Nach einem angenehmen Wochenstart klettern die Temperaturen in Berlin und Brandenburg laut Meteorologen am Mittwoch auf bis zu 34 Grad. In Brandenburg steigt die Waldbrandgefahr, in der Hauptstadt sind vulnerable Gruppen wie Senioren oder kleine Kinder besonders gefährdet.
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Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet in dieser Woche täglich mit neuen Spitzenwerten. Den Höhepunkt der Hitzewelle erwarten die Meteorologen am Wochenende mit bis zu 40 Grad in der Region. Zum Vergleich: Der bisherige Hitzerekord für Berlin wurde 2019 in Tegel mit 38,6 Grad gemessen.
Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
- Nicht nur die kommenden Tage werden besonders heiß, auch in den Nächten könnte es einen neuen Temperaturrekord geben.
- Die technischen Probleme im Columbiabad und im Prinzenbad sind behoben, beide sind am Mittwoch wieder geöffnet.
- Die Blutreserven in der Hauptstadtregion werden knapp, weil bei Hitze weniger Menschen spenden.
- Für Senioren sind die hohen Temperaturen besonders gefährlich. Ein Hilfetelefon bietet Tipps und Unterstützung an.
Superhitze in Berlin:Trotz Hitze bleibt die Wasserversorgung stabil „Die Botschaft ist angekommen“ – Berliner sparsamer mit Wasser Wo es plötzlich spürbar kühler wird Sechs Frischeinseln für heiße Tage in Berlin Obdachlosen in der Berliner Hitze helfen Sonnencreme und Wasser sind immer im Gepäck
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12.34 Uhr: Polizeigewerkschaft warnt vor „überfiebernden“ Beamten
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin fordert einen besseren Hitzeschutz für die Einsatzkräfte in der Hauptstadt. „Die Temperaturen belasten unsere Kolleginnen und Kollegen bei Polizei und Feuerwehr immens“, teilte GdP-Landeschef Stephan Weh am Mittwoch mit. „Jeder weiß, dass uns der Klimawandel immer stärker trifft, aber wir sehen in unseren Bereichen keine Ideen, wie wir darauf strukturell reagieren. Wir reden über Berufsgruppen, die ihre Arbeit mitunter in der prallen Sonne leisten müssen und die sich nicht mal eben in der Pause in Badeshorts ins Freibad begeben können.“
Der Hitzeschutz auf den Dienststellen sei katastrophal, sagte Weh. Es fehle an Klimaanlagen und Ventilatoren in den Gebäuden, die Dienstwagen hätten entweder gar keine Klimaanlage oder nur eine, die nicht wirklich funktioniere. „Gleichzeitig gelten bei der Polizei und Feuerwehr klare Kleidungsvorschriften, die zunehmend eine Belastung darstellen.“
Weh forderte „Klimaanlagen, Ventilatoren, hygienisch unbedenkliche Trinkwasserspender und Cooling-Down-Räume“ in allen Dienststellen, weil die Beamten bei Einsätzen sonst „überfiebern“ würden. „Zudem brauchen wir mit Blick auf die Hitze schnellstmöglich eine Reduzierung auf die gesetzlichen Kernaufgaben von Polizei und Feuerwehr und einen Verzicht politischer Wünsche.“
12.25 Uhr: Sozialarbeiter versorgen Bedürftige mit Getränken
Noch sitzt Reimer Bless in seinem Rollstuhl im Schatten vor der Decathlon-Filiale am Alexanderplatz. Um 14 Uhr wird an dieser Stelle auch die Sonne sein, das weiß er genau. Bleiben wird er trotzdem: „Im Park bekomme ich kein Geld. Hier kommen die Leute aus dem Decathlon raus“, sagt der 70-Jährige.
