Stand: 22.06.2026 20:30 Uhr

Bundesverkehrsminister Schnieder war am Montag mit seiner dänischen Amtskollegin Munk und SHs Verkehrsminister Madsen auf der Tunnelbaustelle unterwegs. Der Tunnel habe große Bedeutung für die EU, sagte Minister Schnieder.

von Anne Passow

Im Oktober soll geklärt werden, wie es mit dem Bau des Fehmarnbelttunnels weitergeht – das hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) am Montagvormittag bei seinem Besuch auf der Baustelle in Puttgarden auf Fehmarn (Kreis Ostholstein) gesagt. „Ich gehe davon aus, dass wir uns im Oktober etwa wieder auf Regierungsseite zusammentun werden, um dann klar zu kommunizieren, wie der weitere Ablauf auch und gerade in zeitlicher Hinsicht aussehen wird.“

Zeitplan immer wieder verschoben

Immer wieder hatte sich der Zeitplan für den Bau des Tunnels und auch der für die sogenannte Hinterlandanbindung auf deutscher Seite verschoben. Neueste Schätzungen gehen davon aus, dass der gesamte Tunnel nicht vor 2031 fertig sein wird, die Freigabe für die Zugstrecke könnte noch später kommen.

Tunnelportal auf deutscher Seite soll dieses Jahr fertig werden

Das Tunnelportal auf deutscher Seite sei aber schon zu mehr als 90 Prozent fertig, sagte Denise Juchem von der dänischen Projektgesellschaft Femern A/S am Montag. „Fertig werden soll es noch in diesem Jahr“, sagte sie. Aktuell werden laut Juchem noch drei Decken betoniert. „Man fängt aber jetzt auch schon an mit den vorbereitenden Arbeiten für den Innenausbau“, sagte sie. So sollen jetzt Brandschutzplatten angebracht werden.

Das wird viel für den Tourismus, für den kulturellen Austausch, aber natürlich auch für die Wirtschaft bedeuten.

SHs Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen

Dänische Ministerin: Tunnel wichtig für Verkehrswende

Der Fehmarnbelttunnel habe als „transeuropäischer Korridor“ eine große Bedeutung für Skandinavien und die EU, sagte Minister Schnieder auf dem Termin in Puttgarden. „Heute machen wir den Anfang einer intensiven Kommunikation, die wir auf Ministereben führen“, sagte er. Auch die dänische Verkehrsministerin Signe Munk und der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) waren vor Ort. Laut Munk sei der Bau des Tunnels auch wichtig für die Verkehrswende, weil er die Reisezeit zwischen Dänemark und Deutschland deutlich verkürze.

Die deutsche und dänische Regierungen haben viel harte Arbeit in das Projekt gesteckt – und die Wichtigkeit betont. Und wir werden es durchziehen, auch wenn es Schwierigkeiten gibt.

Signe Munk, Verkehrsministerin von Dänemark

Besuch auch in Dänemark

Minister Madsen bewertete es als ein „starkes Signal für die Region“, dass der Bundesverkehrsminister gekommen sei. Der Tunnel biete „fantastische Chancen“ für den Tourismus, den kulturellen Austausch zwischen beiden Ländern und für die Wirtschaft, so Madsen. Ihm ist vor allem wichtig, dass es schnell geht und die Belastungen für die Bevölkerung so gering wie möglich bleiben.

Nach dem Besuch in Puttgarden fuhren die Minister mit der Fähre auf die dänische Seite. Dort wollten sie untere anderem auch darüber sprechen, wie die Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden können.

Fehmarnbeltquerung: Welche Bauprojekte gehören dazu?

