Der Bau- und Planungsausschuss des Marktes Mering hat den Bau zweier Studentenwohnheime am Mühlweg abgelehnt. Grund für die Ablehnung ist der Verbindungsgang, der die zwei Wohnheime wie ein Einziges wirken lässt. Dem Beschluss war eine längere Vorgeschichte vorausgegangen. Bereits im Januar hatte ein damals geplanter Multifunktionsbau mit Event-Location beziehungsweise alternativ sogenannten Micro-Living-Apartments für kontroverse Diskussionen im Gremium gesorgt. Nun legte der Bauherr einen vollständig neuen Antrag auf Vorbescheid vor.
Auf dem Dach des Wohnheims soll eine Sportfläche für die Bewohner entstehen
Der größere Gebäudeteil soll auf einer Grundfläche von 668 Quadratmetern entstehen. Geplant sind vier Vollgeschosse mit Flachdach und einer Gesamthöhe von 12,88 Metern. Auf dem Dach ist ein sogenannter Multicourt vorgesehen – eine multifunktionale Sportfläche für die Bewohner.
Das zweite Wohnheim ist als L-förmiger Baukörper mit einer Grundfläche von 372 Quadratmetern geplant. Es soll fünf Vollgeschosse und eine Gesamthöhe von 15,90 Metern erhalten. Das verbindende Treppenhaus wird sechsgeschossig ausgeführt und erreicht eine Höhe von 18,92 Metern. In den Studentenwohnheimen sind 91 Apartments für Studierende und Berufsschüler vorgesehen, weitere 30 Wohnungen sollen Arbeitnehmern zur Verfügung stehen.
Bei einem gemeinsamen Ortstermin mit dem Landratsamt hatte die Verwaltung die städtebauliche Situation untersucht. Als maßgebliche Bezugsobjekte wurden lediglich die Gebäude der Kunstmühle sowie das sogenannte Steinbrecherhaus angesehen. Aus Sicht der Verwaltung füge sich das Vorhaben deshalb nicht in die nähere Umgebung ein. Zudem sei die Erschließung bislang nicht gesichert.
Für die künftigen Bewohner sind insgesamt 26 Stellplätze vorgesehen. Diese sollen auf einem westlich angrenzenden Nachbargrundstück entstehen. Der Bau- und Planungsausschuss hatte sich bereits zuvor mehrheitlich mit dieser Lösung einverstanden erklärt. Nach der Stellplatzsatzung des Marktes Mering ist bei Studentenwohnheimen ein Stellplatz je fünf Betten nachzuweisen, bei Arbeitnehmerwohnungen ein Stellplatz je vier Betten. Daraus ergibt sich für das Gesamtprojekt die geplante Zahl von 26 Stellplätzen.
„Was ist eine Arbeitnehmerwohnung?“
Laura Matthes von den Grünen und Wolfgang Bachmeir von der SPD stieß bei der Sitzung das Wort „Arbeitnehmerwohnung“ auf: „Was ist eine Arbeitnehmerwohnung?“ Matthes zielte dabei auf die Überprüfung der Herkunft der potenziellen Mieter ab. Die könnten ja aus München oder Augsburg kommen und sich in Mering einen günstigen Stellplatz sichern. Bachmeir schloss sich bei ihren Fragen an und wollte dann wissen: „Haben wir hier ein neues Geschäftsmodell für Stellplätze?“
Georg Resch von der CSU sah die Sachlage sehr pragmatisch: „Sind wir denn jetzt eine Universitätsstadt?“ 26 Stellplätze für 121 Wohnungen wäre definitiv zu wenig. Während Simon Kuchlbauer von der AfD überlegte, ob der südöstliche Teil des Bauvorhabens im Überschwemmungsgebiet liege, wollte Paul Kuhnert von der UWG wissen, ob denn mit dem Bauherrn über die angesprochenen Punkte geredet worden sei.
Michael Metz von der UWG wünschte sich einen derartigen Bau für Mering. Auf diese Weise kämen mehr junge Leute nach Mering. Tobias Listl von den Grünen machte deutlich, dass wirklich keiner der Anwesenden etwas gegen Bauvorhaben für Studierende hätte, nur sei dieser Bau überdimensioniert. Dem schloss sich Bürgermeister Florian Mayer an: „Das Vorhaben ist grundsätzlich möglich.“