Cristiano Ronaldo

Stand: 23.06.2026 • 21:38 Uhr

Mit einer großen Ronaldo-Show hat Portugal seinen ersten Sieg bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada eingefahren. Gegen den schwachen Turnier-Neuling Usbekistan gewannen die Iberer ungefährdet mit 5:0 (3:0).

Mit zwei Treffern war Cristiano Ronaldo (6./39.) der Mann des Tages in Houston. In seinem 230. Länderspiel erzielte der 41-Jährige seine Tore 144 und 145. Und mit seinen nun zehn WM-Treffern überholte er in der ewigen Bestenliste Fußball-Legende Eusebio und ist nun Portugals WM-Rekordtorschütze. Zudem ist er der erste Spieler der bei sechs Fußball-Weltmeisterschaften mindestens ein Tor erzielt hat. Das zwischenzeitliche 2:0 erzielte Nuno Mendes (17.). Und nachdem Abdukodir Khusanov mit einem Eigentor (60.) den vierten Treffer beigesteuert hatte, traf schließlich Rafael Leao zum Endstand (87.).

Über allen stand aber der Nationalheld, über den zuletzt viel diskutiert worden war: Ronaldo wurde von den 68.777 überwiegend portugiesischen Fans im WM-Stadion frenetisch gefeiert. Und er lieferte ihnen mit großer Freude seine typische Show.

Riesenshow bei Ronaldos neuntem WM-Tor

Die Portugiesen hatten mit dem Anpfiff ihren Sturmlauf begonnen. Der Schuss von Bruno Fernandes wurde gerade noch über die Latte gelenkt (2.). Zwei Minuten später war Ronaldo noch einen Schritt zu langsam, um die scharfe Hereingabe von Nuno Mendes zu erreichen. Doch dann war es soweit: Mit seinem neunten WM-Tor (6.) wurde der gealterte Superstar zum ersten Spieler, der bei sechs WM-Enrunden getroffen hat.

Rechtsverteidiger João Cancelo vernaschte auf der Seite gleich zwei Gegenspieler. Fünf Meter vor dem Tor war Ronaldo zu Stelle, schoss wuchtig ein – und drehte zum Jubel ab. Die ganze Mannschaft – inklusive der Ersatzspieler – rannte zu ihm, um mit ihm zu feiern. Auch Joao Cancelo, dem mindestens die halbe Ehre gebührte, musste sich den Dank des Stars abholen kommen.

Als sich seine Teamkollegen schließlich entfernt hatten, setzte er zu seinem ikonischen Jubel an. Und als der 41-Jährige, der mit seinem Treffer zum zweitältesten Torschützen der WM-Geschichte aufgestiegen war, nach seinem Luftsprung landete, brüllte das ganze Stadion laut das „Siuuuu“ mit. Die Portugiesen im Stadion, der Großteil mit Ronaldos Sieben auf ihren Trikots, konnten nicht genug von ihrem Star und seiner Show bekommen.

Nuno Mendes trifft mit direktem Freistoß

Und die setzte sich kurz darauf fort. Odiljon Hamrobekov zeigte vor dem eigenen Strafraum große Mängel bei der Ballverarbeitung und brachte dann auch noch Pedro Neto zu Fall. Freistoß aus knapp 17 Metern. Die Usbeken stellten eine große Mauer, die Portugiesen noch eine kleinere davor. Und Ronaldo hatte sich schon mit hochgeschobenen Hosenbeinen in Pose gestellt. Aber er schoss gar nicht, Nuno Mendes überraschte vor allem Keeper Abduvokhid Nematov, der für Utkir Yusupov zwischen die Pfosten gerückt war.

Nuno Mendes überraschte mit seinem Freistoß Torhüter Abduvokhid Nematov.

Sein Linksschuss vorbei an beiden Mauern landete genau im Torwarteck – 2:0 (17.). Und Ronaldo? Der jubelte erst mal für sich. Er tippte sich für seine Idee grinsend an die eigene Stirn, machte sich dann aber doch auf den Weg zur Mannschaft.

