Verlängerung und halten damit die Chancen auf den Klassenerhalt am Leben.
Bryant Crawford, der die Niedersachsen am Ende der regulären Spielzeit noch in die Overtime gerettet hatte, vergab zweieinhalb Sekunden vor dem Ende zwei Freiwürfe. Doch Ludwigsburgs Top-Scorer Stef Smith (26 Zähler) bekam den Wurf aus der eigenen Hälfte nicht mehr in Richtung Korb – Aufatmen in Braunschweig, das den neunten Sieg im 32. Spiel feierte. Weil kurz zuvor Jena, mit elf Siegen auf dem rettenden Rang 16 platziert, mit 79:89 gegen Rostock verlor, bleibt Braunschweig weiter eine kleine Chance.
In den verbleibenden zwei Spielen in Oldenburg (Freitagabend) und gegen Chemnitz (Sonntag, 10. Mai) benötigen die Löwen zwei weitere Siege, aber auch zwei Niederlagen von Jena am Donnerstagabend gegen den Tabellenletzten Heidelberg sowie am folgenden Sonntag in Berlin, um den ersten Abstieg der Braunschweiger Vereinsgeschichte abzuwenden.
Viel Kampf, wenige Dreier
Die 3151 Zuschauer sahen ein am Ende hochspannendes, aber basketballerisch selten attraktives Spiel zwischen den Löwen und dem Tabellen-Siebten aus Ludwigsburg, der pro Spiel mehr Fouls begeht als jedes andere BBL-Team. Bezeichnend: Für die Löwen standen nach drei Vierteln mehr Freiwürfe (42) als Versuche aus dem Feld (40) zu Buche. So konnten die Gastgeber die eigenen Ballverluste (13) und die bis dato schwachen Wurfquoten (36 Prozent aus dem Feld, 19 Prozent von hinter der Drei-Punkt-Linie) halbwegs kompensieren.
Vor allem aufgrund der Dreierquote, die sich im restlichen Spiel auch nicht mehr verbesserte, lief Braunschweig in der zweiten Hälfte lange einem Rückstand hinterher. Doch die ersatzgeschwächten Löwen – mit Ferdinand Zylka (persönliche Gründe) fehlte ein regulärer Starter ganz, Center Simi Shittu sah früh sein fünftes Foul (23.) – gaben nicht auf. Mit einem 15:4-Lauf ging Braunschweig mit 82:78 in Führung (38.) – nur um danach einen 1:10-Run zu kassieren. In den letzten 39 Sekunden besorgte Crawford mit seinen ersten beiden erfolgreichen Feldversuchen des Abends noch der 88:88-Ausgleich.
Smith vergibt den letzten Wurf
In der Verlängerung zogen die Gastgeber auf 95:88 davon (43.), mussten aber dennoch zittern. Stef Smith machte die letzten acht Zähler seines Teams – vergab aber den Verzweiflungswurf zum Sieg, der den Braunschweiger Abstieg bedeutet hätte.