
AUDIO: Reichardt wegen Hitlergruß-Vorwurf in der Kritik (1 Min)
Foto sorgt für Kritik
Stand: 25.06.2026 17:34 Uhr
Sachsen-Anhalts AfD-Landeschef Martin Reichardt steht wegen eines Fotos aus dem Jahr 2020 in der Kritik. Zwei Augenzeugen werten dem Politikmagazin Politico zufolge seine darauf zu sehende Geste als Hitlergruß. Die AfD weist die Vorwürfe zurück, andere Parteien in Sachsen-Anhalt reagieren mit Kritik.
Der sachsen-anhaltische AfD-Chef und Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt ist wegen eines Fotos mit erhobenem Arm in die Kritik geraten. Das geht aus dem Podcast „Inside AfD“ des Politikmagazins Politico hervor. Demnach soll Reichardt im Jahr 2020 im Beisein von Parteikollegen den Hitlergruß gezeigt haben. Auf dem Bild ist zu sehen, wie Reichardt den linken Arm ausstreckt, vor ihm kniet ein Mann. Zwei Augenzeugen hätten dem Podcast mitgeteilt, dass es sich dabei um einen Hitlergruß gehandelt habe.

Aufgrund dieses Bildes steht der AfD-Abgeordnete derzeit in der Kritik.
AfD weist Vorwürfe zurück
Die AfD Sachsen-Anhalt widersprach den Vorwürfen von Politico. Auf der Plattform X teilte sie mit, dass es kein Hitlergruß gewesen sein soll, sondern ein humoristischer Ritterschlag im Zusammenhang mit dem Aufnahmeprozess des AfD-Politikers Markus Motschmann.
Ulrich Siegmund, AfD-Fraktionschef im Landtag und Spitzenkandidat für die Landtagswahl, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der Vorwurf käme insbesondere vom politischen Gegner und von Teilen der Presselandschaft. Es handele sich um eine Kampagne. Die meisten Menschen würden sich darüber kaputtlachen.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Stephan Brandner, sprach im „Berlin Playbook Podcast“ von Politico von einer „ungünstigen Fotosituation“. Er betonte, dass die AfD-Bundestagsfraktion das Zeigen des Hitlergrußes nicht dulden würde. Auf die Frage, ob ein Abgeordneter nach einer solchen Geste noch einen Platz in der Fraktion hätte, erklärte Brandner: „Das würde eng, natürlich.“
Kritik und Rücktrittsforderungen
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) kritisiert das Foto: „Ein Hitlergruß ist ein Bekenntnis, kein Ausrutscher. Wer so etwas zeigt, hat in einem Parlament nichts verloren.“
Die Landtagsfraktionchefin der SPD, Katja Pähle, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, wer von dem Bild überrrascht sei, habe die Entwicklung der AfD in den vergangenen Jahren nicht ernstgenommen. Das Bild zeige „deutlich, wo die AfD steht“.
Die Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern zeigte sich entsetzt. Ein solches Bild von einem Landesvorsitzenden zu sehen sei etwas, „was tatsächlich gruselt“, sagte sie MDR SACHSEN-ANHALT. Die Spitzenkandidatin der Grünen, Susan Sziborra-Seidlitz, forderte in einer Mitteilung den Rücktritt Reichardts von seinen politischen Ämtern.
Hitlergruß mit linkem Arm ist strafbar
Der Hitlergruß mit dem linken Arm ist in Deutschland genauso strafbar wie mit dem rechten Arm, wie das Oberlandesgericht Hamm im Jahr 2024 in einem Beschluss klargestellt hat. Er stelle eine verbotene nationalsozialistische Grußform dar, solche Kennzeichen sollten aus dem Bild des politischen Lebens grundsätzlich verbannt werden, begründete das Gericht.
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dpa, MDR (Linus-Benedikt Zosel, Felix Fahnert)