Am Rande eines F-Junioren-Fußballturniers bekam Peter Rommerskirchen, Trainer bei der DJK/VfL Giesenkirchen, jetzt vom Vizepräsidenten des DFB Peter Frymuth die Ehrennadel des Verbandes überreicht. Für den 84-jährigen Rommerskirchen war die Auszeichnung etwas Besonderes: Er trainiert immer noch aktiv eine Jugendmannschaft in Giesenkirchen. Die Ehrennadel des DFB gilt als die höchste Auszeichnung für Verdienste um den Fußballsport in Deutschland.
Auszeichnungen hat Rommerskirchen derweil schon einige erhalten: 2005 die Goldene Verdienstnadel des Fußballverbandes Niederrhein (FVN), 2014 die Ehrennadel der Stadt Mönchengladbach und 2023 die Ehrenmitgliedschaft des Vereins. Seit 1954 war er mit einer Unterbrechung von acht Jahren beim SV Holz (1963 bis 1971) bei der DJK aktiv. Zunächst war er Spieler, später bekleidete er dann verschiedene Positionen im Verein. Dass er mal außerhalb von Giesenkirchen spielte, hatte mit seinem damaligen Wohnort Hochneukirch zu tun. Mit dem Hausbau in Giesenkirchen kehrte er dann an den Ort seiner sportlichen Heimat zurück. Er war Gründer der Ü50-Herrenmannschaft der DJK, spielte überwiegend in der zweiten Mannschaft Giesenkirchens und war später als Trainer im Jugendbereich umtriebig.
Für Giesenkirchens Vorsitzenden Ralf Nolden sei Rommerskirchen im Umgang nicht immer einfach. „Aber ihm ging es immer nur um den Verein. Und gerade deshalb halte ich meine schützende Hand über ihn“. Rommerskirchen sagte selbst: Er habe immer frühzeitig vor Dingen gewarnt, die dem Verein nicht dienlich sein könnten. „Erst vor ein paar Jahren habe ich dazu geraten, die Jugendmannschaften nach Jahrgängen aufzuteilen. Damit sollte vermieden werden, dass jüngere Spieler frühzeitig verbrannt werden. Und jetzt wird dies auch umgesetzt“, so der Trainer.
Präsident Frymuth ehrte Rommerskirchen. „Das Pflichtbewusstsein steht bei ihm im Vordergrund. Immer, wenn irgendwo jemand gebraucht wurde, hat er sich zur Verfügung gestellt. Nicht nur im Führungsbereich, sondern auch im Jugendbereich“, sagte er in der Laudatio auf den Giesenkirchener. Ein Aspekt sei Rommerskirchen besonders wichtig: „Er will den Kindern nicht nur das Fußballspielen beibringen, er will die Botschaft zum Bewegen übermitteln“, erklärte Frymuth.
Rommerskirchen selbst sieht sich als Übermittler von gegenseitigem Respekt, einer Eigenschaft, die heute kaum noch Anwendung finde. „Ich erkläre den Kindern, wie Respekt funktioniert. Nicht nur innerhalb des Teams, sondern auch gegenüber den Eltern, Großeltern, Trainern und gegnerischen Spielern. Und sollte es mal Unstimmigkeiten innerhalb der Mannschaft geben, regeln die das meistens unter sich selber. Nur wenn die Situation etwas zerfahren aussieht, erkläre ich anhand von Beispielen das richtige Verhalten“, sagte Rommerskirchen. Das habe bisher immer funktioniert.
Ans Aufhören denkt Rommerskirchen noch lange nicht. „Ich kann zwar nichts mehr an Übungen vormachen, aber auch so lernen sie ganz schnell“, sagte er schmunzelnd. Vielleicht schafft er ja auch den Altersrekord, den einst ein Trainer aus Berlin mit 94 Jahren innehatte.