Abkühlung findet er ab und zu durch kalte Getränke. Apfelschorle und Cola kauft er sich im Netto. Getränke bringt hin und wieder auch die „Straßensozialarbeit“ vorbei, sagt er. Ob Kälte oder Hitze schlimmer ist? „Das bleibt sich gleich. Wenn es sehr kalt ist, ist das für mich auch schlecht. Dann habe ich Schmerzen.“
11.55 Uhr: „Die Leute haben Angst vorm Wochenende“
Nach zehn Jahren treffen sich Simone B. und Alex Ihde heute zum ersten Mal wieder. Die beiden kennen sich „von früher“. Sie kühlen ihre Füße in den Wasserkaskaden am Fernsehturm und trinken dabei Eiskaffee und essen Erdbeereis. Ihre Meinungen über die hohen Temperaturen gehen auseinander. Simone B. bezeichnet sich als „richtigen Warm-Menschen“: „Ab 25 Grad fühle ich mich wohl.“ Ihde mag die Hitze gar nicht: „Ich versuche, es auszublenden. Die Leute haben Angst vorm Wochenende“, sagt sie.
Eine liebt Hitze, die andere nicht: Simone B. und Alex Ihde haben unterschiedliche Meinungen zum Hochsommerwetter.
© Marie Nadler
11.39 Uhr: Berlin schwitzt – und der Senat gibt Infos zum Heizen
Während die ganze Stadt über die Hitzewelle redet, veröffentlicht die Umweltverwaltung des Senats die Einladung zu einer Info-Veranstaltung unter dem Titel: „Wie heizen wir zukünftig unsere Stadt?“. Bei dem Termin am kommenden Montag (17 Uhr, Kindl-Zentrum, Am Sudhaus 3 in Neukölln, Anmeldung online) können sich Bürger – insbesondere Eigentümer von Immobilien und Fachleute aus beteiligten Branchen – über die kommunale Wärmeplanung informieren. Vielleicht nicht der ideale Zeitpunkt bei weit über 30 Grad, aber der nächste Winter kommt bestimmt.
11.35 Uhr: Wenn es selbst zum Bootfahren zu heiß ist
An der Anlegestelle für die Ausflugsschiffe auf der Museumsinsel ist es am Vormittag vergleichsweise ruhig. In seinem Verkaufshäuschen sitzt Mitarbeiter Rudi Schlehahn. Voll ausgebucht seien die Fahrten heute nicht, sagt er. „Heute ist ein ganz gewöhnlicher Tag.“ Im Schatten wartet nur eine größere Schulklasse auf die nächste Abfahrt.
Rudi Schlehahn rechnet am Wochenende mit weniger Fahrgästen auf den Ausflugsdampfern.
© Mia Veigel
Sehr heiße Tage seien für das Geschäft sogar eher nachteilig, sagt Schlehahn. Viele Gäste scheuten sich davor, eine Stunde lang in der prallen Sonne auf einem Schiff zu verbringen. Früher habe es auf dem Schiff Sonnenschirme gegeben, erzählt er. Nachdem jedoch nach jeder Saison ein großer Teil davon verschwunden sei, habe man darauf verzichtet. Die meisten Fahrgäste brächten auch selbst keinen Sonnenschutz mit.
Für das Wochenende mit erwarteten Temperaturen von bis zu 40 Grad rechnet er deshalb eher mit weniger als mit mehr Gästen. Die Hitze spürt er auch in seiner kleinen Verkaufsbude. Dass es dort auszuhalten sei, liege vor allem an einem Luftkühler.
11.10 Uhr: Entspanntes Sommertreiben in Mitte
Erfrischung unterm Rasensprenger.
© Mia Veigel
In Mitte locken die steigenden Temperaturen viele Menschen nach draußen. Rund um das Oranienburger Tor werben Cafés mit kalten Getränken wie Matcha und Eiskaffee um Kundschaft. Im Monbijoupark suchen Freundesgruppen die schattigen Plätze unter den Bäumen, während Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern über die Wiesen ziehen. Rasensprenger halten das Grün feucht und sorgen für Abkühlung: Immer wieder laufen Kinder durch die Wasserstrahlen und erfrischen sich. Daneben wird Frisbee gespielt, andere genießen die Sonne oder machen es sich auf den Wiesen bequem. Die Stimmung wirkt entspannt und sommerlich.
