Die Stadt testet den Einsatz Künstlicher Intelligenz bei der Verkehrssteuerung. Dazu werden in den kommenden Wochen neun Ampelanlagen an fünf Kreuzungen technisch aufgerüstet. Dort soll die KI dabei helfen, auf „aktuelle Anforderungen der unterschiedlichen Verkehrsarten“ schnell reagieren zu können und den Verkehrsfluss über die Signalsteuerung zu optimieren. Das Ziel: Weniger Wartezeiten, ein schneller fließender Verkehr, pünktlichere Busse und Bahnen sowie weniger CO₂-Emissionen der Fahrzeuge, die dank eines gleichmäßigeren Verkehrsflusses sinken.

Für das Modellvorhaben hat die Stadt nun eine erste Test-Straße im Norden der Stadt ausgewählt: die Wanheimer Straße in Lichtenbroich. Dort sollen bereits ab Mittwoch, 24. Juni, Arbeiten zur technischen Aufrüstungen und zur Ampelumstellung beginnen. Autofahrer müssen dabei mit kurzfristigen Einschränkungen rechnen.

So müssen an der Kreuzung Wanheimer Straße/Volkardeyer Straße alle alten Steuergeräte ausgetauscht und der Strom abgestellt werden. Von 6 bis 16 Uhr sei daher mit Einschränkungen zu rechnen, teilt die Stadt mit. „Es gilt Tempo 30, das Linksabbiegen ist nicht möglich. Umleitungen sind ausgeschildert. Das Geradeausfahren und das Rechtsabbiegen bleiben möglich.“ Anschließend sollen aufeinanderfolgend weitere Arbeiten an den vier Mittwochen im Juli jeweils bis zur Erschließungsstraße Kaufring-Nord (hier müssen alle Abbiegungespuren gesperrt werden) beginnen. Wie lange diese andauern, dazu machte die Stadt keine Angaben.

Verschiedene Installations- und Umbauarbeiten sind vorgesehen, darunter der Einbau von Wärmebildsensoren, die bei jeder Wetterlage Daten zur Verkehrslage an der Kreuzung liefern können. Die Signalanlagen sollen miteinander vernetzt werden und kommunizieren können – womit auch Ankunftszeiten des ÖPNV präziser prognostiziert und entsprechende Freigabezeiten angepasst werden.

„Gleichzeitig ermöglicht die KI-gestützte Kameradetektion die gezielte und frühzeitige Erfassung von Querungswünschen des Fuß- und Radverkehrs.“ Auch Fahrzeugpulks des Individualverkehrs sollen erkannt und bedarfsgerecht über die jeweiligen Streckenabschnitte geführt werden. Eine KI-Steuerung im Hintergrund soll die Daten laufend auswerten und die Signalanlagen entsprechend so einstellen, dass der Verkehr effektiver fließen kann.

Die Inbetriebnahme entlang des Streckenzuges Wanheimer Straße ist für Herbst 2026 geplant. Die Kosten des Projektes betragen 1,78 Millionen Euro – etwa zwei Drittel davon werden durch Fördermittel vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gedeckt.