Die Tinte unter dem neuen Kooperationsvertrag zwischen Karnevalisten und Realschule ist kaum trocken, da sprudeln schon die guten Ideen für das geplante Engagement in Sachen Brauchtum. Die Realschule Friedrichstadt und der Karnevalsverein „Elf vom Dörp“ arbeiten künftig eng zusammen. „Das gibt es bislang an Grundschulen und jetzt auch bei uns“, sagt Schulleiter Christoph Lehmann.
Sein Vater ist Vereinsmitglied bei „Elf vom Dörp“, der Schulleiter kennt selbst das Vereinsleben und mag den Karneval. „Unsere Schülerinnen und Schüler erhalten jetzt die Möglichkeit, Brauchtum nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern aktiv Vereinsleben mitzugestalten und zu erleben“, sagt er. Geplant sind nach den Sommerferien gleich drei karnevalistische Arbeitsgemeinschaften, die ab Klasse fünf starten können. Die Teilnahme an den Aktivitäten ist für die Jugendlichen freiwillig möglich. Tanja Hammesfahr ist jetzt die Brauchtumsbeauftragte der Realschule Friedrichstadt: „Es gibt das Tanztraining der Tanzgarde, die Wagenbau-AG für handwerklich interessierte Schüler und die Kostümkunde“, sagt sie. Neben historischen Informationen kommen auch die eigenen Kostüme bei dieser Arbeitsgemeinschaft nicht zu kurz. „Wir gehen dann gemeinsam im Rosenmontagszug mit und designen den Bollerwagen und alles, was sein muss, um alles schön zu repräsentieren“, sagt Tanja Hammesfahr. Genutzt wird dafür das erste Schulhalbjahr bis zum Höhepunkt beim Straßenkarneval. „Die Session, die jetzt kommt, wird quasi die erste spannende Zeit für uns“, ist Schulleiter Lehmann sicher. Etwas gemeinsam in der Freizeit erleben und auch etwas für andere tun, auch das sind Aspekte, die das Brauchtum mit sich bringt.
Mitgebaut und gestaltet wird dann beispielsweise der Karnevalswagen der „Elf vom Dörp“. Die Arbeiten daran und der Besuch der Wagenhalle dürften dabei zu den spannenden AG-Momenten zählen. „Nachwuchs ist uns sehr wichtig“, sagt Carsten Franke, Präsident des Karnevalsvereins. „Wir dürfen auch schon aktuell Räumlichkeiten wie Turnhalle und Aula für den Gardetanz zum Trainieren nutzen“, sagt er. Zweimal die Woche ist der Verein zu Gast, demnächst trainieren dann auch die Schüler mit. „Die Kooperation ist erst mal unbefristet“, freut sich Präsident Franke.
„Wir integrieren die Schüler mit in den Rosenmontagszug. Wir nehmen sie mit in die Fußgruppe. Und natürlich diejenigen, die beim Wagenbau mit dabei sind, können dann natürlich den Wagen, an dem sie mitgearbeitet haben, präsentieren“, sagt er. Das Tanzen dauere allerdings ein bisschen länger. Trainiert wird mit Sandra Eyckeler. „Wir wollen die Jugendlichen langfristig begeistern“, sagt sie. „Ich habe selbst auch als Kind angefangen zu tanzen in der Garde“, erinnert sie sich. Heute trainiert sie den Nachwuchs. „Das gibt den Kindern sehr viel“, sagt Sandra Eyckeler. Die gelebte Gemeinschaft im Verein gebe viele Möglichkeiten und Raum sich selbst zu entdecken. Auch nach der Schulzeit erhoffen sich die Karnevalisten, die jungen Mitglieder für den Karneval im Verein begeistern zu können. Bis es so weit ist, starten die Initiatoren nun mit drei Angeboten. „Wir schauen dann, wie die Resonanz ist, es kann auch mehr werden“, sagt der Präsident der „Elf vom Dörp“.
Schulleiter Christoph Lehmann weiß: „Die Kinder haben sehr viele Fragen zum Thema Karneval.“ Künftig können die dann direkt im Schulalltag geklärt werden.