TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Rust (Baden-Württemberg) – In einem Erlebnisbad in Rust soll ein Mann (24) am Samstagnachmittag zwei minderjährige Mädchen während ihres Aufenthalts in einem Schwimmbecken unsittlich berührt haben. Die Tat soll zwischen 16.30 Uhr und 17 Uhr passiert sein. Die beiden Kinder wandten sich laut Polizei dann an eine erziehungsberechtigte Person, die wiederum Mitarbeiter des Bades informierte. Die Polizei wurde hinzugezogen, konnte den 24-Jährigen als Tatverdächtigen identifizieren.
Er wurde mit auf ein Polizeirevier genommen, seine Personalien wurden aufgenommen. Die weiteren Ermittlungen werden von der Kriminalpolizei geführt. Unter anderem werden die im Bad vorhandenen Videoaufzeichnungen ausgewertet. Die beiden betroffenen Mädchen blieben unverletzt. Laut „Schwarzwälder Boten“ handelt es sich bei dem Erlebnisbad um das „Rulantica“, das zum bekannten Europapark Rust (Baden-Württemberg) gehört.
Gegenüber BILD erklärte das Erlebnisbad am Montagabend: „Wir bedauern den Vorfall sehr. Durch das schnelle und umsichtige Handeln der Mitarbeiter von ,Rulantica‘ und der Polizei konnte ein Tatverdächtiger identifiziert werden. Wir bitten um Verständnis, dass wir aufgrund laufender Ermittlungen keine weiteren Angaben machen können.“

Das Erlebnisbad „Rulantica“ wurde 2019 eröffnet
Foto: Fredrik von Erichsen/BILD
Erinnerungen an das vergangenen Jahr
Der jetzige Vorfall in dem Erlebnisbad weckt die Erinnerungen an das Verschwinden eines 6-jährigen Mädchens aus dem Europapark am 9. August des vergangenen Jahres. Damals lockte der 31-jährige Rumäne Adrian V. das Kind am Abend aus dem Erlebnisbad, entführte es von dem riesigen Europapark-Gelände und missbrauchte es anschließend in einem Maisfeld.
Das Mädchen wurde erst zwei Stunden nach Adrian V.s Verschwinden verängstigt und in Badebekleidung im fünf Kilometer entfernten Kappel-Grafenhausen entdeckt. Die Sechsjährige war mit Schürfwunden durch einen Wald und über Felder geirrt, ehe ein Lkw-Fahrer auf sie aufmerksam wurde.
Adrian V. setzte sich anschließend nach Rumänien ab. Dort wurde er sechs Tage nach der Tat in seinem Heimatort Lugasu de Jos im rumänisch-ungarischen Grenzgebiet festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert. Anfang März verurteilte das Landgericht Freiburg den Pädokriminellen zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten.