
Stand: 25.06.2026 16:49 Uhr
Nach einer mehrstündigen Evakuierung einer S-Bahn in der Region Hannover räumt Betreiber Transdev Probleme ein. Die Feuerwehr habe am Freitag nicht unterstützen können. Pro Bahn spricht von Freiheitsberaubung.
Am vergangenen Freitag war die S2 wegen defekter Stromabnehmer evakuiert worden. Diese Evakuierung zog sich – wie eine Reisende gegenüber NDR Niedersachsen erklärte – bis zu drei Stunden hin, teils ohne funktionierende Klimaanlage. Wie Transdev am Donnerstag mitteilte, lag dies unter anderem daran, dass „eine Unterstützung durch die Feuerwehr nicht erfolgen konnte“. Die genauen Hintergründe würden nun zusammen mit der Feuerwehr aufgearbeitet. Welche Probleme genau damit gemeint waren, blieb zunächst unklar.
Transdev: Türen dürfen grundsätzlich nicht geöffnet werden
Die Reisende kritisierte außerdem, dass während der dreistündigen Wartezeit in dem überhitzten Zug keine Türen für Frischluft geöffnet worden seien. Laut Transdev ist das aus Sicherheitsgründen grundsätzlich nicht ohne Weiteres möglich. Bevor Fahrgäste den Zug verlassen dürften, müsse der betroffene Bereich gesichert werden. Auch in einer Ausnahmesituation wie jener am Freitag müsse sich das Zugpersonal an diese Vorgaben halten, hieß es. Die Sicherheit der Fahrgäste und Mitarbeitenden habe oberste Priorität.
Pro Bahn: „Form von Freiheitsberaubung“
Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte das Verhalten des Zugpersonals am Freitag scharf. Der Landesvorsitzende Malte Diehl sprach von einer „Form von Freiheitsberaubung“. Es stehe nicht das Wohl der Fahrgäste im Mittelpunkt, sondern absolute Sicherheit aus Angst vor Unfällen. Er hätte durchaus Verständnis dafür gehabt, wenn Fahrgäste mittels Nothämmern die Scheiben für frische Luft eingeschlagen hätten oder auf eigene Faust ausgestiegen wären, so Diehl. Seiner Meinung nach hätte das Zugpersonal den Zug selbst evakuieren sollen. Was die Kosten für die Fahrt angehe, gelten für Fahrgäste in solchen Situationen die normalen Fahrgastrechte. Bei Verspätungen könnten Reisende je nach Fahrkarte, Fahrpreis und Verspätung bis zu 50 Prozent des Preises zurückbekommen. Dazu müsse ein entsprechende Formular eingereicht werden.
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