Einen passenderen Aufführungsort für Hugo Distlers „Totentanz“ hätte man eigentlich kaum finden können: Der Clara-Schumann-Kammerchor wollte das Werk unter der Leitung von Jean-Philippe Apel im Institut für Rechtsmedizin der Uniklinik Düsseldorf aufführen. Das Konzert am Sonntag, 28. Juni, sollte Teil der von prominenten Gästen unterstützten Chor-Reihe „Musik an ungewöhnlichen Orten“ sein. Doch die Hitze machte den Sängern einen Strich durch die Rechnung. Denn Institutsleiterin Stefanie Ritz schrieb jetzt an den Chorleiter, sie habe erhebliche Bedenken, was ein Konzert im Hörsaal betrifft, da dieser nicht klimatisiert sei und sich extrem aufheize. Immerhin: Die Suche nach einer Alternative währte nicht lange, dank der Hilfe des katholischen Stadtdechanten Frank Heidkamp wird die Aufführung in die Maxkirche, Schulstraße 15, in der Altstadt verlegt.

An dem Konzept soll aber nichts verändert werden: Die Rolle des Todes übernimmt der gebürtige Düsseldorfer Schauspieler Ronald Kukulies, bekannt aus zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen. Er steht im Dialog mit seinen „Tanzpartnern“, deren Partien von Chormitgliedern gesprochen werden. Begleitet wird die Aufführung von Tänzer Felix Grützner, der sich als „Lebenstänzer“ bezeichnet. Zwischen den Szenen spielt die Flötistin Beate Hübert kurze Variationen über das Lied „Es ist ein Schnitter, heißt der Tod“, die Hugo Distler selbst seinem Werk hinzugefügt hat.

Auch der Vortrag von Stefanie Ritz, die Einblicke in die Arbeit ihres Hauses bieten und mit hartnäckigen Mythen rund um die Rechtsmedizin aufräumen will, soll weiterhin Bestandteil der Inszenierung sein.

Das Konzert findet am Sonntag, 28. Juni, um 17 Uhr statt. Der Eintritt ist frei, im Anschluss bittet der Chor um Spenden. Am Samstag vorher, 27. Juni, gibt es um 17 Uhr eine weitere Aufführung – und zwar in der Kirche St. Franziskus in Mönchengladbach-Rheydt. In dieser Kirche gibt es einen großen Totentanz-Fries des bekannten Künstlers und ehemaligen Rektors der Düsseldorfer Kunstakademie, Markus Lüpertz.