11.02 Uhr: Fahrrad-Pride in Potsdam abgesagt
Der diesjährige Fahrrad-Pride in Potsdam, der am Samstag stattfinden sollte, wird aufgrund der Hitze abgesagt. Das teilte das Organisationsteam am Mittwoch mit.
Schweren Herzens habe man sich für die Absage entschieden – doch die Sicherheit der Teilnehmenden und Veranstaltenden gehe vor. „Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Nach aktuellem Stand wird es im Herbst einen Nachholtermin für den Fahrrad-Pride und die Fußdemo geben“, teilte Julia Sergon vom Verein Regenbogen Potsdam mit. Das geplante After-Pride-Festival im studentischen Kulturzentum KuZe mit Drag-Show, Konzerten und DJ-Sets finde jedoch wie geplant ab 18 Uhr statt.
Eigentlich sollte am Samstagnachmittag bereits zum siebten Mal in der Potsdamer Innenstadt ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Akzeptanz und gleiche Rechte für queere Menschen gesetzt werden. Auch die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch, hatte sich angekündigt.
Entstanden war die Idee einer Fahrrad-Demonstration 2020 während der Corona-Zeit – als pandemiekonforme Alternative zu traditionellen Pride-Veranstaltungen, nachdem viele CSDs abgesagt werden mussten. In den vergangenen Jahren demonstrierten Jahr für Jahr Hunderte mit Fahrrädern, E-Bikes, Lastenrädern, Rikschas, Inlinern – oder zu Fuß.
Abgesagt ist auch das Fest des Regenbogencafés in Falkensee, das am Samstag von 16 bis 19 Uhr stattfinden sollte. „Es ist zu heiß am Wochenende! Wir verschieben in den September“, heißt es auf Facebook. Unter anderem sollte bei dem Fest im Rahmen der Pride-Week der frühere Berliner Kultursenator Klaus Lederer (parteilos) sprechen.
10.50 Uhr: „30 Grad hier fühlen sich wie 45 Grad in Pakistan an“
Auf dem Mariendorfer Damm in Tempelhof-Schöneberg nutzen Menschen den Vormittag, um ihre Einkäufe zu erledigen. Kristina Hübner verkauft mittwochs auf dem Markt Käse und Würste. Der goldene Schriftzug „Käse Tina“ glitzert in der Sonne. Ihr Stand steht in der prallen Sonne mitten auf dem Platz ohne Bäume. Sie rechne heute insgesamt mit weniger Kundschaft. Viele waren heute schon früh da.
Trotz Hochsommertemperaturen hat Kristina Hübner auch an diesem Mittwoch wieder ihren Stand aufgebaut.
© Marie Nadler
Wie sie selbst mit der Hitze klarkommt? Viel Wasser trinken, möglichst wenig bewegen und versuchen, nicht viel darüber nachzudenken. „Wir müssen uns an die Temperaturen gewöhnen, das wird ja in Zukunft nicht weniger“, sagt die 58-Jährige.
Kristina Hübner und ihr Standnachbar Iqbal Munawar auf dem Wochenmarkt am Mariendorfer Damm.
© Marie Nadler
Iqbal Munawar ist für einen Plausch zu Hübner gekommen. Er verkauft Kleidung auf dem Wochenmarkt, und das schon seit 20 Jahren. In seiner anderen Heimat Pakistan ist er andere Temperaturen gewohnt, sagt er. Dort werden es im Sommer 45 bis 50 Grad. Doch auch ihm setzt die Hitze in Deutschland zu. „Hier fühlt sich die Hitze anders an. 30 Grad hier fühlen sich wie 45 Grad in Pakistan an. Hier ist man klebriger.“ Auch er trinkt viel Wasser und versucht, nicht so viel über die Temperaturen nachzudenken.
10.27 Uhr: Darf es noch ein bisschen heißer sein?
Am Samstag ist Mittsommerfest in den Nordischen Botschaften. Wem es noch nicht heiß genug ist: Man kann auch saunieren. Weitere Infos finden Sie hier.
10.25 Uhr: Auch die kommenden Nächte werden besonders warm
Auch die kommenden Nächte könnten so warm werden wie nie zuvor in Berlin. „In den langjährig vergleichbaren Reihen, in denen die Station Berlin-Alexanderplatz noch bis zum Juli 2011 enthalten ist, rangiert diese Station ganz vorn mit 24,6 Grad Celsius jeweils am 10. August 1992 sowie am 21. Juli 2006“, sagt der Meteorologe Andreas Blei vom Dienst „Wettermanufaktur“: Am Alex werde noch immer gemessen, allerdings nicht mehr nach den weltweiten Standards, sondern „als sogenannte Stadtklimastation“.
Von den amtlichen, den internationalen Normen entsprechenden Stationen stammten die höchsten nächtlichen Tiefsttemperaturen aus dem Jahr 2018: In der Nacht zum 1. August sei das Thermometer in Tempelhof und in Tegel jeweils nur auf 24,4 Grad gesunken.
Für die Nächte zum kommenden Sonntag und Montag prognostizieren die Wettermodelle Tiefstwerte zwischen 25 und 23 Grad. Bleibt es wärmer als 20 Grad, sprechen Meteorologen von einer „Tropennacht“. Derart hohe Werte gelten als kritisch, weil vor allem in dicht bebauten Stadtteilen die Wohnungen dann kaum noch abkühlen können. Statistisch erlebt Berlin nur 1,3 solcher Nächte im ganzen Jahr.
10.17 Uhr: Auf dem Leopoldplatz ist es noch aushaltbar
Sonnen auf dem „Leo“.
© Mia Veigel
Am Leopoldplatz nutzt ein Teil der Menschen die noch vergleichsweise angenehmen Morgenstunden für einen Kaffee im Freien. Vor Cafés sitzen die Gäste überwiegend im Schatten, während Gemüse- und Obsthändler ihre Stände für den Tag vorbereiten. Große Wassermelonen werden in Folie eingepackt, an einem Stand wird bereits Eiskaffee verkauft.
Obsthändler verkaufen auf dem Leopoldplatz Melonen.
© Mia Veigel
10.08 Uhr: Berliner Hitzerekord könnte am Wochenende fallen
Die angekündigte Hitzewelle dürfte Berlin die höchste je gemessene Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor etwa 120 Jahren bringen. Der bisherige Rekord liegt nach Auskunft des Dienstes „Wettermanufaktur“ bei 38,6 Grad, gemessen am 30. Juni 2019 in Tegel. In Tempelhof wurden an demselben Tag 38,5 Grad gemessen.
Zwar wurden an anderen Stationen an manchen Tagen teils noch ein paar Zehntelgrad mehr gemessen, aber diese Messungen entsprachen nicht immer den internationalen Standards oder stammen von Stationen, die nicht mehr existieren. Gemessen wird die Temperatur in zwei Meter Höhe an einem schattigen Ort, der nicht von Sondereffekten wie versiegeltem Boden oder Gebäuden beeinflusst sein soll.
9.52 Uhr: Ladenbetreiber bleibt gelassen – „In der Türkei wird es noch deutlich heißer“
Ladenbetreiber Aydin ist aus seiner Heimat deutlich höhere Temperaturen gewohnt.
© Mia Veigel
Die Hitze kennt Aydin aus seiner Heimat Türkei. Dort arbeitete er früher als Lkw-Fahrer, heute betreibt er seit acht Jahren einen Laden in der Müllerstraße in Wedding. Seit 30 Jahren lebt er in Deutschland. Ein kleiner Ventilator sorgt hinter der Theke für etwas Abkühlung. Die Temperaturen seien für ihn kein großes Problem, sagt er. In der Türkei werde es oft noch deutlich heißer. Nur beim Ventilator ist er kritisch: „Eigentlich ist er zu klein.“
9.44 Uhr: Weddinger nutzen Morgenstunden zum Gießen und Gärtnern
In der Londoner Straße in Wedding ist die Hitze schon am Morgen spürbar. Zwar zeigt das Thermometer gegen 9 Uhr erst 24 Grad, doch die Luft wirkt bereits warm und schwer. In den Vorgärten laufen Sprinkleranlagen, in den Schrebergärten sind die ersten Besitzerinnen und Besitzer schon bei der Arbeit. Viele nutzen die noch vergleichsweise kühlen Morgenstunden zum Gießen und Gärtnern, bevor die Temperaturen im Laufe des Tages weiter steigen.

