
Hannes Steinbach und Christian Anderson spielen zukünftig in der besten Basketball-Liga der Welt. Beim NBA-Draft wurde das deutsche Duo sogar vom gleichen Klub ausgewählt.
Die deutschen Talente Hannes Steinbach und Christian Anderson haben den Sprung in die NBA geschafft und spielen zukünftig sogar für das gleiche Team. Der 20 Jahre alte Steinbach wurde beim Draft der besten Basketball-Liga der Welt an der 14. Stelle der ersten Runde von den Charlotte Hornets ausgewählt. Nur wenig später entschied sich das Team aus dem US-Bundesstaat North Carolina an Position 18 auch noch für Anderson. Beide erhalten einen garantierten Vertrag.
Steinbach, der zuletzt für die University of Washington spielte und als Forward oder Center eingesetzt werden kann, erhielt den Gruß während seines ESPN-Interviews, auf dem weißen Sofa im Studio war er von seiner Familie einschließlich Vater Burkhard umgeben. „Ich freue mich riesig, vielen Dank euch allen“, freute sich Steinbach während seines ersten Anrufs mit dem Front Office der Hornets.
Starting Five noch Zukunftsmusik
„Ich freue mich, dass ich wieder mit Christian zusammenspielen kann“, sagte Steinbach laut „Basketballworld.com“ zudem in einem Zoom-Call mit den Medien in Charlotte. Tatsächlich werden beide wohl vor allem deshalb einiges an gemeinsamer Spielzeit bekommen – allerdings eher in der zweiten Fünf. Denn: Die Starting Five bei den Hornets ist bestens besetzt und genießt so etwas wie eine Startgarantie.
Hannes Steinbach (Mitte) von den Washington Huskies macht einen Korb gegen die USC Trojans
Videobotschaft von Nowitzki
Steinbach hatte sich durch eine starke Saison bei den Washington Huskies am College für die NBA empfohlen, zuvor hatte er für Würzburg in der Bundesliga gespielt. Der deutsche Junioren-Nationalspieler umarmte nach seiner Wahl bei der Draft-Gala im Barclays Center, der Arena der Brooklyn Nets, unter anderem seinen Vater Burkhard. Der frühere Bundesligaspieler hatte in seiner aktiven Zeit unter anderem mit dem jungen Dirk Nowitzki für Würzburg gespielt.
„Glückwunsch, mein Lieber. Ein weiterer Junge aus Würzburg“, sagte die deutsche Basketball-Legende in einem Videoeinspieler an Steinbach gerichtet. „Ich kenne dich, seit du geboren bist. Ich bin super stolz, wie du alles gemeistert hast. Genieß diesen Moment.“
Steinbachs Rebound-Qualitäten gefragt
Zwar verpassten die Hornets in der abgelaufenen Saison die Playoffs, doch im Kalenderjahr 2026 hatte Charlotte nach den San Antonio Spurs die sechstbeste Bilanz der kompletten NBA (33-16). Im Play-In-Tournament unterlagen die Hornets daher etwas überraschend den Orlando Magic.
In dieser Partie hatte Charlotte sichtlich Mühe mit dem physischen Spiel des Gegners, was für Generalmanager Jeff Peterson offenbar ein Grund war, Steinbach auszuwählen: „Hannes ist der beste Rebounder dieser Klasse, der dazu einen hohen Basketball-IQ besitzt und damit perfekt zu unserer DNA passt.“
Andersons Chance als zweiter Spielmacher
Ein klassischer zweiter Spielmacher fehlt den Hornets bislang, hier könnte Anderson ins Spiel kommen. „Er ist einer der besten Pick-n-Roll-Spieler in diesem Draft und trifft mit dem Ball gute Entscheidungen“, meinte Peterson. Anderson dürfte also der zweite Spielmacher werden.
Christian Anderson von den Red Raiders wirft auf den Korb der Akron Zips
Vergangene Saison sieben Deutsche in der NBA
Damit steigt die Zahl der deutschen Profis in der NBA weiter. In der gerade abgelaufenen Spielzeit waren Dennis Schröder (Cleveland), Franz Wagner, Moritz Wagner, Tristan da Silva (alle Orlando), Maximilian Kleber (Los Angeles Lakers), Isaiah Hartenstein (Oklahoma City) und der frisch gekürte Champion Ariel Hukporti von den New York Knicks in der NBA aktiv.
Auch Jack Kayil vom deutschen Meister Alba Berlin durfte sich beim Draft noch Chancen ausrechnen. Die zweite Runde findet am Mittwoch (Ortszeit) statt.