Bürgerentscheid steht an

„Alles nur Ausflüchte“: Anwohner erbost über Frankenschnellweg-Pläne

Aktualisiert am 25.06.2026 – 19:11 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Ausbaupläne zum Frankenschnellweg lösen seit beinahe Jahrzehnten Diskussionen aus.Vergrößern des Bildes

Die Ausbaupläne für den Frankenschnellweg lösen seit beinahe Jahrzehnten Diskussionen aus. (Quelle: Meike Kreil)

Vorlesen

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

1x

Jetzt neu bei t-online:

Schriftgröße anpassen!

Artikel teilen

Streitpunkt Frankenschnellweg: Die Stadt wirbt für Lärmschutz und Entwicklung, Gegner sprechen von einem Milliardenfehler. Bei einem Termin prallen beide Seiten aufeinander.

Angespannte Mienen und aufgeheizte Stimmung: Der neue Bürgermeister musste sich bei einem Pressetermin vielen erzürnten Fragen zum Frankenschnellweg stellen. Viele Anwohner kritisieren die aktuellen Pläne zum Ausbau des Frankenschnellwegs, ein Milliardenvorhaben. Andreas Krieglstein (CSU) verteidigt die Pläne.

Ein junger Mann steht in der Menschentraube um den Bürgermeister. Krieglstein steht in der Mitte und ist gerade dabei, den teils erzürnten Bürgern Rede und Antwort zu stehen. Der junge Mann – er heißt Gawain – schüttelt den Kopf. Er meldet sich schließlich zu Wort: „Ich verstehe es einfach nicht. Wie können wir von ‚Mehr Grün‘ sprechen, wenn wir erst hektarweise Bäume roden müssen.“

Anwohner und Nürnberger stellen den Bürgermeister zur Rede.Vergrößern des BildesAnwohner und Nürnberger stellen den Bürgermeister zur Rede. (Quelle: Meike Kreil)

Damit bezieht sich der 32-jährige Gawain auf die Aussage der Stadt, dass der Ausbau der überlasteten Straße mehr Grünflächen und Bäume mit sich bringe. Was auch der CSU-Bürgermeister an diesem Donnerstag verteidigt. Krieglstein erklärt, dass die Bäume an dieser Stelle nicht erhalten werden könnten, wenn dort Lärmschutzwände entstehen sollen. „Wir wollen die Bürger entlasten von Lärm, von Staus, von Abgasen.“ Die Gruppe steht dabei auf dem Leiblsteg in Muggenhof über dem Frankenschnellweg. Wegen des darunter vorbei donnernden Verkehrs ist die Diskussion nur schwer zu verstehen.

Laut offizieller Einladung will der Neu-Bürgermeister, der den Geschäftsbereich Mobilität und damit den Frankenschnellweg erst vor wenigen Wochen übernommen hat, hier über den geplanten Lärmschutz informieren. Der Stadtteil sei vom Lärm besonders betroffen, hier werde 2027 mit den Bauarbeiten begonnen – sollte der Bürgerentscheid dem keinen Strich durch die Rechnung machen.

Andreas Krieglstein (rechts) ist mit weiteren Vertretern der Stadt gekommen, um die Pläne zum Frankenschnellweg zu erläutern.Vergrößern des BildesAndreas Krieglstein (rechts) ist mit weiteren Vertretern der Stadt gekommen, um die Pläne zum Frankenschnellweg zu erläutern. (Quelle: Meike Kreil)

Ausgleich im Wald: Anwohner erzürnt

Gawain, der seinen Nachnamen nicht nennen möchte, hakt nach: „Aber wie können Sie dann mit ‚Mehr Grün‘ werben?“ Krieglstein antwortet: „Weil mehr Bäume nachgepflanzt werden.“ Ungläubige Reaktionen der Anwesenden sind die Folge. Eine Mitarbeiterin der Stadt erklärt, dass man den Schmausenbuck als Ausgleichsfläche in Erwägung ziehe. Dass in einem Wald weitere Bäume gepflanzt werden, quittieren einige der Anwesenden mit Gelächter. Denn im Wohngebiet soll stattdessen eine acht Meter hohe Lärmschutzwand gebaut werden, für deren Bau Bäume gefällt werden müssten. Das sehen die aktuellen Pläne vor.