VAR kassiert das usbekische 1:2

Die Trinkpause, wieder mit Pfiffen von den Rängen bedacht, sorgte dann einmal mehr für einen Bruch im portugiesischen Spiel. Und plötzlich jubelten die Usbeken. Azizjon Ganiev erzielte mit seinem Hammer aus 20 Metern genau in den Winkel ein richtiges Traumtor (29.). Doch es zählte zu Recht nicht. Abbosbek Fayzullayev hatte zuvor mit einem Tritt gegen das Schienbein von Joao Cancelo erst für dessen Ballverlust gesorgt. Unverständlich, dass Schiedsrichter Jalal Jayed aus Marokko und sein Team für diese Entscheidung die Hilfe des Videoassistenten brauchten.

Ronaldo zu schnell für Usbekistans Abwehr

Und nur zehn Minuten später war das Spiel entschieden. Bruno Fernandes, ob seines Vorlagenrekords gerade zum Spieler des Jahres in der englischen Premier League gewählt, nahm im Mittelfeld Tempo auf – und spielte genau im richtigen Moment zu Ronaldo. Der war deutlich schneller als sein Gegenspieler und traf zum 3:0 genau ins lange Eck (39.).

Cristiano Ronaldo schob den Ball zum 3:0 an Keeper Abduvokhid Nematov vorbei ins Eck.

Fast wäre ihm sogar noch ein dritter Treffer gelungen. Seinen Heber über den Torhüter entschärfte jedoch Abdukodir Khusanov kurz vor der Torlinie (45.+6).

Usbekistan müht sich vergeblich – und erzielt das 0:4 selbst

Es war allerdings nicht so, dass die Portugiesen nichts zugelassen hätten. In der 19. Minute hatte Sherzod Nasrullaev erstmals Diogo Costa im portugiesischen Tor gefordert. Otabek Shukurov mit einem Distanzschuss (44.) und Odiljon Hamrobekov, der gerade noch geblockt wurde (45.+2), meldeten sich vorne zu Wort. Fazyullayev scheiterte kurz nach der Pause einmal am Keeper (52.) und schoss knapp vorbei (55.). Eldor Shomurodov schoss drüber (78.). Usbekistan mühte sich redlich.

Bild mit Symbolcharakter: für die Usbeken um Otabek Shukurov war das Spiel eine große Enttäuschung.

Dem Außenseiter fehlte aber schlicht und ergreifend die Klasse, um den Sieg des Gegners in Gefahr zu bringen. Und dann schlief auch noch zweimal die Abwehr bei Standards. Bei einem Freistoß-Trick, bei dem Ronaldo an der Mauer vorbeispaziert und dann von Bruno Fernandes genial in Szene gesetzt worden war, rettete noch Keeper Nematov gegen den Superstar (58.). Beim folgenden Eckball war der usbekische Schlussmann dann geschlagen. Eine flache Ecke an den kurzen Pfosten bugsierte Khusanov am Ende ins eigene Tor (60.).

Joker Rafael Leao setzt den Schlusspunkt

Das Ergebnis hätte auch noch deutlicher ausfallen können. Und es hätte zu diesem Mittagsspiel in Texas gepasst, wenn Ronaldo noch nachgelegt hätte. In der 73. Minute wurde der Mittelstürmer im letzten Moment gestört. Nur eine Minute später ließ sich Nematov einmal mehr zu viel Zeit mit seinem Abschlag. Diesmal blockte Ronaldo, behauptete den Ball und kam noch mal zum Abschluss. Aber Nematov machte mit seiner ersten Parade seinen Fehler wett. Auch gegen Bruno Fernandes war der Schlussmann zur Stelle (84.).

Ein Tor fiel dann aber doch noch. Drei Minuten vor dem Ende schloss Rafael Leao sehenswert ab. Der kurz zuvor eingewechselte Stürmer traf zum 5:0 genau in den Winkel.

Jetzt muss Portugal gegen Kolumbien gewinnen

Die Portugiesen können also gelöst ins Topspiel der Gruppe K gehen. Am Sonntag (1.30 Uhr MESZ) wartet in Miami das Duell mit Kolumbien. Um die Gruppe zu gewinnen, brauchen Ronaldo und Co. wohl einen Sieg. Gleiches gilt für Usbekistan, das zeitgleich in Atlanta auf die DR Kongo trifft, um noch Dritter zu werden.