© Mia Veigel
9.15 Uhr: Florida Eis profitiert von der Hitze
Während Berlin schwitzt, ist das Sommerwetter für Florida Eis in Spandau ein Genuss. Sein Team habe gerade richtig viel zu tun, erzählt Firmenchef Olaf Höhn. Welche Sorten gerade im Trend sind und wie der Tagesspiegel-Geschmackstest ausfällt, lesen Sie im Checkpoint:
Der Checkpoint am Morgen „Sozialstaat? Kann weg“– mysteriöse Wahlplakate in Berlin 8.35 Uhr: Auch bei Hitze fällt der Unterricht an Berlins Schulen nicht einfach aus
Auch bei Temperaturen deutlich jenseits der 30-Grad-Marke gibt es an den Berliner Schulen nicht automatisch hitzefrei. „Grundsätzlich besteht Schulpflicht. Unterrichtsausfall soll die Ausnahme bleiben“, teilte die Senatsverwaltung für Bildung auf dpa-Anfrage mit. „Berliner Schulen können jedoch flexibel auf extreme Wetterlagen reagieren und den Unterricht an die jeweiligen Bedingungen vor Ort anpassen.“
Zum Beispiel könnten die Unterrichtsstunden verkürzt werden. Wenn angesichts der Hitze eine angemessene Durchführung des Unterrichts im Einzelfall nicht möglich ist, könne die Schulleitung auch einen Unterrichtsausfall anordnen. Was dann gilt und welche Rechte berufstätige Eltern haben, lesen Sie hier. (dpa)
8.15 Uhr: Mini-WM für Kinder in Hellersdorf abgesagt
Wegen der extremen Hitze am Wochenende fällt die Hellersdorfer Mini-WM für Kinder am Samstag aus. Angesichts der hohen Temperaturen sehe man keine verantwortbare Möglichkeit, das Turnier wie geplant durchzuführen, teilte die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land mit. Diese Entscheidung hätten der gastgebende Verein Eintracht Mahlsdorf und die Partner der Mini-WM, die Stadt und Land sowie die Wohnungsbaugenossenschaft Wuhletal, gemeinsam getroffen.
Die Hellersdorfer Mini-WM kann wegen der Hitze nicht stattfinden. (Symbolbild)
© dpa/Tobias Hase
Bei dem Turnier sollten am Samstag 48 Teams aus Berlin und Brandenburg gemäß dem Spielplan der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko stellvertretend für die „großen“ Nationalmannschaften antreten. Auch ein Verein aus Köln wollte dafür anreisen.
„Die Entscheidung ist uns allen nicht leichtgefallen. Die Vorfreude bei den Kindern, ihren Familien sowie allen Beteiligten war spürbar groß – umso schwerer wiegt dieser Schritt“, teilte die Stadt und Land mit. Die Sicherheit der Teilnehmenden habe aber höchste Priorität. Derzeit werde über einen Ersatztermin beraten. Dass die Mini-WM zeitnah nachgeholt werden kann, sei wegen der anstehenden Sommerferien und des organisatorischen Aufwands aber nicht realistisch, hieß es.
7.41 Uhr: Hitzewellen im Juni häufen sich
Hitzewellen mit fünf bis sechs Tagen über 30 Grad, teils sogar über 35 Grad, gebe es eigentlich eher im Juli oder August, sagte Stefan Rubach, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD), der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Da sind wir jetzt natürlich wieder sehr früh dran.“ Die lange Sonnenscheindauer mache es unangenehmer, weil sie die Abkühlung nachts mindere. „Wenn wir im August diese Hitzewellen haben, dann geht die Sonne ja schon ein bisschen früher unter, das macht sich dann abends schon um 18 Uhr so ein bisschen bemerkbar“, sagte Rubach.
