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München – Das Chaos bei 1860 München hat kein Ende. Wie BILD erfuhr, läuft mal wieder eine Frist ab. Am Dienstag um 18 Uhr ist Deadline. Bis dahin müssen sich die beiden Gesellschafter über die Zukunft der KGaA einig sein – sonst wird der Insolvenzantrag beim Amtsgericht in München eingereicht.

Für den Fortbestand der ausgelagerten Fußballfirma werden nach BILD-Informationen rund 7,5 Millionen angesetzt. Kommt dieses Geld nicht, ist die Firma nicht mehr liquide und geht in die Insolvenz. Was kommt dann auf die Löwen zu? Das Amtsgericht bestellt kurzfristig (meist binnen 24 Stunden nach Antrag) einen Insolvenzverwalter. Ab diesem Moment läuft alles über dessen Tisch. Seine höchste Priorität: das Unternehmen am Leben zu halten. Und dann wird es richtig spannend.

Der Insolvenzverwalter macht Kassensturz, schaut, wer Ansprüche gegenüber der Gesellschaft hat. Neben den Käufern der Dauerkarten (8000 Stück, rund 4 Millionen Euro) steht u.a. auch noch ein Verein aus Norwegen auf der Liste.

So feierte Christian Gytkjaer (damals 26) die norwegische Meisterschaft mit Trondheim

So feierte Christian Gytkjaer (damals 26) die norwegische Meisterschaft mit Trondheim

Foto: instagram.com/cgytkjaer

Im Winter 2017 holte 1860, damals noch Zweitligist mit Aufstiegsambitionen in die Bundesliga, Christian Gytkjaer (36/aktuell SSC Bari) von Rosenborg Trondheim. Die Ablöse des ehemaligen dänischen Nationalspielers (rund 2,25 Millionen Euro) floss aber nie ganz an Trondheim – am Ende der Saison stiegen die Löwen nämlich nicht auf, sondern ab. Der Stürmer, der vor allem durch ein Nacktfoto in Erinnerung geblieben ist, machte damals in 18 Spielen 2 Tore und ein Eigentor (1:0-Pleite gegen Kaiserslautern).

Die Szenarien einer Insolvenz

Szenario 1: Der unabhängige Insolvenzverwalter wird Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik (48) kontaktieren und nachfragen, ob er gewillt ist, mit einer Geldeinlage die KGaA weiter zu unterstützen. Seine Bereitschaft dafür hat Ismaik bereits signalisiert, aber unter bestimmten Bedingungen. Diese soll der Verein bisher nicht akzeptiert haben. Folge: Die Ausschlussfrist beim DFB für die Drittligalizenz wurde gerissen – Zwangsabstieg!
Jetzt würde aber der Insolvenzverwalter über etwaige Bedingungen entscheiden und darüber, ob diese Verbands-rechtlich konform sind. Im Sinne der Sanierung hat der Verwalter Sonderrechte und kann sich auch über Zustimmungspflichten hinwegsetzen. Einigt man sich, obliegt es dem Verwalter, den Mitgesellschafter (e.V.) anzuweisen, der KGaA das Spielrecht, das aktuell beim e.V. liegt, zu übertragen. Die KGaA wäre gerettet und könnte in der 4. Liga gemeinsam mit Ismaik antreten.

Szenario 2: Der Insolvenzverwalter fordert das Geld beim Verein an. Am Wochenende machte der e.V. Ismaik ein Angebot über 5 Millionen für seine Anteile. Dieses Geld könnte zum Fortbestand der KGaA eingefordert werden. An der Anteilsverteilung würde sich dann aber nichts ändern – und weiter rund 2,5 Millionen würden fehlen.

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Szenario 3: Der Insolvenzverwalter sucht Investoren, könnte dabei die Gesellschafter dazu bringen, ihre Anteile zur Verfügung zu stellen. Beispiel Borussia Dortmund: Dort hält der Verein nur noch 5,9 Prozent. Stimmberechtigt greift aber die 50+1-Regel: 49 Prozent bei den Investoren, 51 hält der Verein.

Szenario 4: Scheitert eine Sanierung gänzlich, wird die KGaA liquidiert (aufgelöst), die Angestellten bekommen drei Monate lang Insolvenzgeld, die Gläubiger werden bedient. In die Insolvenzmasse fallen dann auch die Millionen der Dauerkarten-Besitzer, die wohl nur einen Bruchteil rückerstattet bekämen.

Von einem geregelten Fußballbetrieb spricht bei 1860 aktuell niemand. Denn: Weiter ist nicht klar, ob Ismaik gegen die Gründung einer neuen Fußballgesellschaft, für die sich der Verein am Sonntag auf der Mitgliederversammlung die Dreiviertelmehrheit eingeholt hat, vorgehen wird. Vorwurf: böswilliges Handeln …