
Stand: 23.06.2026 16:19 Uhr
Bei Hitze im defekten Zug stranden. Davon hat eine Betroffene dem NDR Niedersachsen berichtet, nach einer Fahrt mit der S2 nach Hannover. Betreiber Transdev hat sich bislang nicht dazu geäußert.
Priscilla Kaemper stieg nach eigenen Angaben am Freitag um 15.05 Uhr in Wunstorf in die S2 nach Hannover ein. Doch schon nach wenigen Minuten habe der Zug gestoppt, so Kaemper: „Grund war laut Durchsage ein technisches Problem“. Ab dann protokolliert sie den weiteren Ablauf folgendermaßen: Nachdem der Zug erst anfuhr, habe es erneut eine Vollbremsung gegeben. Dann folgte eine Durchsage der Zugführerin, sie würde den Zug komplett herunterfahren, dies dauere zehn Minuten. „Wir hatten Hoffnung, dass alles bald wieder funktioniert“, so Kaemper.
Keine Klimaanlage, aber Pappkartons als Fächer

Die defekte S2 bei Wunstorf führte am Hannover Hauptbahnhof zu Zugausfällen.
Durch das Herunterfahren des Zugs ist offenbar auch die Klimaanlage ausgegangen: „Im Zug wurde es so warm wie in einer Sauna. Also innerhalb von ein paar Minuten hatte es sich dermaßen aufgeheizt, dass auch wirklich kein Sauerstoff mehr da war“, sagte Priscilla Kaemper gegenüber dem NDR Niedersachsen. Doch die Bahn habe nicht mehr weiterfahren können, eine Evakuierung sei angefordert worden. „Nach ungefähr 30 Minuten wurden diese Kippfenster geöffnet, dadurch kam aber nicht viel Luft in den Zug“, so Kaemper. Verlassen durften die Fahrgäste die Bahn den Angaben zufolge nicht, auch die Türen wurden nicht geöffnet. Die Zugführerin sei sehr engagiert gewesen und habe Wasser und Pappreste als Fächer verteilt.
Evakuierung nach drei Stunden: Reisende fordert Umdenken bei Hitze
Aus 20 Minuten Fahrt sind den Angaben von Priscilla Kaemper zufolge drei Stunden Warten in einem defekten Zug bei 30 Grad Außentemperatur geworden – zum größten Teil ohne funktionierende Klimaanlage. Ein Evakuierungszug habe die Passagiere schließlich am Abend gegen 18 Uhr zum Bahnhof nach Wunstorf gefahren. Priscilla Kaemper fordert nun ein Umdenken bei der Bahn insbesondere beim Öffnen der Türen für frische Luft: „Das Wohl der Menschen ist wichtiger als irgendeine Regel.“ Der NDR Niedersachsen hat auch die Betreiberfirma Transdev am Dienstag zu diesem Thema angefragt, das Unternehmen hat sich dazu noch nicht geäußert.
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