Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Frankreich bringt Tanker der russischen Schattenflotte auf
Von T. Schibilla, M. Lattemann, J. Seiferth, M. Küper, J. Fischer, C. Cöln, A. Janzen, T. Wanhoff, S. Cleven, J. Hartung, C. Siemer, F. Michalski
Aktualisiert am 25.06.2026 – 16:37 UhrLesedauer: 21 Min.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron: „Wir werden nicht zulassen, dass die Schattenflotte Sanktionen umgeht und die russischen Kriegsanstrengungen finanziert.“ (Quelle: IMAGO/Christian Spicker)
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Die französische Marine hat vor Sizilien zugeschlagen. Ein russischer Oppositioneller wurde zu einer Haftstrafe verurteilt. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Satellitenbilder zeigen lange Staus auf der Krim
Auf der Krim haben sich vor der Kertsch-Brücke offenbar kilometerlange Staus gebildet. Nach Angaben von „Radio Liberty“ zeigen Satellitenbilder vom Mittwoch rund 1.500 wartende Autos. Der Rückstau reicht demnach mehr als zehn Kilometer weit bis zum Dorf Iwaniwka.
Die Kertsch-Brücke verbindet Russland mit der besetzten Krim und gilt als strategisch wichtiges Symbolprojekt Moskaus. Ukrainische Drohnenangriffe schneiden die Halbinsel systematisch von der Versorgung ab. Nun wollen offenbar viele Menschen das Gebiet verlassen. Verschärft werde die Lage durch intensivere russische Kontrollen an den Checkpoints sowie durch Luftalarm und die Gefahr möglicher Seedrohnenangriffe.
Apple nimmt Vkontakte aus Appstore
Apple hat die Apps des russischen Technologiekonzerns VK aus dem App Store entfernt. Betroffen sind insgesamt 16 Anwendungen, darunter das größte russische soziale Netzwerk VK sowie der staatlich geförderte Messenger Max. Bereits installierte Apps funktionieren zwar weiterhin, erhalten jedoch keine Push-Benachrichtigungen mehr. Apple begründet den Schritt mit der Einhaltung internationaler Sanktionen.
Die Maßnahme trifft einen zentralen Baustein der russischen Digitalstrategie. VK spielt seit der Einschränkung westlicher Plattformen wie Facebook und Instagram eine immer größere Rolle bei der Verbreitung von Informationen in Russland. Der Messenger Max soll künftig das Herzstück einer staatlichen Digitalplattform bilden, die eng mit Behördendiensten verknüpft ist.
Der Kreml kritisierte Apples Entscheidung und verwies betroffene Nutzer auf Android-Geräte. Während die russische Regierung den Ausbau eigener digitaler Plattformen als Schritt zu technologischer Unabhängigkeit darstellt, warnen Menschenrechtsorganisationen, dass dadurch die staatlichen Überwachungsmöglichkeiten weiter ausgebaut werden könnten.
Ukraine bekommt erste Milliarden aus EU-Hilfskredit
Die Ukraine hat die lang erwartete erste Zahlung aus dem 90 Milliarden Euro schweren Unterstützungsdarlehen der EU erhalten. Rund drei Milliarden Euro Makrofinanzhilfen wurden ausgezahlt, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Ukraine Recovery Conference (URC) in Danzig (Gdansk) sagte. In den kommenden Tagen solle auch der erste Teil von sechs Milliarden Euro für die Drohnenproduktion an Kiew fließen. „Das ist gelebte Solidarität“, sagte von der Leyen.
Von den neuen EU-Finanzhilfen in Höhe von 90 Milliarden Euro sind 60 Milliarden für Verteidigung des von Russland angegriffenen Landes vorgesehen. Die Hälfte des Geldes soll in diesem Jahr fließen – weitere 45 Milliarden könnten im kommenden Jahr folgen.
Die EU hatte im April den Weg für den Unterstützungskredit freigemacht, nachdem der ehemalige ungarische Ministerpräsident Viktor Orban ihn zuvor monatelang blockiert hatte. Das Geld soll die Ukraine vor einer Staatspleite bewahren und ihr ermöglichen, den Abwehrkampf gegen die russischen Invasionstruppen fortzusetzen.
