Nachdem ihm in seiner Debütsaison in der Premier League der erwartete Durchbruch nicht gelungen war, hat der junge Torjäger nun offizielle Anfragen von zwei deutschen Schwergewichten ausgelöst: Hoffenheim und RB Leipzig haben sich offiziell mit dem englischen Klub an den Verhandlungstisch gesetzt. Wie die Führung im Goodison Park diesen Knoten in der Offensive löst, dürfte eines der größten taktischen Schachspiele des Sommer-Transferfensters werden.

Unzufriedenheit auf dem taktischen Brett: Plant Everton einen Verkauf?

Hinter verschlossenen Türen bei Everton analysieren Vorstand und Trainerstab intensiv die langfristige Zukunft von Thierno Barry im Kader. Der französische Angreifer kam im Juli 2025 zum Klub und absolvierte in der Saison 2025/2026 alle 38 Premier-League-Spiele, in denen er acht Tore erzielte. Auf dem Papier liest sich seine Statistik nicht völlig schlecht, dennoch konnte er den technischen Stab und die Vereinsführung nicht vollständig überzeugen. Weil er zeitweise Schwierigkeiten hatte, sich an das harte körperliche Tempo der Premier League anzupassen, und wegen seiner Chancenverwertung im Strafraum stark kritisiert wurde, ist sein Platz in der Kaderhierarchie ernsthaft infrage gestellt.

Evertons Vorstand, der strikte finanzielle Disziplin wahren und einen strukturellen Umbau des Kaders einleiten will, betrachtet Barry nicht als völlig „unantastbar“. Im Gegenteil: Die fehlende uneingeschränkte Zufriedenheit des Klubs mit seinen Leistungen hat für Interessenten aus der Bundesliga ein großes Zeitfenster geöffnet. Zwar nimmt der englische Klub auf dem Papier wegen des langfristigen Vertrags des Spielers bis Juni 2029 eine defensive Haltung ein, doch es gibt Anzeichen dafür, dass Everton einem Verkauf grünes Licht geben würde, falls das passende finanzielle Paket eingeht.

Finanzielle Hürden und Bewertungsmarken

Da sein aktueller Marktwert laut Transfermarkt stabil bei 30 Millionen Euro liegt und damit genau der Summe entspricht, die Everton im vergangenen Sommer an Villarreal zahlte, hat der englische Klub nicht die Absicht, bei seiner Investition einen finanziellen Verlust hinzunehmen. Die Finanzabteilung des Vereins pocht auf eine Ablösesumme, die die an Villarreal gezahlten 30 Millionen Euro vollständig abdeckt. Hinter verschlossenen Türen eröffnet Everton die Verhandlungen bei einer Marke von 35 bis 40 Millionen Euro und ist bereit, Angebote in diesem Bereich zu prüfen, um Spielraum bei den Gehältern zu schaffen und frische Liquidität in die Kassen zu bringen.

Eine Einigung zwischen den Klubs ist jedoch nicht die einzige Hürde, die einen Transfer erschwert. Der langfristige Vertrag des Spielers und das Gehaltspaket, das er derzeit in der Premier League erhält, könnten die Transferbudgets potenzieller Käufer erheblich belasten. Barry, der acht Einsätze und ein Tor für die französische U21-Nationalmannschaft vorweisen kann, soll laut Stimmen aus seinem Umfeld verlangen, dass seine aktuelle Gehaltsstruktur für einen Wechsel in die Bundesliga mindestens übernommen oder sogar verbessert wird.

Die Bundesliga drückt: Leipzig und Hoffenheim im direkten Duell

Zwei unterschiedliche Schwergewichte führen derzeit das Pressing in diesem Transferrennen an. RB Leipzig verfolgt die Situation besonders intensiv, weil der Klub einen dynamischen, athletischen Mittelstürmer mit großem Entwicklungspotenzial in seine Angriffsrotation integrieren will. Leipzigs Scouting-Netzwerk hat frühere Berichte über Barry aus seiner Zeit in den französischen Juniorennationalmannschaften wieder auf den technischen Tisch gelegt. Die direkte Spielweise und das explosive Tempo des Stürmers versprechen eine nahezu lehrbuchhafte Passform für den umschaltlastigen taktischen Plan des deutschen Klubs. Um Evertons gemischte Haltung gegenüber dem Spieler auszunutzen, entwirft Leipzig ein erstes Angebot, das aus einer Leihe mit Kaufoption oder einem stark strukturierten, langfristigen Zahlungsplan mit leistungsabhängigen Bonuszahlungen bestehen könnte.

Auf der anderen Seite agiert Hoffenheim mit einem ruhigen, unauffälligen Vorstoß. Die Kraichgauer planen einen größeren Generationenwechsel in ihrer Offensive und wollen den Spieler mit der Aussicht auf einen garantierten Platz in der Startelf sowie der Rolle als zentrale Figur ihres neuen Projekts überzeugen.