Die Temperaturen werden in den kommenden Tagen voraussichtlich an den Berliner Juni-Hitzerekord von 2019 herankommen, als 38,6 Grad in Tegel gemessen wurden. „In dieser Größenordnung werden wir landen“, sagte Rubach mit Blick auf das Wochenende. Es werde „sehr heiß, ungewöhnlich heiß für Juni“. Derartige Temperaturen im Juni häufen sich ihm zufolge in den letzten Jahren. (dpa)
Dienstag, 23. Juni 17.54 Uhr: Berliner Pralinenhersteller kühlt Filialen herunter
Wird wegen der Hitze heruntergekühlt: Eine Filiale des Berliner Pralinenherstellers Sawade. (Archivbild)
© Promo/Jordana Schramm
Dem Berliner Pralinenhersteller Sawade kann die Hitze nichts anhaben. „Wir produzieren fröhlich weiter“, sagt eine Sprecherin, auch für die kommende Herbstsaison. Es gebe für die heißen Sommertage spezielle Kreationen mit Kokos oder Maracuja, am besten gekühlt zu verzehren. Die Produktion der Pralinen findet unter klimatisierten Bedingungen statt, auch die zwölf Berliner Sawade-Filialen werden heruntergekühlt, damit sich Menschen und Schokoladen wohl fühlen.
Wer die Ware online bestellt, bekommt Kühlelemente mitgeliefert, die einen Tag lang durchhalten. Spätestens dann sollte die Ware aber beim Kunden sein. Größere Lieferungen an Fachhändler in Süddeutschland würden verschoben, bis es wieder etwas kühler ist.
17.39 Uhr: So hat Berlin am Dienstag der Hitze getrotzt
Am Dienstag wurde die 30-Grad-Marke schon fast erreicht, und das ist erst der Anfang dieser Hitzewoche. Diese Bilder zeigen, wie Berlin der Wärme trotzt:
Auf offener Fläche drückte die Hitze bereits am Dienstag: Ein Mann sitzt im Park am Gleisdreieck in der Sonne und trinkt Wasser.
© dpa/Sebastian Gollnow
Nicht einmal bei praller Sonne verschwanden die E-Roller von der Straße: Die Straße des 17. Juni Richtung Brandenburger Tor flimmert in der Mittagshitze.
© dpa/Sebastian Gollnow
Wer ohne Hut und Sonnenschirm aus dem Haus ging, musste kreativ werden: Ein Mann schützt sich vor dem Brandenburger Tor mit einem Blatt Papier gegen die Sonne.
© dpa/Sebastian Gollnow
17.16 Uhr: Wasserversorgung bleibt stabil
Trotz Hitzewelle bleibt die Wasserversorgung der Hauptstadt stabil. Das hängt auch mit einem veränderten Konsumverhalten der Berlinerinnen und Berliner zusammen:
Trotz Hitze bleibt die Wasserversorgung stabil „Die Botschaft ist angekommen“ – Berliner sparsamer mit Wasser 16.20 Uhr: Kommende Nacht zum Lüften nutzen
Der Deutsche Wetterdienst empfiehlt, die Nacht auf Mittwoch zum Lüften zu nutzen. In der Früh zum Sonnenaufgang würden die Tiefstwerte erreicht, sagte Stefan Rubach, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes, der dpa. „Da kann man noch mal effektiv durchlüften.“ In den folgenden Nächten kühle es weniger ab.
Die Nacht zu Mittwoch wird DWD-Angaben zufolge in Berlin und Brandenburg die kühlste der kommenden Nächte, mit Tiefstwerten von 13 bis 17 Grad, teilweise sogar nur 11 Grad. In der Nacht zu Donnerstag liegen die Tiefstwerte demnach eher zwischen 19 und 14 Grad, in der Nacht zu Freitag bei 16 bis 21 Grad. „Da wird es schon etwas unangenehmer“, sagte Rubach. „Da kriegt man eigentlich kaum noch Abkühlung durchs Lüften.“ (dpa)
15.42 Uhr: Columbiabad und Prinzenbad öffnen am Mittwoch wieder
Der Andrang nach der Wiedereröffnung dürfte hoch sein: Bereits am vergangenen Wochenende standen massenhaft Menschen in der Schlange vor dem Prinzenbad in Kreuzberg.
