Britpop-Giganten, eine Indierock-Legende, ein stimmgewaltiger Schmerzensmann, Techno auf Blasinstrumenten und Stadionrocker ohne Fehl und Tadel – dies sind unsere Konzertempfehlungen für die nächste Woche.

1 Pulp Pulp Die Britpop-Helden sind zurück: Pulp.

© Tom Jackson

Im Gegensatz zu Oasis und Blur, ihren Konkurrenten um den Britpop-Thron, nahmen Pulp einen langen Anlauf, ehe sie 1995 mit dem fünften Album „Different Class“ zu Superstars wurden.

Mastermind Jarvis Cocker (Foto, 2.v.l.) formte aus seiner Empathie für die „Common People“ (so der Titel ihres größten Hits) grandiose Songs und machte die Band aus Sheffield zu emblematischen Working Class Heroes.

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Erstaunlicherweise konnten 24 Jahre Schaffenspause zwischen den Alben sieben („We Love Life“, 2001) und acht („More“, 2025) den Ruhm nicht schmälern: Das Comeback des Britpop wäre ohne Pulp nicht denkbar. (wun)

Tempodrom

Möckernstr. 10, Kreuzberg, Do 25.6., Sa 27.6., 20 Uhr, 85 Euro (Sa ausverkauft)

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2 Bruno Mars Bruno Mars Traut sich einiges zu: Bruno Mars.

© IMAGO/Newscom World

Neulich bei Metallica platzte das Olympiastadion mit 94.000 Besuchern aus allen Nähten. Helene Fischer hat nachgezogen. Und auch die Foo Fighters, siehe weiter unten, werden nicht vor leeren Rängen spielen. Das monumentale Oval gleich für mehrere Tage zu buchen, ist eigentlich Superstars vom Format Rolling Stones oder Rammstein vorbehalten.

Dass auch Bruno Mars offenbar in diese Kategorie gehört, mag viele überraschen. Sicher, der Sänger aus Honolulu wurde immer mal wieder als möglicher Thronerbe von Michael Jackson gehandelt und hatte Welthits wie „Grenade“ (2010) oder „Uptown Funk“ (2014, eine Kollaboration mit Mark Ronson) samt milliardenfach geklickter Videos.

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Während seines neunjährigen Engagements im riesigen MGM-Hotel in Las Vegas aber wurde es etwas stiller um Bruno Mars. Sein jüngstes Album „The Romantic“ lief in den Charts eher suboptimal. Doch Mars’ Vergangenheit ist Grund genug, dem 40-Jährigen einen Vertrauensvorschuss für eine glanzvolle Zukunft zu geben.

Support ist Anderson Paak, mit dem Bruno Mars 2021 das tolle Soul-Album „An Evening with Silk Sonic“ veröffentlichte. (wun)

Olympiastadion

Olympischer Platz 3, Westend, Fr 26.6., 18:30 Uhr, So/Mo 28./29.6., 18 Uhr, ab 114 Euro

3 Meute Meute Waschhaus Treten meist in Mannschaftsstärke auf: Meute.

© Mirjam Kluka

Seitdem Meute spontan auf St. Paulis Straßen loslegten, weiß man: Techno und Blasmusik passen ganz wunderbar zusammen – und tanzbar ist das Ganze auch noch.

Mit dem druckvoll treibenden Sound ihrer Blechblasinstrumente haben sie mal eben Techno revolutioniert und den verstaubten Ruf von Blaskapellen gleich mit aufpoliert.

Seit 2015 hat die elfköpfige Hamburger Marching-Band mit den ikonischen roten Uniformen einen derartigen Hype ausgelöst, dass sie mittlerweile weltweit auf Tour geht.

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Die Queerspiegel-Redaktion informiert Euch über die wichtigsten LGBTI-Ereignisse, Menschen, Termine aus Politik, Kultur und Sport.

Meute haben sowohl auf dem Coachella-Festival als auch im Wiener Konzerthaus gespielt und Songs zum Soundtrack von „Babylon Berlin“ beigesteuert hat. (thp)

Waschhaus

Schiffbauergasse 6, Potsdam, Sa 27.6., 21 Uhr, ab 50 Euro

4 Nick Cave & The Bad Seeds Nick Cave & The Bad Seeds live at Northside 2022, Aarhus, Denmark Aarhus, Denmark. 02nd, June 2022. The Australian musician, composer and singer Nick Cave performs a live concert with his band The Bad Seeds during the Danish music festival Northside 2022 in Aarhus. Aarhus Denmark PUBLICATIONxNOTxINxDENxNORxFIN Copyright: xGonzalesxPhoto/LassexLagonix Mit alttestamentarischer Wucht: Nick Cave 2022 in Aarhus.

© IMAGO/Gonzales Photo/IMAGO/Gonzales Photo/Lasse Lagoni

Wer hätte gedacht, dass Nicholas Edward Cave, anglikanisch erzogener Sohn einer Bibliothekarin und eines Lehrers, mal der schillernde Dunkelfürst der Musikwelt werden würde?

Sicher, schon als Extremsänger seiner ersten Band The Birthday Party, die er 1977 nach abgebrochenem Kunststudium in Melbourne gründete, zeigte der 1957 im südwestaustralischen Provinzkaff Warracknabeal geborene Musiker das Potenzial für Größeres.

Ein entscheidender Schritt war der Umzug nach West-Berlin 1982. In der abgerockten Mauerstadt schmiedete Nick Cave aus kongenialen Mitstreitern wie Mick Harvey oder Blixa Bargeld seine ewige Begleitband The Bad Seeds und bildete das Kraftzentrum einer kleinen, aber lauten Postpunk-Gruftie-Szene.

