Schmerzen beim Anziehen, eingeschränkte Beweglichkeit oder eigentlich einfache Alltagsaufgaben wie Haare kämmen oder eine Hose hochziehen, die plötzlich zur Herausforderung werden: Erkrankungen und Verletzungen der Schulter bedeuten für viele Betroffene einen massiven Verlust an Lebensqualität. Im Krankenhaus Bethanien Moers legt die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie deshalb einen besonderen Schwerpunkt auf die moderne Schulterendoprothetik – mit großem Erfolg, wie es in einer aktuellen Mitteilung heißt.

Chefarzt Dr. Andrei Visinescu hat bei zwei Patienten gleich beide notwendigen Schulterprothesen eingesetzt: Patientin Ellen Radseck und Patient Marko K. hätten sich nach den guten Erfahrungen mit der ersten Schulter auch für die Operation der zweiten Seite im Krankenhaus Bethanien entschieden, heißt es – ein Vertrauensbeweis, der für sich spreche.

„Chance auf ein schmerzfreies und selbstständiges Leben“

„Wenn Patientinnen und Patienten für eine OP der zweiten Schulter wieder zu uns kommen, ist das für uns die schönste Bestätigung unserer Arbeit“, sagt Visinescu. „Eine Schulterprothese ist keine Luxusoperation, sondern oft die Chance auf ein schmerzfreies und selbstständiges Leben.“

Auf dem Gebiet der Schulterendoprothetik gilt der Moerser Chefarzt als einer der wenigen Spezialisten in der Region. Laut der Stiftung Bethanien ist Visinescu im Kreis Wesel der einzige Chefarzt mit durch die D-A-CH-Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie DVSE zertifizierter Expertise.

Im Bethanien werden Schulterprothesen nicht nur bei fortgeschrittenem Verschleiß und Arthrose eingesetzt, sondern auch bei komplexen Verletzungen oder Brüchen nach Unfällen. Die Klinik verfolge dabei ein modernes Behandlungskonzept mit früher kontrollierter Bewegung direkt nach der Operation, heißt es. „Viele Kliniken stellen die Schulter nach einer solchen Operation zunächst ruhig“, erklärt Visinescu. „Wir beginnen dagegen bereits am ersten Tag mit einer kontrollierten Mobilisierung unter physiotherapeutischer Anleitung. Dadurch erreichen wir häufig eine sehr gute Beweglichkeit.“

„Früher hatte ich dauerhafte Schmerzen – selbst ohne Bewegung“

Die Schulter gilt als eines der komplexesten Gelenke des menschlichen Körpers. Schmerzen und Funktionsverlust wirken sich oft massiv auf den Alltag aus. „Wenn Patientinnen und Patienten nach der Operation plötzlich wieder schmerzfrei schlafen, sich selbstständig anziehen oder ihre Haare kämmen können, bedeutet das ein großes Stück Lebensqualität“, so der Chefarzt.

Ellen Radseck kann das nur bestätigen. Die heute 72-Jährige litt jahrelang unter starken Schmerzen und massiven Bewegungseinschränkungen in beiden Schultern. Ursache waren unter anderem chronische Sehnenrupturen und fortgeschrittener Verschleiß. Bereits 2019 wurde ihre rechte Schulter von Visinescu operiert. Nachdem später auch die linke Schulter zunehmend Probleme bereitete, entschied sich die Moerserin erneut bewusst für das Krankenhaus Bethanien: „Früher hatte ich dauerhafte Schmerzen – selbst ohne Bewegung. Heute ist das eine andere Welt“, sagt Radseck.

Besonders positiv erinnert sich die Patientin an die schnelle Mobilisation nach der Operation: „Die Physiotherapie begann sofort. Der chronische Schmerz war direkt nach der OP weg. Ich habe mich hier sehr gut aufgehoben gefühlt“, wird die 72-Jährige zitiert. Neben der stationären Behandlung hätten ihr auch Ergotherapie, Physiotherapie und konsequente Übungen zu Hause geholfen, heißt es. „Der Lohn dafür ist wunderbar: keine ständigen Schmerzen mehr“, sagt Radseck.

„Was einmal funktioniert, funktioniert auch ein zweites Mal“

Auch Marko K. ließ sich nach einer erfolgreichen ersten Operation die zweite Schulterprothese im Bethanien einsetzen. Der Oberhausener litt unter fortgeschrittener Arthrose und starken Bewegungseinschränkungen beider Schultern.

„Vor der ersten Operation hatte ich dauerhaft Schmerzen und konnte den Arm kaum noch bewegen“, erinnert sich der Patient. „Nach der ersten Schulter war für mich klar: Was einmal funktioniert, funktioniert auch ein zweites Mal.“

Heute, sagt K., könne er seine Schultern wieder nahezu normal bewegen. „Ich habe keine Beschwerden mehr und erreiche wieder etwa 90 bis 95 Prozent der Beweglichkeit.“ Neben der Operation sieht der Oberhausener auch die aktive Mitarbeit der Patienten als entscheidend an: „Das eine ist die OP – das andere ist, wieder in Bewegung zu kommen.“

Ein wichtiger Bestandteil des Behandlungskonzepts im Krankenhaus Bethanien Moers sei die persönliche Nachbetreuung, teilt die Klinik mit. Visinescu begleite seine Patienten auch nach der Operation engmaschig weiter. „Nach jeder Operation sehe ich meine Patientinnen und Patienten zur Kontrolle wieder“, betont der Chefarzt. „Gerade bei Schulterprothesen ist eine individuell abgestimmte Nachbehandlung entscheidend.“ Die Erfahrungen der beiden Betroffenen zeigten: Moderne Schulterchirurgie könne Menschen ein großes Stück Alltag und Selbstständigkeit zurückgeben.