Der Stadt stehen gleich mehrere heiße Tage und Nächte bevor. Bereits seit Donnerstag halten im Stadtgebiet tagsüber Temperaturen von jenseits der 30 Grad an. Diese Hitzewelle soll dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge aber noch bis Anfang kommender Woche dauern – und damit im Bereich historischer Ausmaße liegen.
Von einer „Hitzewelle“ sprechen Meteorologen dann, wenn sich gleich mehrere heiße Tage mit Temperaturen von mindestens 30 Grad aneinanderreihen. Eine solche Periode hatte es in Düsseldorf zuletzt im August 2020 gegeben, damals waren es zehn Tage am Stück. Sogar noch einen Tag länger in einem solchen Ausmaß heiß war es im August 2003 (damals waren es insgesamt elf Tage). Sollte die derzeitige Wetterlage also mindestens noch bis einschließlich kommenden Montag anhalten, dürften diese historischen Marken eingestellt werden.
Viele dürften sich auch noch an den Hitze- und Dürresommer 2018 erinnern, der im Juli und August ebenfalls von hohen Temperaturen gezeichnet war – dabei jedoch immer wieder von „kühleren Tagen“ (gemeint sind Temperaturen unter 30 Grad) unterbrochen worden war. Absoluter Rekordhalter in der Düsseldorfer Wettermessung bleibt aber noch immer der Sommer 1976. Ganze 15 Tage hintereinander (24. Juni bis 8. Juli) wurde damals die 30-Grad-Marke am Thermometer der Messstation (die damals noch am Südfriedhof lag) geknackt.
Ein Rekord könnte in den kommenden Tagen in Düsseldorf dennoch fallen. So steuert die Hitzewelle mit 37 bis 39 Grad am Freitag und Samstag wohl auf ihren Höhepunkt zu. Auch Mittwoch soll es bereits ähnlich heiß werden. Damit wäre ein neuer Höchstwert für den Monat Juni im Düsseldorfer Stadtgebiet erreicht, sagt der DWD-Meteorologe sagt Thomas Kesseler-Lauterkorn. Bislang liegt dieser noch bei 36,8 Grad, gemessen am 25. Juni 2019. „Dieses Jahr sind wir schon sehr früh dran, was die absolute Hitze angeht. Und der meteorologische Sommer hat ja gerade erst begonnen.“ Normalerweise würden solche Werte erst Mitte Juli bis August eintreten. Und auch mit einem weiteren Extrem sei zu rechnen, so der Wetterexperte. Denn auch die kommenden Nächte dürften tropisch werden. „In der zweiten Wochenhälfte werden die Temperaturen nachts nicht unter 20 Grad fallen.“
Auch der Düsseldorfer Hobby-Meteorologe Jens Strucks, genannt der „Wetterstrucksi“, schaut täglich auf Daten und Berechnungen verschiedener Wettermodelle, die er über die sozialen Medien zusammengefasst ausgibt – verbunden mit Empfehlungen, wie man sich am besten bei solchen Temperaturen verhält. Er führt noch die Luftfeuchtigkeit als zusätzliche Belastung an, die viele Menschen als drückend empfinden dürften. „Wir werden in den kommenden Tagen durchaus tropische Verhältnisse bekommen“, sagt er. Sein Ratschlag: Körperliche Aktivitäten in dieser Woche nur in die Morgenstunden legen und mittags sich möglichst im Inneren oder an schattigen Plätzen aufhalten. „Zwischen 12 und 14 Uhr ist die Sonneneinstrahlung am stärksten.“ Die größte Hitze spüre man hingegen am späten Nachmittag, etwa zwischen 16 und 18 Uhr. Dann strahle die Sonne noch immer kraftvoll, sodass die Luft kaum abkühlt – sondern eher von den Fassaden noch erwärmt wird, in denen sich die Hitze des Tages speichert.
Wohl dem also, der bereits eine Klimaanlage oder einen Ventilator zu Hause hat. Beim Elektronik-Fachhändler Coolblue an der Schadowstraße waren diese am Montag beispielsweise fast ausverkauft. Nur noch wenige, darunter meist höherpreisige Geräte, hatte der Händler in seiner Filiale vor Ort auf Lager. Und auch bei Saturn im Sevens an der Königsallee verzeichnete man eine starke Nachfrage, bestätigte eine Verkäuferin. Das Sortiment sei entsprechend aufgestockt worden.
Wer bei der Hitze trotzdem in der Stadt unterwegs sein muss, dem hilft vielleicht ein Blick auf Düsseldorfs „Karte der kühlen Orte“. Unter www.duesseldorf.de/kuehle-orte sind dort die Orte in der Stadt aufgezeichnet, die im Innen- und Außenbereich niedrigere Temperaturen vorweisen. Beispiele sind etwa das KIT am Mannesmannufer, das Filmmuseum, der klimatisierte Klosterhof im Maxhaus oder Alt St. Martin in Bilk.