In Barcelona soll im Sommer kaum jemand länger als zehn Minuten bis zum nächsten kühlen Ort brauchen. Mal ist es ein Museum, eine schattige Grünanlage oder ein Kulturzentrum. Auch Schulhöfe, öffentliche Schwimmbäder, Shoppingcenter und Einzelhandelsgeschäfte gehören zum Netz.
Menschen sollen nicht länger als zehn Minuten zum nächsten Schutzraum brauchen
Bürgermeister Jaume Collboni spricht vom „sozialen Akzent“ der Klimapolitik seiner Stadt. Gemeint ist: Urbane Klimaanpassung soll nicht nur denen helfen, die eine gut isolierte Wohnung, eine Klimaanlage oder das Geld für eine Reise in kühlere Gegenden haben.
Ältere Menschen, Kinder, Geringverdiener und Obdachlose gefährdet
Dass Barcelona sein Schutznetz ausbaut, hat einen handfesten Grund: Die Stadt heizt sich immer mehr auf. So wurden 2025 knapp 100 tropische Nächte gezählt, in denen die nächtliche Temperatur nicht unter 20 Grad sank. In 19 Nächten blieb sie sogar über 25 Grad. Nach Angaben der Stadt wurden im selben Jahr 370 Todesfälle mit der Hitze in Verbindung gebracht.
Auch das spanische Baskenland bereitet sich auf immer heftigere Hitzewellen vor. In elf Städten und Gemeinden gibt es inzwischen 488 Klimaschutzräume – darunter viele öffentliche Gebäude und Einrichtungen. Die Idee dahinter: Neue kühle Aufenthaltszonen müssen nicht extra gebaut werden – viele geeignete Räume existieren bereits. Sie bekommen im Sommer nur eine zusätzliche Funktion.
Nationales Netz an Klimaschutzräumen
Doch mit Schutzräumen allein ist es nicht getan. Diese ersetzen keine Bäume, keine schattigen Straßen und keine gut gedämmten Wohnungen. Sie kühlen auch keine aufgeheizten Stadtviertel ab. Dafür braucht es mehr Grün, weniger versiegelte Flächen und eine Stadtplanung, die Sommerhitze nicht länger als Ausnahme behandelt.