
Stand: 23.06.2026 10:54 Uhr
Die Stadt Hannover will bis zu eine Million Euro für das marode Ihme-Zentrum bereitstellen. Mit dem Geld soll gegen die hohe Grundschuld geklagt werden, die auf dem Gebäudekomplex lastet.
Das Ihme-Zentrum im Stadtteil Linden wird immer baufälliger – und die hohen Schulden blockieren die Suche nach einem neuen Investor. Die Firma des letzten Investors Lars Windhorst ist seit 2023 insolvent, damit finden keine Zahlungen mehr statt. Doch kein anderer will in den Gebäudekomplex investieren, da darauf eine Grundschuld in Höhe von 290 Millionen Euro lastet. Mit dem Millionen-Kredit will die Stadt gegensteuern: Der Insolvenzverwalter des Ihme-Zentrums soll damit vor Gericht gegen die hohe Grundschuld klagen, die die Stadt für unrechtmäßig hält.
Onay: „Buchhalterische Taschenspielertricks“
Investor Windhorst hatte die Schulden für zwei Firmen des Hamburger Unternehmers Ulrich Marseille auf das Ihme-Zentrum eintragen lassen. „Eine Grundschuld in Höhe von 290 Millionen Euro ist absurd und nur mit buchhalterischen Taschenspielertricks zwischen Ulrich Marseille und Lars Windhorst zu erklären“, sagte Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne). Die Stadt werde sich den Interessen dieser Finanz-Jongleure nicht unterwerfen.
Stadt glaubt an Erfolg der Klage
„Die immens hohe Grundschuld wirkt wie ein Totalstopp für das Ihme-Zentrum, da sie massiv über dem Verkehrswert des gesamten Objektes liegt“, sagte Hannovers Kämmerer und Erster Stadtrat Axel von der Ohe (SPD). Eine erfolgreichen Anfechtung könne den Weg für einen neuen Eigentümer ebnen – und damit die ersehnte Perspektive für das Ihme-Zentrum bringen. „Die Chancen, die sich aus diesem Vorgehen ergeben, rechtfertigen diese Investition“, so von der Ohe. Der Rat soll am Donnerstag über den Millionen-Kredit entscheiden.

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