© dpa/Carsten Koall
Rechtzeitig vor dem sehr heißen Wochenende öffnet früher als erwartet auch das Berliner Columbiabad in Neukölln wieder. Die technischen Probleme seien behoben und das große Bad gehe an diesem Mittwoch an den Start, teilten die Bäder-Betriebe mit. Zuletzt war der 3. Juli als Eröffnungstag angegeben worden.
Mit einer engen Kooperation und Kommunikation mit dem Bezirksamt Neukölln hätten technische und formale Prüfungen beschleunigt werden können, hieß es. Probleme bei der Beschaffung von Filtermaterial hätten zu der Verzögerung beim Saisonstart geführt. Nun habe das Gesundheitsamt des Bezirks nach zwei Prüfungen grünes Licht für den Betrieb gegeben.
Kinder springen im Sommerbad Neukölln ins Schwimmbecken. (Archivbild)
© dpa/Bernd von Jutrczenka
Behoben ist auch der technische Schaden im Kreuzberger Freibad Prinzenbad: Das Bad öffnete ab dem heutigen Vormittag wieder komplett. Für beide Bäder wurde gegen 16.30 Uhr online eine mittlere Auslastung angezeigt. (mit dpa)
15.15 Uhr: Blutreserven in der Hauptstadtregion werden knapp
Die Blutreserven des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost befinden sich nach Angaben der Hilfsorganisation auf einem kritischen Niveau. Der aktuelle Bestand liege deutlich unter der erforderlichen Tagesreichweite von vier bis fünf Tagen, teilte der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost am Dienstag in Berlin mit. Grund sei auch die Hitzewelle, die die Spendenbereitschaft sinken lasse. Daher werde zum Blutspenden aufgerufen.
Gerade in den Anfang Juli beginnenden Sommerferien fehlten viele Stammspenderinnen und Stammspender, hieß es. Allein in Berlin und Brandenburg benötige der DRK-Blutspendedienst rund 600 Blutspenden an jedem Werktag.
Blut zu spenden sei auch an sehr heißen Tagen möglich, hieß es. Die tägliche Trinkmenge sollte jedoch auf rund drei Liter erhöht werden. Gleichzeitig sollten längere Aufenthalte und körperliche Anstrengungen in der Sonne vermieden werden.
Blut werde etwa nach Unfällen, bei Operationen, Geburten und in der Krebstherapie benötigt, hieß es. Blutpräparate könnten jedoch nicht künstlich hergestellt werden und seien nur begrenzt haltbar. (dpa)
15.00 Uhr: Berliner Telefonservice warnt Senioren vor Extremwetter
Mit einem neuen Wetter-Service will der Verein Silbernetz ältere Menschen in Berlin besser vor den Folgen von Extremwetter schützen. Über ein Infotelefon werden Nutzer automatisch informiert, wenn der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Hitze, Sturm oder Glatteis warnt. „Extreme Wetterlagen können insbesondere für ältere und alleinlebende Menschen zur Belastung werden“, erklärte Silbernetz-Leiterin Kerstin Winkler. Ziel sei es, frühzeitig zu informieren und konkrete Hilfe zu organisieren.
Extreme Wetterlagen können insbesondere für ältere und alleinlebende Menschen zur Belastung werden
Silbernetz-Leiterin Kerstin Winkler
Der Service eigne sich besonders für Menschen ohne Internetzugang, sagte Silbernetz-Sprecherin Amira Mahdi. Ältere Menschen können sich telefonisch für den Service anmelden und bekommen über das Telefon auch Verhaltenstipps, etwa zum Schutz vor Hitze, zu kühlen Aufenthaltsorten oder zur sicheren Lagerung von Medikamenten. Bei Bedarf vermittelt Silbernetz zudem praktische Unterstützung durch Ehrenamtliche, etwa für Einkäufe oder die Besorgung von Medikamenten.
Für den Ausbau des Services sucht der Verein derzeit weitere ehrenamtliche Helfer. Das Angebot ist kostenfrei und wird von der Lotto-Stiftung Berlin gefördert. Anmeldungen sind über das Infotelefon möglich. (dpa)