US-Präsident Donald Trump hat sich bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte erneut »enttäuscht über Deutschland« geäußert. Die USA hätten »hunderte Millionen Dollar« für die in Deutschland stationierten Truppen gezahlt, sagte Trump bei einem Termin mit Rutte im Weißen Haus. Im Irankrieg habe er Deutschland gebeten: »Gebt uns einen kleinen Stups,
gebt uns ein Küsschen«. »Aber sie haben nein gesagt«, sagte
Trump, ohne Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) namentlich zu nennen.
Auch auf andere Nato-Staaten bezogen beklagte Trump fehlende
Hilfsbereitschaft für den Irankrieg. Es wäre nett gewesen, wenn sie
gesagt hätten »Wir würden gerne helfen«, sagte Trump. »Ich war von Italien enttäuscht. Ich war vom Vereinigten Königreich enttäuscht. (…) Wir waren von Deutschland und Frankreich enttäuscht.« Man sei von den meisten enttäuscht gewesen, fuhr Trump fort – und griff sich dann ein Land besonders raus: Im Zusammenhang mit Spanien sprach er von einer »Horrorshow«. Spanien hatte es Trump untersagt, Militärstützpunkte für den Irankrieg zu benutzen.
Rutte pflegt die Beziehung zu Trump
Rutte äußerte grundsätzlich Verständnis für Trumps Verärgerung über aus dessen Sicht mangelnde Unterstützung, aber er verteidigte die Verbündeten auch. Deutschland etwa habe gegenüber den USA »seine bilateralen Verpflichtungen erfüllt« und seine Militärausgaben erhöht.
Um dies zu verdeutlichen, zeigte Rutte dem US-Präsidenten eine Schautafel mit roten Balken, die die gestiegenen Investitionen der Partnerländer zeigte. Darüber prangte in goldener Schrift: »Die Trump-Billion«. Aus einer Nato-nahen Quelle hatte es geheißen, Rutte wolle Trump mit dieser plakativen Darstellung überzeugen. Zudem lobte Rutte Trumps Führungsstärke.
Trump lobt Rutte
Trump wiederum sprach Rutte seinen Respekt aus. »Er ist ein Freund von mir, (…) ein großartiger Generalsekretär, jeder
respektiert ihn«, bekräftigte Trump im Oval Office. Rutte habe wirklich
gute Arbeit geleistet: »Ich glaube, wenn irgendjemand anderes in dieser
Position wäre, würden wir uns heute gar nicht treffen, um ehrlich zu
sein, denn wir wurden im Stich gelassen«.
© Lea Dohle
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Rutte ist für seine gute Beziehung zu Trump bekannt, der bereits mehrfach mit einem Austritt seines Landes aus dem Militärbündnis gedroht hatte. Bei dem Treffen ging es nach Nato-Angaben darum, den Nato-Gipfel am 7. und 8. Juli in der türkischen Hauptstadt Ankara vorzubereiten.
Kurz davor hatte Rutte per Videoschalte an einem Treffen der E5-Gruppe zur Unterstützung der Ukraine teilgenommen. Merz sagte dabei, er wolle den Nato-Gipfel zum Erfolg machen und ein »starkes Zeichen« zur Unterstützung der Ukraine setzen. »Wir wollen mehr Zusammenarbeit, transatlantisch und europäisch.«
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