Gruppe B beendet

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Am Mittwochabend hat die Gruppe B als erstes die Gruppenphase bei der Weltmeisterschaft beendet. Die Schweiz sicherte sich mit einem 2:1 (0:0) gegen Gastgeber Kanada den ersten Platz. Im Parallelspiel kämpften Bosnien-Herzegowina und Katar um den dritten Platz. Die Bosnier gewannen die Partie mit 3:1 (2:1) und haben damit gute Chancen auf die K.o.-Phase.
Der frühere Augsburger Rubén Vargas (46. Minute) sowie Johan Manzambi (57.) mit seinem dritten Turniertor ließen die Schweizer vor 52.497 Zuschauern im Heimstadion von Ex-Weltmeister Thomas Müller jubeln. Der unmittelbar davor eingewechselte Promise David (76.) schaffte für Kanada nur noch den Anschluss. Spekulationen, wonach beide Teams für das sichere Weiterkommen auf ein Remis spielen könnten, bewahrheiteten sich nicht.
Die Schweiz kann damit in Vancouver bleiben und wird am 2. Juli ihr Sechzehntelfinale gegen einen noch nicht feststehenden Gruppendritten austragen. Für Kanada geht es bereits an diesem Sonntag (21.00Uhr/MEZ) in Inglewood bei Los Angeles weiter. Gegner wird dann der Zweite aus der Gruppe A sein. Mit der Niederlage ist klar, dass Kanada kein weiteres Spiel in der Heimat mehr haben wird, sondern nur noch in den USA. Zehntausende Fans feierten angesichts des frühen Anpfiffs um 12.00 Uhr mittags schon in den Morgenstunden rund um das Stadion von Vancouver. Angesichts der blendenden Ausgangslage für beide Teams neckten sich die Fangruppen, die jeweils ganz in Rot gekleidet waren, mit humorvollen Sprüchen.
Im Stadion wurde es schon weit vor dem Anpfiff emotional. Der schwer verletzte Ismael Koné wurde mit einem Rollstuhl in die WM-Arena geschoben und von den Fans mit lautem Jubel begrüßt. Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte sich vor sechs Tagen beim deutlichen 6:0 gegen Katar verletzt und wird wegen eines Beinbruchs für die restliche WM nicht mehr zur Verfügung stehen.
Das Spiel begann schwungvoll – und mit Chancen auf beiden Seiten. Für die Schweizer hatte Breel Embolo die erste große Chance, doch der frühere Schalker und Gladbacher scheiterte am glänzend reagierenden Torhüter Maxime Crépeau (9.). Auch der Nachschuss von Manzambi wurde geblockt. Dieser wurde nach seinem Doppelpack als Joker gegen Bosnien-Herzegowina von Murat Yakin in die Startelf beordert.
Auf der Gegenseite stand Cyle Larin nach einem hervorragenden Steilpass plötzlich allein vor Schlussmann Gregor Kobel, doch der Schweizer spitzelte den Ball noch weg. Larin hatte zuvor allerdings im Abseits gestanden. In den ersten beiden Spielen war der Stürmer im Team von Trainer Marsch jeweils erfolgreich gewesen – einmal als Joker und einmal als Startelfspieler. Die Teams schenkten sich nichts, obwohl genau darüber vorab spekuliert worden war. Als der Schweizer Kapitän Granit Xhaka einen Freistoß schnell ausführen wollte, tippte Larin den Ball weg – und bekam so Xhakas Schuh gegen das eigene Schienbein. Brasiliens Schiedsrichter Ramon Abatti bewahrte die Ruhe und zeigte beiden die Gelbe Karte.
Nach der Pause münzten die Schweizer ihre Überlegenheit dann auch in Tore um. Mit dem ersten Angriff bediente Manzambi am langen Pfosten Vargas, der sicher einschoss. Nur kurze Zeit später traf das 20 Jahre alte Supertalent vom SC Freiburg dann selbst. Die WM wird immer mehr zu Manzambis Turnier. Für das erste K.-o.-Spiel dürfte er wieder gesetzt sein.
Bosnien darf von K.o.-Runde träumen
Vor 66.925 Zuschauern in Seattle sorgten Kerim Alajbegovic (29. Minute), Sultan Al-Brake per Eigentor (34.) und Ermin Mahmic (80.) für die Treffer der Bosnier, die zum zweiten Mal nach 2014 bei einer Weltmeisterschaft dabei sind. Die Mannschaft um den 40 Jahre alten Stürmerstar Edin Dzeko liegt in der Abschlusstabelle von Gruppe B auf Rang drei. Die nun vier Punkte werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit reichen, um als einer der acht besten Gruppendritten weiterzukommen. Katar ist dagegen ausgeschieden und wartet weiter auf den ersten Sieg bei einer WM. Das Tor von Hassan Al-Haydos (42.) war für den Außenseiter zu wenig.
Barbarez hatte vor der Partie die große Fan-Unterstützung betont und auf 30.000 bosnische Anhänger im Stadion gehofft. Tatsächlich hatten sich schon seit dem frühen Morgen viele tausend Fans in Blau, Gelb und Weiß bei prächtigem Wetter auf die Partie eingestimmt, die Ortszeit zur Mittagszeit stattfand. In der Arena feuerten sie ihre Mannschaft quasi durchgängig mit lauten Gesängen an. Auch die bosnischen Fußballer legten schwungvoll los. Nach gut einer Minute musste Katars Torwart Mahmud Abunada bei einem Fernschuss erstmals eingreifen. Wirklich gefährlich in den Strafraum kamen Dzeko, Stuttgarts Ermedin Demirovic & Co. aber zunächst nicht. Das war allerdings nicht schlimm. Immer wieder versuchten sie es aus der Distanz und belohnten sich mit einem Traumtor. Der erst 18 Jahre alte Bald-Leverkusener Alajbegovic traf aus rund 20 Metern fast genau in den Winkel.
Und Bosnien legte nach. Eine weite Flanke von der linken Seite fand Dzeko, der frühere Bundesliga-Torschützenkönig traf Al-Brake und vom katarischen Verteidiger sprang der Ball ins Tor. Kurz darauf hatte Dzeko Pech, als sein Schuss zum möglichen 3:0 am Pfosten landete. Die bosnischen Fans feierten den Aufsteiger des FC Schalke 04 trotzdem mit Edin-Dzeko-Sprechchören. Trotz der bisherigen bosnischen Überlegenheit war die muntere Partie keineswegs entschieden. Katar gab nämlich nicht auf und kam zum Anschluss. Kurz vor der Pause hatte Pedro Miguel sogar den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte wie Dzeko zuvor aber am Pfosten. Der Außenseiter blieb gefährlich. Bei einem Schuss von Akram Afif jubelten einige Katar-Fans schon. Der Ball landete jedoch am Außennetz. Auch Bosnien hatte nach einer zwischenzeitlichen Schwächephase wieder Abschlüsse. Mit dem 3:1 entschied der für Dzeko eingewechselte Mahmic die Partie.
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