
AUDIO: Fall Fabian – Angeklagte wähnte sich auf dem Weg „durch die Hölle“ (1 Min)
Stand: 23.06.2026 15:24 Uhr
Bereits kurz nach dem Fund der Leiche des achtjährigen Fabians aus Güstrow im vergangenen Oktober geriet die im Mordprozess angeklagte Gina H. unter Druck. Sie beklagte damals, „durch die Hölle“ gegangen zu sein.
Die im Mordfall Fabian angeklagte Gina H. hatte kurz nach dem Fund des toten Jungen beklagt, „durch die Hölle gehen zu müssen“. Der Verlust des Kindes sei schlimm genug, aber sie erlebe wegen der Nachforschungen verschiedener Journalisten und der Vorverurteilungen in den sozialen Medien einen „Albtraum“.
Derart schilderte die 30-Jährige dem Vater Fabians, mit dem sie vier Jahre liiert war, ihre Situation zwei Tage nachdem sie der Polizei gemeldet hatte, sie habe Fabian zusammen mit einer Freundin zufällig während eines Spaziergangs an einem Tümpel in Klein Upahl (Landkreis Rostock) entdeckt. Das von den Ermittlern abgehörte Telefonat wurde am Dienstag während des Prozesses gegen Gina H. im Landgericht Rostock abgespielt.
„Zu ehrlich“ um Fund zu verschweigen
Im Nachhinein wünschte sie sich einerseits, den Fund nicht gemeldet zu haben – dann wäre auch kein Shitstorm über sie herein gebrochen. Aber wie sie Fabians Vater sagte, sei sie andererseits halt „zu ehrlich“, um ihre Entdeckung zu verschweigen, zumal ihr wichtig gewesen sei, dass Fabians Vater Gewissheit über das Schicksal seines Sohnes bekommt. Fabians Vater hatte indes von der Polizei vom Tod Fabians erfahren. In dem Telefonat mit Fabians Vater betonte Gina H., sie habe Fabian nichts angetan und „hätte auch keinen Grund dazu“. Für den Nachmittag des 14. Prozesstages erwartet die dritte Strafkammer weitere Zeugen aus dem Kreis der Mordermittler.
Angeklagt wegen heimtückischen Mordes
Der Prozess hat im April begonnen. Die 30-jährige Gina H. war vier Jahre lang die Lebensgefährtin von Fabians Vater. Er hatte sich im August 2025 von ihr getrennt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr heimtückischen Mord vor, sie habe Fabian am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung seiner Mutter in Güstrow gelockt, ihn bei Klein Upahl erstochen und die Leiche angezündet. Die Ermittler vermuten, dass Gina H. glaubte, Fabian stünde ihr bei ihrem Versuch im Wege, Fabians Vater wieder für sich zu gewinnen.

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