Ultimatum endet Freitag
Selenskyj droht Belarus mit Angriff auf Signalverstärker
24.06.2026 – 12:14 UhrLesedauer: 3 Min.
Der belarussische Diktator Alexander Lukaschenko mit Kremlchef Wladimir Putin: Die Ukraine könnte am Samstag Belarus angreifen. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Sergei Bobylev/imago)
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Selenskyj setzt Minsk eine Frist: Belarus soll Anlagen abschalten, die angeblich russische Drohnenangriffe stützen. Andernfalls könnten Angriffe drohen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Belarus gedroht, für Russland nützliche Signalverstärker auf belarussischem Staatsgebiet anzugreifen und eigens auszuschalten, falls das Land die Frist verpasst, dies selbst zu tun. Nach ukrainischen Angaben nutzt Russland vier Signalverstärker in Belarus, um Drohnenangriffe auf Ziele im Norden der Ukraine zu unterstützen. Belarus soll die Anlagen bis Freitagabend abschalten, forderte Selenskyj.
Damit steht die Frage im Raum, ob die Ukraine am Samstag erstmals gezielt militärisch gegen Ziele in Belarus vorgehen könnte. Ein solcher Schritt wäre eine neue Eskalationsstufe in dem Krieg, auch wenn Kiew nach Darstellung ukrainischer Experten keine größere Operation gegen Belarus plant. Vielmehr geht es demnach um gezielte Schläge oder technische Maßnahmen gegen Anlagen, die russische Angriffe erleichtern sollen.
Die Hinweise auf die angeblichen Stationen stammen allerdings vor allem aus ukrainischen Quellen. Selenskyj sagte, der ukrainische Geheimdienst habe vier solcher Anlagen in den belarussischen Regionen Homyel und Brest identifiziert. Sie sollen Angriffe auf die ukrainischen Regionen Schytomyr, Riwne und Wolhynien unterstützen. Eine unabhängige Bestätigung dafür liegt bisher nicht vor.
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In einem Interview mit dem Sender Euroradio erklärt der ukrainische Militärexperte Alexander Kowalenko, dass es sich bei den Zielen wohl um sogenannte Repeater handeln dürfte. Solche Geräte können die Verbindung zu Drohnen stabilisieren, wenn diese in Grenznähe fliegen. Dadurch könnte Russland Drohnen länger steuern und sie besser gegen ukrainische Systeme der elektronischen Kriegsführung absichern.
Kowalenko geht davon aus, dass die Anlagen nicht tief im Landesinneren stehen, sondern in der Grenzzone. Nur dort könnten sie ihre mutmaßliche Funktion für Angriffe auf ukrainisches Gebiet erfüllen. Sowohl Homyel als auch Brest liegen nahe der ukrainischen Grenze, womit die ukrainische Armee die Anlagen daher aus dem eigenen Landesinneren heraus angreifen könnte.
Zuvor hatte der ukrainische Sonderbotschafter des Außenministeriums, Jaroslaw Tschornohor, in dem belarussischen Exil-Nachrichtenportal „Zerkalo“ betont, dass das Ziel nicht zwingend die physische Zerstörung sein müsse. Entscheidend sei, die Anlagen außer Betrieb zu setzen. Einen ähnlichen Fall habe es bereits vor einigen Monaten gegeben, als ein von Russland genutztes Funknetz in Belarus aus der Distanz lahmgelegt worden sei.