Fehmarnbelt‑Tunnel / Fehmarnbelt-Querung:

  • Rund 18 Kilometer langer Tunnel zwischen Fehmarn und Lolland in Dänemark mit vierspuriger Autobahn und zweigleisiger, elektrifizierter Bahn / zuständig: dänische Projektgesellschaft Femern A/S

Hinterlandanbindung:

  • Vierspuriger Ausbau der B207 auf 16,3 Kilometern zwischen AS Heiligenhafen-Ost – AS Puttgarden / zuständig: DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH)
  • Zweigleisiger Ausbau und Elektrifizierung der Bahnstrecke Lübeck-Puttgarden auf etwa 88 Kilometern zur Hochgeschwindigkeitsstrecke auf der Züge bis zu 200 Kilometern pro Stunde fahren können, 55 Kilometer sind Neubau, 33 Kilometer laufen auf bestehenden Trassen / zuständig: DB InfraGO AG
  • Neuer Fehmarnsund-Tunnel / Fehmarnsund-Querung zwischen Fehmarn und dem Festland soll knapp zwei Kilometer lang werden, geplant sind vier Fahrstreifen und zwei Eisenbahngleise; der Tunnel soll die Fehmarnsund-Brücke entlasten, die soll für regionalen Verkehr bestehen bleiben / zuständig: DB InfraGO AG

Bau verzögert sich immer wieder

Das erste von insgesamt 89 Tunnelelementen wurde Anfang Mai zwischen Deutschland und Dänemark abgesenkt. Mit 18 Kilometern soll zwischen Fehmarn und Dänemark der längste Absenktunnel der Welt entstehen. Die Fahrtzeit durch den Tunnel soll mit dem Auto nur zehn Minuten, mit dem Zug sieben Minuten von Fehmarn nach Dänemark dauern. Er soll, nach neuesten Informationen, nicht vor 2031 fertig werden. Ursprünglich war von 2029 die Rede gewesen. Geplant ist derzeit erst eine Freigabe für Autos, später dann für Züge. Die Kosten werden auf zwischen sieben und acht Milliarden Euro geschätzt.

Das Mega-Bauprojekt hakt vor allem auf deutscher Seite. Die geplante Schienenanbindung an den Belt-Tunnel von Lübeck nach Puttgarden wird nach neuesten Informationen frühestens 2023 fertig – und deutlich teuer als geplant. Die Kosten liegen laut Bundesrechnungshof voraussichtlich bei 10,7 Milliarden Euro. Im November war noch von 8,1 Milliarden Euro die Rede gewesen. Als Gründe für die Teuerung führt das Bundesverkehrsministerium die Inflation und die angespannte Lage in der Baubranche an. Hinzu käme der Bau des ursprünglich gar nicht geplanten Fehmarnsund-Tunnels.

Die Straßenverbindung auf deutscher Seite könnte laut DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) schon 2028 fertig werden.

Ein Regionalzug fährt in einem Bahnhof ein

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Bahngleise der Hinterlandanbindung auf Fehmarn.

Ein interner Vermerk des Bundesrechnungshofs zeigt: Die Hinterlandanbindung zum Fehmarnbelt-Tunnel wird deutlich teurer.

Hotel und Ferienort am Südstrand von Fehmarn im Abendrot

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Bauarbeiten auf der deutschen Baustelle des Fehmarnbelt-Tunnels bei Puttgarden.

Die Eröffnung der Fehmarnbeltquerung verschiebt sich somit. Die Absenkung der Tunnelelemente ist laut Bauträger schwieriger als geplant.

Die Tunnelbaustelle der Fehmarnbeltquerung.

Es wird der längste Absenktunnel der Welt auf der größten Baustelle Europas. Besuch auf deutscher und dänischer Seite.

Bahngleise der Hinterlandanbindung auf Fehmarn.

Das Bauvorhaben am Fehmarnsund entspricht nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts den gesetzlichen Vorgaben.

Der im Bau befindliche Fehmarnbelt-Tunnel

Der Podcast des Hamburger Hafenkonzerts war auf der Baustelle des Fehmarnbelt-Tunnels zu Gast und berichtet über den Stand der Arbeiten.