Frankreich hat den ersten Fall von Ebola seit dem Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo gemeldet. Seit Beginn der jüngsten Epidemie im Mai hatte es zuvor noch keinen Fall außerhalb afrikanischer Länder gegeben. Ein Arzt sei bei der Rückkehr nach einem humanitären Einsatz in der DR Kongo positiv getestet worden, gab das französische Gesundheitsministerium an.

Direkt nach seiner Ankunft in Frankreich sei der Mann in ein
Krankenhaus gebracht und isoliert worden, um jegliches Ansteckungsrisiko
zu vermeiden. Der Zustand des Mannes ist laut dem Ministerium stabil. Es werde untersucht, wer mit ihm in Kontakt war.
Die Kontaktpersonen sollen demnach 21 Tage in häuslicher Quarantäne verbringen.

US-Arzt wurde in Deutschland behandelt

Kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft hatte das WHO-Regionalbüro für Europa das Ansteckungsrisiko bei der Sportveranstaltung als gering eingeschätzt. Es gebe keine
aktiven Ebola-Fälle in der EU und keine lokale Übertragung, teilte Organisation mit. Das
Gesamtrisiko in Bezug auf die Virusinfektion bleibe gering.

Nach dem Ausbruch war im Mai ein mit Ebola infizierter US-Arzt zur Behandlung nach Deutschland ausgeflogen worden. Nach gut
zweiwöchiger Behandlung in einer Sonderisolierstation der Berliner Charité wurde er Anfang
Juni gesund entlassen.

Ebola ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. Das Virus wird durch
Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, nicht über die Luft. Für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo gibt es bisher weder einen Impfstoff noch
eine spezifische Behandlung. Viele Erkrankungen verlaufen tödlich.

Mehr als 250 Tote in der DR Kongo

In der Demokratischen Republik Kongo sind inzwischen mehr als 1.000 Menschen an Ebola erkrankt oder haben eine Infektion überstanden. Das sind die offiziell bestätigten Fälle. Nach Angaben des Informationsministeriums in Kinshasa sind von den
bestätigten Erkrankten in drei nordöstlichen Provinzen des Landes
insgesamt mehr als 260 gestorben.

© unsplash.com

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Fast alle Infektionen und Todesfälle traten in der Provinz Ituri im
Nordosten des Landes auf, wo es gleichzeitig zu bewaffneten Konflikten zwischen Bevölkerungsgruppen kommt. Zu Beginn der Epidemie waren die örtlichen Krankenhäuser schnell
überlastet. Daraufhin wurden Ebola-Behandlungszentren unter Beteiligung von Teams der Weltgesundheitsorganisation und mehrerer Nichtregierungsorganisationen eingerichtet. Diese sind inzwischen zu
80 Prozent ausgelastet.

Das Virus breitete sich auch auf das Nachbarland
Uganda aus, wo die Weltgesundheitsorganisation 20 Infektionen und zwei
Todesfälle verzeichnet hat. Die
Isolierung von Infizierten und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen
gestaltet sich weiterhin schwierig.