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Wenn für Neu-Coach Thomas Wörle (44) und seine Mannschaft am Sonntag (28.6.) ab 11 Uhr die Saison-Vorbereitung beginnt, wird sich auch Marco Meyerhöfer (30) in Münster aufhalten. Aber nach derzeitigem Stand nicht zusammen mit seinen Noch-Kollegen auf dem Rasen stehen. Der Vertrag des Rechtsverteidigers läuft zwar erst zwei Tage später (30.6.) offiziell aus. Trotzdem hat sich das „Thema Schwarz-Weiß-Grün“ für ihn – höchstwahrscheinlich – erledigt…
Funkstille mit Preußen. Meyerhöfer vor dem Neustart!
Fakt ist: Den letzten Kontakt mit seinem Verein gab‘s am 18. Mai, als Ex-Trainer Alois Schwartz (59) – einen Tag nach dem finalen 0:3 in Elversberg – zum Abschieds-Brunch geladen hatte. Danach kam nix mehr.
Meyerhöfer, dessen Arbeitspapier mit dem Zweitliga-Abstieg an Gültigkeit verlor: „Natürlich musste ich damit rechnen, dass es nach meinem durchwachsenen Jahr in Münster nicht erneuert wird. Damit habe kein Problem. Ich hätte allerdings schon erwartet, dass mir das dann auch klar mitgeteilt wird. Damit ich weiß, woran ich bin…“

Zwei Preußen-Abgänger! Während Offensiv-Dribbler Oliver Batista-Meier (l.) zum SC Paderborn wechselt, ist Rechtsverteidiger Marco Meyerhöfer (r.) noch auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber
Foto: Hendrik Gräfenkämper/Jan Huebner
Interessant allerdings: Durch den Wechsel von Jano ter Horst (24/Marktwert: 1,2 Millionen Euro) zum Bundesliga-Neuling SC Paderborn (BILD berichtete) und Meyerhöfers Vertragsende verfügen die „Adlerträger“ aktuell über keinen echten Rechtsverteidiger im Kader. Zudem hat Pascal Fallmann (22) von Erzgebirge Aue, der Berichten zufolge als Wunschkandidat für diese Position galt, inzwischen bei Drittliga-Konkurrent Viktoria Köln unterschrieben.
Steht somit vielleicht doch noch ein Hintertürchen offen? Darauf spekuliert Meyerhöfer nicht. Stattdessen plant er mit Ehefrau Katharina, die noch bis Ende Juli ihren Job in einem Münsteraner Hotel ausübt, den Neustart. Wo auch immer. „Ich kann mir vieles vorstellen. Da wir bislang keine Kinder haben, sind wir frei in unserer Entscheidung. 2. Liga, 3. Liga oder auch Anfragen aus dem Ausland – ich würde mir alles anhören.“

Marco Meyerhöfer hatte immer mal mit leichteren Verletzungen zu kämpfen. Gleich beim Saisonstart musste er mit muskulären Problemen passen
Foto: picture alliance/firo Sportphoto
Noch aber ruht still der See. Meyerhöfer (19 Liga-Einsätze für Preußen) trägt‘s mit Fassung und Geduld: „Im Vorjahr bin ich auch erst im Juli in Münster gelandet. Manchmal muss man eben etwas länger warten, um sich dann ganz schnell zu entscheiden.“
Auf jeden Fall will er darauf vorbereitet sein. Seit der Defensiv-Routinier (26 Erstliga- und 134 Zweitliga-Spiele für die Spielvereinigung Greuther Fürth und Preußen) zurück aus dem Sommerurlaub in Tokyo und Dubai ist, hält er sich unter der Woche in seiner Heimat Frankfurt fit. Täglich mehrere Stunden mit einem Personalcoach. Samstag und Sonntag verbringt er dann bei seiner Katharina in der gemeinsamen Wohnung in Münster. Um noch ein wenig die schöne Stadt zu genießen. Meyerhöfer unterstreicht: „Wir haben uns hier wirklich sehr wohlgefühlt, wären echt gerne geblieben.“
Warum es sportlich nicht wie erhofft gepasst hat, erklärt der Abwehr-Profi (Marktwert: 400.000 Euro) so: „Zum einen hatte ich die eine oder andere leichte Verletzung, noch dazu zu denkbar ungünstigen Zeitpunkten. Etwa direkt zum Saison-Auftakt. Darüberhinaus hat Jano ter Horst eine konstant starke Leistung abgerufen, die auch ich anerkennen musste.“

Weil sein Vertrag nur für die 2. Liga galt, ist für Marco Meyerhöfer (r.), hier mit Physio Kira Loose (l./verlässt ebenfalls die Preußen), nach dem Abstieg in Münster schon wieder Feierabend
Foto: Jan Fromme/firo Sportphoto
Genauso ehrlich ist Meyerhöfer in Bezug auf Preußens Abstieg: „Unter dem Strich war der absolut verdient,“ findet er, „wir besaßen sicherlich die nötige Qualität, haben sie aber nicht oft genug auf den Platz gebracht. Nach wie vor bin ich von Ex-Trainer Alexander Ende und seiner Spielidee überzeugt. Und ziemlich traurig, dass sie nicht funktioniert hat. Wer aber aus den letzten 19 Spielen nur einen einzigen Sieg holt, kann keine Ansprüche stellen. Das hat dann auch nichts mehr mit Pech zu tun.“
Klare Worte zum Abschied…