Einmal im Jahr holt die Kulturstiftung zum Haus die große Oper auf die Wasserburg: Dann gastiert die Opernklasse der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf im stiftungseigenen Konzertsaal. Doch dieses Jahr kam es anders: Es gab die Operngala in der Aula der Anne-Frank-Schule. Ein komplizierter Rohrbruch unter dem Burghof hat die Wasserversorgung auf der Burg stillgelegt und damit den Konzertbetrieb unmöglich gemacht. Die Aula war ein guter Ersatz – war sie schließlich seit 1940 der Fest- und Konzertsaal von Ratingen, bis 1973 die Neubauten Stadthalle und Stadttheater diese Funktion übernahmen.

Am Donnerstag sangen zwölf Studierende. Die Klasse hatte zuvor als Semesterprojekt Mozarts „Le nozze di Figaro“ einstudiert und aufgeführt. Nun gab es die Paradestücke daraus zum Besten, immer abgewechselt mit anderen Perlen der Operngeschichte. Das Opernorchester ersetzte einfühlsam Pianistin Maryna Semko. Und zuletzt war alles routiniert, unaufgeregt und charmant zusammengehalten von Professor Thomas Gabrisch als Dirigent, Moderator und ebenfalls am Flügel.

Spektakulär war sicher Countertenor Solomon Hayes, der in hoher Lage Frauenrollen sang; so auch Purcells Arie der Dido, „das ergreifendste, was für Frauenstimme geschrieben wurde“, so Professor Gabrisch. Wunderbar gelang auch Grantas Sileikis die hochromantische Bariton-Arie „Mein Sehnen, mein Wähnen“ von Korngold. Verzückend war Lusine Khanzadyan als das Traummännchen. Raumgreifend war Maximilian Schwarzacher als betrunkener Vater, der von fliegenden Hexen über – beides aus Humperdincks „Hänsel und Gretel“. Unterhaltsam das Verkleidungschaos im Sextett „Alla bella despinetta“ aus dem „Figaro“, wo zwei Albaner angeheuert sind, um zwei Verlobte zu verführen – umso schwieriger, wenn die falschen Bärte bei der Hitze nicht kleben wollten.

Und da so manche internationale Karriere aus der Düsseldorfer Opernklasse hervorging, sollte man sich auch die Namen der weiteren Sängerinnen und Sänger merken: Marcellina Susanna, Dioklea Hoxha, Falk Fink, Kim Holtappels, Sita Grabbe, Jakob Brieden, Casper Hesprich, Jinju Dan und Simeon Heyderhoff.