Die Côte d’Azur zählt zu den bekanntesten Reisezielen Frankreichs. Doch nach fünf Jahren im Land zieht es mich immer wieder woanders hin.

Die Côte d’Azur zählt zu den bekanntesten Reisezielen Frankreichs. Doch nach fünf Jahren im Land zieht es mich immer wieder woanders hin.

Audrey Bruno

Als ich nach Frankreich zog, ging ich davon aus, meinen Urlaub ständig an der Côte d’Azur verbringen zu wollen.

Schon bald stellte ich fest, dass die Ardèche viele der gleichen Vorzüge bietet – mit deutlich weniger Nachteilen.

Heute kehre ich regelmäßig in diese Region im Südosten Frankreichs zurück, um Kajak zu fahren, zu wandern und Wein zu genießen.

Die Côte d’Azur stand schon lange ganz oben auf meiner Liste der Orte, die ich unbedingt besuchen wollte – noch bevor ich überhaupt nach Frankreich zog. Als ich schließlich hierherkam, war ich überzeugt, dass sie früher oder später mein Lieblingsurlaubsziel im Land werden würde.

Inzwischen lebe ich seit etwas mehr als fünf Jahren in Frankreich und habe die Mittelmeerküste des Landes öfter besucht, als ich zählen kann. Es lässt sich nicht leugnen, wie großartig sie ist. Doch eine weniger bekannte Region etwas weiter im Landesinneren hat mein Herz wirklich erobert.

Mein französischer Ehemann zeigte mir die Ardèche, eine Region im Südosten Frankreichs. Zwar liegt sie nicht direkt am Mittelmeer, doch das Klima ist sehr ähnlich und meiner Meinung nach ist sie mindestens genauso – wenn nicht sogar noch mehr – einen Besuch wert.

In unserem ersten Sommer in Frankreich verbrachten wir dort traumhafte Wochen mit Kajakfahren, Entspannen, Wandern und dem Sammeln von Wildpflanzen in der Nähe von Vallon-Pont-d’Arc, wo der Fluss Ardèche auf einen natürlich entstandenen Felsbogen trifft.

Nach diesem besonderen Erlebnis fragte ich mich, warum nicht mehr Menschen über diesen Ort sprechen.

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In der Ardèche warten jede Menge Abenteuer

Die Ardèche bietet spektakuläre Natur, hervorragenden Wein, charmante Dörfer und weniger Touristen als die Côte d’Azur.

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Audrey Bruno

Mittelmeerstädte wie Cannes, Nizza und Saint-Tropez eignen sich hervorragend zum Sonnenbaden und für klassische Besichtigungstouren. Wenn ich jedoch etwas mehr Abenteuer suche, fahre ich in die Ardèche.

Neben den Gorges de l’Ardèche – einer Schlucht, die bei Kletterern und Höhlentauchern beliebt ist – bietet der Fluss Ardèche zahlreiche Stromschnellen, die selbst Kajak-Anfänger bewältigen können. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen, denn auf genau diesem Fluss bin ich zum ersten Mal Kajak gefahren.

In der Umgebung gibt es außerdem fantastische Wanderwege, darunter geführte Touren, bei denen Besucher regionale Spezialitäten wie wilde Heidelbeeren und Kastanien sammeln können.

Bezahlbare und dennoch komfortable Unterkünfte

Es ist kein Geheimnis, dass die Côte d’Azur nicht nur zu den beliebtesten Urlaubszielen Frankreichs gehört, sondern auch zu den teuersten – insbesondere bei Unterkunft und Verpflegung.

In der Ardèche ist das anders. Die Region bietet zahlreiche erschwingliche Unterkünfte, darunter Gîtes – französische Ferienhäuser in schönen historischen Gebäuden – sowie Campingplätze, auf denen ihr entweder euer eigenes Zelt aufstellen, ein Wohnmobil parken oder in einem Mobilheim übernachten könnt.

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Mein Mann und ich entschieden uns bei unserem ersten gemeinsamen Aufenthalt für die letzte Option. Zwar handelte es sich nicht um ein Fünf-Sterne-Hotel, doch die Lage direkt an einem privaten Flussabschnitt und unser geräumiges, komfortables Mobilheim sorgten dafür, dass ich mich genauso erholt und entspannt fühlte wie nach einem Luxusurlaub.

Ein Paradies für Geschichtsinteressierte und Weinliebhaber

Neben Wasser- und Actionsportarten bietet die Ardèche auch eine reiche Geschichte und Kultur.

In der Chauvet-Höhle befinden sich einige der ältesten bekannten Höhlenzeichnungen der Welt. Das Original kann zwar nicht besichtigt werden, doch die Nachbildung gleicht ihm bis hin zu den Stalagmiten nahezu vollständig und ist seit 2015 für Besucher geöffnet.

Darüber hinaus gibt es in der Ardèche weitläufige Weinberge mit historischen Rebstöcken, von denen einige mehr als 2000 Jahre alt sind. Hier findet ihr hervorragende Weine, darunter einige der begehrtesten Flaschen der kräftigen und erdigen Côte-du-Rhône-Weine.

Hier bekommt man ein Gefühl für das echte Frankreich

Viele Urlauber zieht es an die Côte d’Azur. Die Ardèche wird oft übersehen.

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Audrey Bruno

Ein Grund, warum ich meine Sommer lieber in der Ardèche als an der Côte d’Azur verbringe, ist der unterschiedliche Umgang mit Tourismus.

Meiner Erfahrung nach sind manche Mittelmeerstädte voller Besucher aus aller Welt. Dadurch entsteht mitunter eine Atmosphäre, die weniger repräsentativ für das Leben der Einheimischen wirkt.

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Ich mag besonders, dass sich die Ardèche nicht auf internationale Touristen ausgerichtet anfühlt. Dort habe ich das Gefühl, mein Französisch problemlos mit einem Verkäufer auf dem Bauernmarkt üben zu können. In Städten wie Nizza oder Cannes fällt es dagegen oft schwerer, etwas anderes als eine Antwort auf Englisch zu bekommen.

Das Beste ist jedoch, dass die Ardèche selbst in den Hochsommermonaten noch zahlreiche kleine Dörfer bietet, in denen die Menschenmengen verschwinden und die Eindrücke des echten französischen Lebens in den Vordergrund treten.

Natürlich gibt es auch hier größere und lebhaftere Orte wie Vallon-Pont-d’Arc oder Labeaume. Doch ruhige, wunderschöne und oft nahezu menschenleere Dörfer wie Vogüé oder Saint-Thomé sind nie weiter entfernt als eine kurze Fahrt mit dem Mietwagen.

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