Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Neue Angriffe auf die Krim: Großteil der Halbinsel wohl ohne Strom
Aktualisiert am 23.06.2026 – 09:45 UhrLesedauer: 9 Min.
Angriff auf Heizkraftwerk bei Kertsch auf der Krim: Dieses Videostandbild soll den Brand nach der Attacke zeigen. (Quelle: Telegram /Crimeanwind)
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Die Ukraine nimmt offenbar erneut die Krim ins Visier. Andrij Melnyk spricht sich für Gespräche mit Russland aus. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Russland: Könnte bald Gefangenenaustausch mit Ukraine geben
Nach russischen Angaben könnte es bald einen weiteren Austausch von Kriegsgefangenen mit der Ukraine geben. Das meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa. Beide Seiten haben bereits mehrfach Gefangene ausgetauscht.
Treibstoffkrise in Russland weitet sich aus
Russlands Energie- und Logistiknetz gerät unter Druck, die Versorgung in vielen Landesteilen stockt. Behörden und Konzerne greifen zu Rationierungen an den Zapfsäulen. Mehr dazu lesen Sie hier.
Russland verlegt Abwehrsystem offenbar von der Front nach Moskau
Ukrainische Drohnenangriffe bringen Moskau in Bedrängnis. Nun verlegt Russland offenbar Abwehrsysteme von der Front in die Hauptstadt. Mehr dazu lesen Sie hier.
Ukraine attackiert offenbar erneut die Krim – Hälfte der Halbinsel ohne Strom
Die Ukraine hat Medienberichten zufolge erneut strategisch wichtige Objekte in der russischen Schwarzmeerregion Krasnodar und auf der von Moskau annektierten Halbinsel Krim angegriffen. Getroffen worden seien dabei auch ein Ölterminal und ein Öldepot nahe der Großstadt Kertsch im Osten der Krim, berichtete das Internetportal „Ukrajinska Prawda“. Der Sender RBC berichtet unter Berufung auf Telegramkanäle, dass das Depot zu einem Heizkraftwerk gehöre. Infolge der Angriffe sei die halbe Krim ohne Strom, betroffen seien unter anderem Dschankoj und Jewpatorija.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Meerenge wurde demnach mit dem Hafen Kawkas im Gebiet Krasnodar ebenfalls eine schon früher attackierte Anlage erneut unter Beschuss genommen.
Offiziell gibt es bislang keine Bestätigung für die Angriffe. Das russische Verteidigungsministerium meldete lediglich den Abschuss von insgesamt 143 ukrainischen Drohnen, ohne Angaben zu den Folgen zu machen. In sozialen Netzwerken kursierende Bilder und Videos zeigen Explosionen und Feuer in der Nacht und dunkle Rauchwolken am Morgen. Die Flughäfen von Krasnodar und Sotschi waren stundenlang für den Flugverkehr gesperrt.
Melnyk will mit Russland reden – aber spricht eine Warnung aus
Andrij Melnyk, Ständiger Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen, zeigt sich bereit, mit Russland zu sprechen. So habe sich die Dynamik im vergangenen Monat deutlich geändert und Russland habe erkannt, dass es den Krieg nicht gewinnen könne, sagt er in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats.
Man sei bereit, zu verhandeln, um einen gerechten und dauerhaften Frieden im Einklang mit der UN-Charta zu erreichen, sagte Melnyk, der früher ukrainischer Botschafter in Deutschland war. Allerdings sei die Geduld der Ukraine „nicht unbegrenzt“. „Ich kann nicht ausschließen, dass die Ukraine ihre Position überdenkt und ihr Angebot ändert.“

