Halle. Die Stadt Halle präsentiert der Politik bald einen Plan für die Zukunft der Haller Lindenschule. Sie schlägt vor, die notwendige Schadstoffsanierung des Gebäudes und den Ausbau der Offenen Ganztagsschule in einem gemeinsamen Bauprojekt umzusetzen. Damit verbunden wäre allerdings ein vorübergehender Umzug der gesamten Lindenschule an den Schulstandort Gartnisch. Über die Planung wird zunächst im Ausschuss für Schule und Sport am 1. Juli beraten, teilte die Stadt jetzt in einer Pressemitteilung mit. Die politische Entscheidung steht damit noch aus.

Die Eltern und Erziehungsberechtigten beider Schulen wurden bereits mit Elternbriefen über den aktuellen Planungsstand informiert. Zusätzlich wird die Lindenschule im Rahmen ihres heutigen Schulfestes vor Ort noch einmal über die Planungen informieren. Auch die Architekten werden an diesem Tag anwesend sein, die Planung im Detail vorstellen und für Fragen zur Verfügung stehen.

Zum einen muss das Gebäude der Lindenschule nach Schadstofffunden aus dem Sommer 2025 fachgerecht saniert werden. Zum anderen besteht mit Blick auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Primarbereich ein deutlicher Bedarf, die räumlichen Bedingungen für die Offene Ganztagsschule auszubauen. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, beide Aufgaben nicht getrennt voneinander, sondern in einem abgestimmten Gesamtkonzept umzusetzen. Das spare nach derzeitigem Planungsstand Zeit, vermeide spätere zusätzliche Eingriffe in das Gebäude und verbessere die Wirtschaftlichkeit der Gesamtmaßnahme.

Aus zwei Gründen gibt es an Haller Lindenschule Bedarf


Maik Evers, Schulleiter der Lindenschule, stellt die Konzepte und Ideen für die Umgestaltung seiner Schule vor und zeigt sich mit den Planungen sehr zufrieden. - © Stadt Halle

Maik Evers, Schulleiter der Lindenschule, stellt die Konzepte und Ideen für die Umgestaltung seiner Schule vor und zeigt sich mit den Planungen sehr zufrieden.
| © Stadt Halle

Nach den Schadstofffunden vor rund einem Jahr hatte die Verwaltung wie berichtet Sicherungsmaßnahmen veranlasst, um eine Gefährdung auszuschließen. Für die fachgerechte Sanierung müssen die betroffenen Bauteile jedoch umfassend zurückgebaut und erneuert werden. Gerade deshalb bietet es sich aus Sicht der Verwaltung an, die ohnehin notwendigen Eingriffe zugleich für eine grundlegende bauliche und pädagogische Weiterentwicklung der Schule zu nutzen.

„Die Sicherheit der Kinder, der Lehrkräfte und aller Beschäftigten hat für uns oberste Priorität“, sagt Bürgermeister Thomas Tappe. „Gleichzeitig wäre es nicht sinnvoll, das Gebäude jetzt aufwendig zu sanieren und den dringend notwendigen Ausbau der OGS später in weiteren Bauabschnitten nachzuschieben. Deshalb schlagen wir ein gemeinsames Vorgehen vor.“

Die vorliegende Planung sieht vor, das Gebäude an die heutigen Anforderungen an Unterricht, Betreuung und Offenen Ganztag anzupassen. Auch Mensa-, Aufenthalts- und Betreuungsflächen sollen im Zuge des Gesamtprojekts neu geordnet und verbessert werden.

Umbau in einem Durchgang für den Haller Haushalt wirtschaftlicher

Neben Abstimmungen zwischen Stadt, Fachplanenden und Schule gab es zahlreiche Workshops. Auch das Schülerparlament der Lindenschule hat Ideen eingebracht und formuliert, wie die Kinder ihre zukünftige Schule sehen. Die Umbaupläne wurden zudem dem Elternrat der Lindenschule vorgestellt und dort sehr positiv aufgenommen.

Viel Raum, wenig Nutzen: Grundschule in Halle soll optimiert werden

„Die Pläne sind in den schulischen Mitwirkungsgremien sehr gut angekommen“, sagt Schulleiter Maik Evers. „Für uns ist wichtig, dass hier nicht nur saniert wird, sondern dass die Lindenschule insgesamt weiterentwickelt wird. Die OGS bekommt eine deutlich bessere Grundlage, und die Kinder erhalten künftig mehr Möglichkeiten, auch außerhalb des Klassenraums gut zu lernen und zu arbeiten.“

Ursprünglich war eine Sanierung in mehreren Bauphasen vorgesehen. Nach der weiteren Prüfung hat sich jedoch gezeigt, dass diese Lösung für Gebäude, Bauablauf und Schulbetrieb erhebliche Nachteile hätte. Eine Sanierung im laufenden Schulbetrieb würde voraussichtlich deutlich länger dauern, wiederholte Umzüge innerhalb des Gebäudes erfordern und den Schulalltag über einen langen Zeitraum durch Baustellenbetrieb, Lärm und organisatorische Einschränkungen belasten.

Schulleiter der Lindenschule Halle unterstützt die Pläne

„Ein Umbau in mehreren Phasen wäre für die Kinder über einen sehr langen Zeitraum eine erhebliche Belastung gewesen“, sagt Maik Evers. „Das Gebäude gibt eine solche Lösung nach den vorliegenden Erkenntnissen nicht sinnvoll her. Aus unserer Sicht ist die jetzt vorgeschlagene Planung deutlich besser: Sie verbindet die Sanierung mit dem Ausbau der OGS, bündelt die Bauzeit und gibt uns die Chance, nach einer überschaubaren Übergangszeit in eine moderne und gut durchdachte Lindenschule zurückzukehren.“

Lindenschule: Zwölf Asbest-Proben entscheiden über das weitere Vorgehen

Als tragfähigste Lösung schlägt die Verwaltung daher vor, die Lindenschule für die Dauer der Arbeiten vollständig auszulagern. Nach aktuellem Planungsstand sollen die Arbeiten nach den Osterferien 2027 beginnen. Die Sanierung und der Umbau könnten bei einem vollständigen Umzug voraussichtlich innerhalb von etwa sechs bis acht Monaten abgeschlossen werden.

Als Interimsstandort ist das Altgebäude der Grundschule Gartnisch vorgesehen. Dort stehen nach derzeitigem Planungsstand neun Klassenräume sowie Verwaltungsbereiche und weitere nutzbare Flächen zur Verfügung. Ergänzend sollen moderne Interimsbauten auf dem Gelände im Bereich der Grundschule Gartnisch und der Bernsteinschule errichtet werden, um den zusätzlichen Raumbedarf der Lindenschule abzudecken. Auch die Grundschule Gartnisch unterstützt die geplante vorübergehende Nachbarschaft.

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