Wer sich die Miete, oder auch die Wohnsituation in einer eigenen Immobilie, kaum, oder gar nicht mehr, leisten kann, der hat in Deutschland die Möglichkeit, eine Hilfestellung zu erhalten: das Wohngeld. Bevor die Sozialleistung ausgezahlt werden kann, muss die Frage der Berechtigung geklärt werden. In diesem Zuge muss ein Wohngeld-Antrag gestellt werden, der vom zuständigen Wohngeldamt bearbeitet wird.

Ein Problem für Bedürftige: Die Bearbeitungszeit beträgt oftmals mehrere Monate. So benötigt beispielsweise die Wohngeldstelle in Bremen durchschnittlich rund fünf Monate, um einen Antrag zu prüfen, wie der Weser Kurier berichtete. Doch wie lange dauert die Bearbeitung von Wohngeld-Anträgen in Augsburg? Und können die Antragstellerinnen und Antragsteller die Dauer beeinflussen? Wir haben nachgefragt.

Bearbeitungszeit bei Wohngeld-Antrag: Wie lange ist sie in Augsburg?

Die für Wohngeld zuständige Behörde ist in Augsburg das Amt für Soziale Leistungen, Senioren und Menschen mit Behinderung (ASL), wie auf der Service-Website der Stadt Augsburg nachzulesen ist. Ein Antrag auf Wohngeld kann bei der Behörde entweder per Post oder online eingereicht werden. Ist das geschehen, heißt es geduldig sein:

„Die durchschnittliche Bearbeitungszeit eines Wohngeldantrages beträgt in Augsburg derzeit drei bis vier Monate. In Einzelfällen kann es zu kürzeren oder auch längeren Bearbeitungszeiten kommen“, erklärt Martin Schenkelberg, Sozialreferent der Stadt Augsburg, auf Anfrage unserer Redaktion. Die Länge der Bearbeitungszeit ist demnach von der Vollständigkeit des Antrags und der Komplexität des Falls abhängig. „Zudem kommt es darauf an, wie schnell die antragstellende Person im Falle einer Unterlagenanforderung die geforderten Nachweise einreicht“, sagt Schenkelberg.

Wohngeld-Antrag in Augsburg beschleunigen: Was können Antragsteller tun?

Die Bearbeitungszeit beim Wohngeld-Formular hängt also nicht nur von den Kapazitäten innerhalb der Behörde, sondern auch von anderen Faktoren ab. Es gibt einige Dinge, die Antragstellerinnen und Antragsteller beachten können, um einen möglichst schnellen und reibungslosen Ablauf zu ermöglichen.

Zunächst ist es wichtig, dass die Antragstellerin oder der Antragsteller das Formular gewissenhaft durchgeht und beim Antrag alle erforderlichen Unterlagen beilegen. „Hier gilt der Grundsatz: Jede Angabe, die im Antrag gemacht wird, ist durch entsprechende Nachweise zu belegen“, stellt Schenkelberg klar. Als Beispiele sind ein vollständiger Mietvertrag, Lohnabrechnungen, Mietzahlungsnachweise in Form von Kontoauszügen und Verdienstbescheinigungen von Arbeitgebern zu nennen. Zudem bittet Schenkelberg darum, von Abfragen des Bearbeitungsstandes abzusehen. „Diese Anfragen kosten Zeit und verlangsamen die Bearbeitung aller Anträge. Antragstellende Personen können versichert sein, dass die Abteilung ihr Bestes tut, um die Anträge schnellstmöglich abzuarbeiten“, erklärt Schenkelberg die Bitte.

Auch die Art der Wohngeld-Beantragung spielt eine Rolle. „Die Bearbeitung kann beschleunigt werden, indem der Antrag online eingereicht wird“, verrät Schenkelberg unserer Redaktion. Das liege daran, dass das ASL vollständig digital arbeite. Schenkelberg versicherte allerdings, dass auch Anträge in Papierform so schnell wie möglich bearbeitet werden.

Zum Online-Wohngeldantrag geht es hier, zumindest für alle Antragstellerinnen und Antragsteller mit einem Wohnsitz in Augsburg.

Kann künstliche Intelligenz die Bearbeitungszeit von Wohngeld-Anträgen beschleunigen?

Die Bremer Wohngeldstelle will laut des Berichts des Weser Kuriers künstliche Intelligenz (KI) nutzen, um die Bearbeitungszeit bei den Anträgen auf Wohngeld zu beschleunigen. Ist das auch für die Behörde in Augsburg eine Option?

Laut Schenkelberg wurden passende KI-Lösungen bereits geprüft und bewertet. Das Ergebnis: Man sei überzeugt, dass KI dabei helfen kann, die Bearbeitungszeit zu verkürzen. „Die Einführung einer KI-Lösung hängt in Augsburg aktuell davon ab, inwieweit der Freistaat Bayern sich an einer etwaigen Finanzierung beteiligt“, sagt der Augsburger Sozialreferent. Demnach berät der Freistaat derzeit, ob und in welcher Form eine solche Finanzierung möglich sei. Derzeit sei nicht absehbar, ob und wann KI-Lösungen genutzt werden könnten.