Spätestens auf seinem dritten Album, der Coverversionen-Sammlung „Kicking Against the Pricks“ (1986), kristallisierte sich heraus, dass Cave nicht nur ein enthemmter Berserker sein kann, sondern auch ein begnadeter Crooner.

Dieses Oszillieren zwischen Extremen ist ein Leitmotiv seiner Karriere, exemplarisch in seinen beiden größten Hits, der manischen Hinrichtungsmoritat „The Mercy Seat“ und der hypnotischen Mörderballade „Where The Wild Roses Grow“, dem skandalumwitterten Duett mit der australischen Pop-Ikone Kylie Minogue.

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Alttestamentarische Themen wie Sünde, Sühne, Vergebung und Vergeltung ziehen sich durch Caves Werk, was seit seinem bis dahin persönlichsten Album „The Boatman’s Call“ (1997) durch Texte über alltäglichere Beziehungsdramen erweitert wurde.

Nick Cave war nun, im frühen 21. Jahrhundert, ein routinierter Big Player im Popbusiness. Gemeinsam mit dem Violinisten Warren Ellis, inzwischen Bandleader der Bad Seeds, komponierte er fleißig Filmscores, ohne je das Kerngeschäft zu vernachlässigen.

Es war eine persönliche Tragödie, die Caves Karriere einen neuen Impuls gab. 2015 verunglückte sein 15-jähriger Sohn Arthur tödlich. Die Trauer über diesen Verlust veränderte Cave – und seine Musik.

Erstaunlicherweise wurde er auf der Bühne weicher, zugänglicher, weniger predigerhaft. Cave ließ das Publikum an seiner Verletzlichkeit teilhaben, und war zugleich souveräner, stimmgewaltiger denn je.

Ähnlich verhielt es sich mit seinen Alben: Auf die geisterhafte Trauerarbeit von „Ghosteen“ (2019), dessen Songs im ambientartigen Dunst verschwinden, folgte 2024 das gewaltige „Wild God“, vielleicht die kraftvollste, hymnischste Platte seiner gesamten Karriere.

Nick Cave ist 68 Jahre alt. Ein vom Leben, vom Tod und der Liebe gezeichneter Mann. Ein sehniger Spargeltarzan. Ein Titan. (wun)

Waldbühne

Glockenturmstr. 1, Westend, Di 30.6., 19:30 Uhr, ab 85 Euro

Mehr zu Konzerten und PopkulturKonzert von Guns N’ Roses in Berlin Axl und Slash lassen Paradise City beben Einziges Deutschland-Konzert von Bad Bunny Der meistgehörte Musiker der Welt hält in Düsseldorf die Zeit an Doja Cat live in Berlin Auf dem Weg in die Kirche zum Twerken abgebogen 5 Pixies Pixies Auf der Bühne echte Biester: Pixies.

© Travis Shinn

In der zweiten Hälfte der Achtziger hatte US-Indierock sein Allzeithoch und setzte an, die gläserne Decke zum Mainstream zu durchbrechen.

Zu den wichtigsten Acts dieser kleinen Revolution, die den Triumphzug des Alternative Rock vorbereitete, zählten die Pixies mit dem famosen Schreihals Black Francis.

Das Quartett aus Boston bündelte die Energien von Hardcore-Bands wie Hüsker Dü, den melodiösen Reichtum der frühen R.E.M. und ein Faible für Surf-Pop zum vulkanischen Amalgam.

Songs wie „Where Is My Mind“ oder „Debaser“ wurden Jahrzehnthymnen, ihr drittes Album „Doolittle“ von 1988 gilt als Meisterwerk.

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1993 fiel die Band in einen zwölfjährigen Winterschlaf. Nach der Reunion 2004 haben die Pixies eine Handvoll solider Platten aufgenommen, doch die Magie war dahin. In ihren alten Songs und bei ihren fruiosen Konzerten lebt sie weiter. (wun)

Zitadelle Spandau

Am Juliusturm 64, Di 30.6., 19 Uhr, 80 Euro

6 Foo Fighters Foo Fighters live in Oslo, Norway Oslo, Norway. 10th, June 2026. The American rock band Foo Fighters performs a live concert at Unity Arena in Oslo. Here singer, songwriter and musician Dave Grohl is seen live on stage. Norway, Oslo, Unity Arena PUBLICATIONxNOTxINxDENxNORxFINxBEL Copyright: xGonzalesxPhoto/TerjexDokkenx Seelenflüsterer seiner Generation: Dave Grohl mit den Foo Fighters.

© IMAGO/Gonzales Photo/IMAGO/Gonzales Photo/Terje Dokken

Zu jenen Bands, die von der Pionierarbeit der Pixies profitierten, zählte Nirvana. Dass deren Schlagzeuger Dave Grohl nach dem Suizid von Kurt Cobain aus den Trümmern eine auf lange Sicht sogar noch erfolgreichere Gruppe formen würde, war nicht abzusehen.

Doch Grohls Foo Fighters wurden dank der charismatischen Präsenz ihres zum Sänger, Gitarristen und Universalsympathieträgers umgeschulten Frontmanns einer der verlässlichsten Rock-Acts der letzten 30 Jahre.

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Vielleicht hatten die Foo Fighters trotz 15 gewonnener Grammys nie diesen einen „Smells Like Teen Spirit“-Moment, der die Befindlichkeit einer ganzen Generation einzufangen schien. Doch mit ihrem auf einem Dutzend Alben kontinuierlich weiterentwickelten No-Bullshit-Hardrock haben sie sich in die Rock-Annalen eingeschrieben. (wun)

Olympiastadion

Olympischer Platz 3, Westend, Mi 1.7., 16:45 Uhr, ab 85 Euro