Das Wetter, das Ambiente und insbesondere die musikalischen Hauptdarsteller passten und verschafften den zahlreichen Zuhörer einen sonnigen und beschwingten Jazz-Mittag in Kipshoven. Der Kulturförderverein Opus 512 hatte in den Biergarten des Restaurants Esser eingeladen und präsentierte mit der New Orleans Jazzband of Cologne eine siebenköpfige Truppe, die mit ihrer vom New-Orleans-Stil geprägten Musik nicht nur angenehm unterhielt, sondern auch überzeugte.

„Hier ist man richtig“, meinte Heinrich Heinen im Namen von Opus 512 zu den Gästen, die sich unter Sonnenschirmen und im Schutz Schatten spendender Büsche niedergelassen hatten. Er kündigte ihnen den Auftritt einer Band mit vielen bekannten Musikern an, die teilweise auch schon in anderen Formationen bei Opus-Konzerten aktiv gewesen waren, und er lud ein zu einem Konzert, bei dem man die Alltagssorgen und Wirren der unruhigen Zeiten einmal beiseiteschieben konnte. In der Tat sorgte die Jazzband mit beschwingten Melodien für gute Laune. Der unvergleichliche Sound aus der Wiege des Jazz mit spanischen, französischen und vornehmlich lateinamerikanischen Wurzeln zog die Zuhörer in den Bann und veranlasste sie immer wieder zu Beifall sogar während der einzelnen Stücke. Abwechslungsreich mit Dixieland-Sound, Blues oder sogar französisch anmutendem Chanson präsentierte sich die Jazzband, die 1957 gegründet worden war. „Der Band geht es immer um den gemeinsamen Erfolg und die kollektive Freude am traditionellen New Orleans Jazz“, hatte Heinen verkündet. „Sie überzeugt durch die unübersehbare Spielfreude und das respektvolle Miteinander.“

Davon konnten die mitgehenden Zuhörer gar nicht genug bekommen. Besonders die ideenreichen Bläsersoli sorgten für Begeisterung. Auch stimmten die Besucher dem Schlagzeuger Reinhard Küpper zu, der in Anbetracht der lockeren Atmosphäre und der großen Hitze meinte: „Hier ist es fast wie in New Orleans.“ Er muss es eigentlich wissen, immerhin ist er wie alle Bandmitglieder Ehrenbürger der Stadt am Golf von Mexiko. Zudem gastierte die Band schon mehrfach bei Festivals und Konzerten in New Orleans.

Mit ihm musizierten Christoph Schneichel an der Trompete, Klarinettist und Saxofonist Matthias Seuffert, Hans-Martin Schöning mit Banjo und Gitarre, und Georg Derks am Piano sowie „aus dem Land des zukünftigen Fußballweltmeisters, der Niederlande“, wie Küpper voller Überzeugung meinte, Bart Brouwer mit der Posaune und Paul Brandes am Bass.

Nach einer schweißtreibenden Stunde hatten nicht nur die Musiker eine Erfrischungspause verdient. Manch einer träumte sich tatsächlich auf die „Red Sails in the Sunset“, unter anderem von Nat King Cole interpretiert, und hielt es mit dem auch von Louis Armstrong gespielten Chanson von Yves Montand „C’est si bon“. Seinem „Es ist schön“ schloss sich das Publikum gerne an.